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Angeklagte im Lügde-Prozess zu langen Haftstrafen verurteilt

Detmold | aktualisiert | Im Prozess zum Missbrauchsskandal von Lügde sind die beiden Angeklagten zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Das geht aus dem Urteil des Detmolder Landgerichts vom Donnerstag hervor.

Im Prozess zum Missbrauchsskandal von Lügde sind die beiden Hauptangeklagten zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Das geht aus dem Urteil des Detmolder Landgerichts vom Donnerstag hervor. Der 56-jährige Angeklagte Andreas V. wurde demnach zu 13 Jahren und der 34-jährige Angeklagte Mario S. zu zwölf Jahren Haft verurteilt - jeweils mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Das Gericht blieb mit dem Urteil leicht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die für etwas längere Haftstrafen plädiert hatte. Das Verfahren fand aus Opferschutzgründen in weiten Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. In dem Prozess ging es um den Vorwurf des hundertfachen Kindesmissbrauchs.

Tatort war vor allem ein Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde im Ortsteil Elbrinxen. Die beiden Männer sollen 34 Mädchen und Jungen immer wieder sexuell missbraucht und ihre Taten gefilmt haben. Ihnen wurde im Prozessverlauf volle Schuldfähigkeit bescheinigt.

Im Verlauf der Ermittlungen hatte sich der Fall zu einem Polizeiskandal ausgeweitet. Unter anderem war Beweismaterial verschwunden. Bereits Mitte Juli war ein weiterer Angeklagter in dem Fall zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Dem 49-Jährigen war vorgeworfen worden, in den Jahren 2010 bis 2011 an mehreren Webcam-Übertragungen beim Missbrauch von Kindern teilgenommen zu haben. Das Verfahren gegen den 49-Jährigen war nach einem Geständnis vom Hauptprozess abgetrennt worden, da seine Taten deutlich weniger schwer wogen als die der anderen beiden Angeklagten.

NRW-Innenminister begrüßt Urteile im Lügde-Prozess

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat die Urteile im Missbrauchsfall Lügde begrüßt. "Die Urteile sind eine Warnung an alle Täter. Besonders die Anordnung der Sicherungsverwahrung", sagte er dem "Westfalen-Blatt".

Das helfe dem Kinderschutz, das Leiden der Opfer lindere das natürlich nicht. "Solche Täter sind aber eine zu große Bedrohung, als dass man sie nach Verbüßung ihrer Strafe einfach wieder auf freien Fuß lassen könnte. Ich freue mich auch, dass die Arbeit der Polizei in Bielefeld und der Justiz zu diesen schnellen Urteilen geführt hat", so Reul weiter.

Doch nach dieser Entscheidung gelte: "Wir müssen besser und schneller werden, um diese monströsen Taten in Zukunft zu verhindern. Das ist meine Lehre aus diesem Fall, und das zu erreichen, ist jetzt erst recht ein vorrangiges Ziel meiner Amtszeit." Im Lügde-Prozess waren die beiden Hauptangeklagten am Donnerstagvormittag zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

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