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(F)Eiertag - Der Welt-Ei-Tag regt zum Nachdenken an

Köln | Heute wird der Welt-Ei-Tag gefeiert. Eier gehören zum meist verbrauchten Nahrungsmittel in deutschen Haushalten. 2014 hat jeder Bürger rund 231 Eier gegessen. Für die Hühner ist dieser Tag jedoch alles andere als ein Grund zum Feiern, reflektiert der Tierschutz.

Immer noch wenig artgerechte Haltung

Noch immer leben Hühner in zweifelhaften Umständen. Seit Januar 2010 ist die Haltung in Käfigen in Deutschland verboten. Um jedoch Hühner weiterhin in Käfigen zu halten und gleichzeitig nicht gegen das Gesetz zu verstoßen, sprechen viele Landwirte von „Kleingruppenhaltung“. Auf diese Art und Weise umgehen sie die neuen Vorschriften. Genau wie bei der Käfighaltung werden auch hier Hühner eingeengt und nicht artgerecht behandelt. Jedes Huhn hat einen Lebensraum von der Größe eines DIN A4 Blattes. 2013 lebten rund fünf Millionen Hühner in dieser Form der Kleingruppenhaltung.

Die Bodenhaltung ist am weitesten verbreitet, so die Tierschutzorganisation Peta. Neun Hennen leben hier auf einem Quadratmeter Grundfläche. Auch das ist nicht artgerecht, daher werden den Tieren die Schnabelspitzen abgeschnitten. Dennoch hacken sie sich gegenseitig die Federn aus, was zu Verletzungen und Infektionen führen kann. Tiere in Bodenhaltung legen jährlich bis zu 275 Eier. Zum Vergleich: ein frei lebender Vogel legt 20 Eier im Jahr. Wenn eine Legeperiode von einem Jahr beendet ist, kommen die Tiere zum Schlachter. Dabei spielt die Art der Haltung keine Rolle.

Daran erkennt der Verbraucber die Art der Haltung

Heutzutage müssen unverarbeitete Eier nach der Art der Haltung mit einer aufgedruckten Zahlenkennung markiert werden. Dabei ist die Kennzeichnung EU-weit verbindlich geregelt und enthält sowohl Informationen für den Verbraucher als auch für die Kontrollbehörden. Zu Beginn steht immer eine Nummer für das Haltungssystem: 0 steht für eine ökologische Haltung, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung. Es folgt der Ländercode, beispielsweise DE für Eier aus Deutschland oder NL für Eier aus den Niederlanden. Die daran anschließende Nummernfolge dient der Identifizierung des Betriebs. Dabei hat jeder Mitgliedstaat ein eigenes System, nach dem die Betriebe individuelle Nummern erhalten. In Deutschland ist zusätzlich eine Ziffer für das jeweilige Bundesland ein Bestandteil der Kennzeichnung.

Immer mehr Verbrauchern ist es inzwischen wichtig zu wissen woher die Eier kommen, die sie essen. Neben den unverarbeiteten Eiern wird somit auch die Frage nach der Herkunft von weiter verarbeiteten Eiern, beispielsweise in Nudeln oder Fertigprodukten, häufiger gestellt. Die Grünen verlangen in einer aktuellen Pressemitteilung zum Welt-Ei-Tag auch die Kennzeichnung von weiter verarbeiteten Eiern transparenter zu machen. Sie sehen darin eine Chance zur Weiterentwicklung: Seitdem 2004 die Kennzeichnung für Schaleneier eingeführt wurde, ist der Marktanteil aus alternativen Haltungsformen auf über 95 Prozent gestiegen. Die nicht-artgerechte Haltung von Hennen soll zwar 2025 in Deutschland verboten werden, jedoch ist die Debatte über die genauere Kennzeichnung von weiter verarbeiteten Eiern noch nicht abgeschlossen.

Vier verschiedene Arten der Hühner-Haltung bei der industriellen Eierproduktion

Kleingruppenhaltung:

  • Gummiböden statt Einstreu
  • Futter vom Fließband
  • Niedrige Umweltbelastung

Bodenhaltung:

  • Geschlossener Stall mit freier Bewegung
  • Einstreu
  • Mehrere Ebenen übereinander
  • Wasser- und Futterversorgung erfolgt durch den Farmer

Freilandhaltung:

  • Tagsüber uneingeschränkter Zugang zum Auslauf
  • Bewachsene Wiese
  • Angepasstes Management des Farmers (Wetter, Krankheiten, etc.)

Ökologische Erzeugung:

  • Sechs Hennen pro m2
  • Auslauf ins Freie vorgeschrieben, bei schlechtem Wetter werden die Tiere eingeschlossen
  • Betriebseigenes Futter
  • Bei Krankheiten Naturheilmitten und Homöopathie erlaubt

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