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Düxer Bock: Hommage an eine alte Liebesgeschichte

Caroline Hamacher-Linnenberg und ihr Mann Ulrich haben mit ihrem Düxer Bock ein neues Bier auf den Kölner Markt gebracht.

Köln | Eigentlich wollten Caroline Hamacher-Linnenberg und ihr Mann Ulrich nach dem intensiven Berufsleben in der PR- und Werbebranche ihren Ruhestand mit viel Lesen genießen. Stattdessen sind beide im Berufsleben noch einmal richtig durchgestartet und haben mit der Brauerei und Brennerei AufRome 1468 ihr neues Unternehmen an den Start gebracht. Dabei hat sich Ulrich Linnenberg einen alten Jugendtraum erfüllt: „Ich wollte schon immer mein eigenes Bier brauen. Aber lange ist dieser Wunsch in der Ideenschublade liegengeblieben.“

Dann wird die Idee doch noch Wirklichkeit: „Es war schnell klar, dass wir den 34 Kölschvarianten keine neue hinzufügen möchten. Es ging vielmehr darum, die Biervielfalt in der Stadt zu erweitern und da war unser Bockbier als Nische perfekt geeignet“, sagt Linnenberg. Lange arbeiten er und seine Frau an der richtigen Rezeptur. Dabei setzt das Ehepaar auf das Profiwissen. So entsteht in der Versuchsbrauerei des Instituts für Lebensmitteltechnik in Bad Kissingen der erste Probesud. „Es ging darum, ein Rezept zu entwickeln und dieses dann an einen Braumeister für die professionelle Produktion zu übergeben. Dafür musste das Rezept auch wirklich funktionieren. Und der erste Probesud hat auf Anhieb gepasst – das war wie sechs Richtige im Lotto“, freut sich Linnenberg.

Den Namen für das neue Bier findet er bei seinen historischen Recherchen in einer 500 Jahre alten Liebesgeschichte um den „Düxer Bock“, die ein wenig an Shakespeares „Romeo und Julia“ erinnert, die aber ein positives Ende vorweisen kann. „Heute ist diese Geschichte ein wenig in Vergessenheit geraten. Wir wollen sie mit unserem Bockbier wieder neu erzählen und transportieren.“

Bevor das Bier auf den Markt kommt, holen die beiden Kölner die Meinung vieler Freunde und Gastronomen ein. „Das Feedback war durchweg positiv. Das hat uns als Kaufleuten bei der Entscheidung geholfen, ob wir das Bierprojekt wirklich umsetzen oder nicht“, erinnern sich die beiden. Der Supermarkt war dabei nicht das Ziel des Ehepaars. „Es ging uns um die Gastronomie, um Bars und um die Kölner Kultkioske, wo unser Bier angeboten werden sollte. Auch der beratende Einzelhandel war für den Düxer Bock eine gute Adresse. Interessant ist, dass unser Bockbier auch bei Kaffeebars und Weinhändlern sowie auf Weinfesten gut funktioniert“, sagt Caroline Hamacher-Linnenberg.

Bei der Suche nach dem Namen für die Brauerei begibt sich ihr Mann wiederum auf eine Reise in die Kölner Stadtgeschichte. „Wir wollen keinen Kunst- oder unseren Familiennamen. So bin ich auf eine uralte Kölner Brauerei gestoßen, die 1872 ihren Betrieb eingestellt hatte. Davor hatte sie 404 Jahre existiert. Es war AufRome. Der letzte Besitzer Wilhelm Scheben war Landtagsabgeordneter und Präses der Mailand-Bruderschaft, eine Vereinigung der Brauer. Er war hochgeachtet in Köln und wir haben eine gewisse Wesensverwandtheit gespürt, da er wie wir Mitglied in der Kölner Bürgergesellschaft war.“

Der Name selbst entstand zu einer Zeit, in der es in Köln noch keine Hausnummern gab. Der Sitz der Brauerei war ein altes Stadttor im Bereich des Brunnens vor dem heutigen IHK-Gebäude. Dort war zunächst eine Bäckerei beheimatet. „Nach dem Familiennamen des Bäckers Hilpericus Roemer sagt man damals, man geht „Auf Rome“, erklärt Linnenberg.

Seinen Düxer Bock lässt er im Frankenland brauen. „Es war schnell klar, dass wir nicht selbst brauen wollen. Die Suche nach einer passenden Brauerei gestaltete sich nicht einfach, da oft die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit nicht gepasst hatten. Da mussten wir den Zirkel um Köln herum immer wieder vergrößern und sind so in Franken gelandet“, erinnert sich Linnenberg, dessen Düxer Bock neben vielen Orten in Köln inzwischen auch auf der Nordseeinsel Föhr verkauft wird.

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