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Hannelore Kraft verlieh Verdienstorden an Henning Krautmacher, Fred Balsam und Coşkun Taş

Köln | Zwei Kölner und mit Henning Krautmacher ein fast Kölner wurden von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Report-k.de dokumentiert die Original-Laudationes der Ministerpräsidentin. Insgesamt zeichnete Kraft am vergangenen Freitag elf verdiente Bürger aus.

„Für mich gehört es zu den wichtigsten und schönsten Aufgaben, nordrhein-westfälische Bürgerinnen und Bürger für ihr großartiges Engagement auszuzeichnen. Denn von diesem Engagement lebt unser Land in einem Maße, das kaum überschätzt werden kann”, so Hannelore Kraft.

Die Laudationes der Ministerpräsidentin für die Kölner Bürger und Henning Krautmacher aus Pulheim in der textlichen Originalfassung:

Fred Balsam aus Köln

„Die Grundlage eines jeden Staates ist die Ausbildung seiner Jugend.“ (Diogenes um 400-323 v. Chr.) Diese alte Weisheit hat sich Fred Balsam zeit seines Lebens zu Herzen genommen. Wie wichtig eine breit angelegte Berufsausbildung und Sprachkenntnisse sind, hat er selbst als junger Mann erfahren. Über Jahrzehnte hat er sich daher mit aller Kraft ehrenamtlich als Arbeitnehmervertreter des Handwerks und als Gewerkschafter erfolgreich für die Weiterentwicklung des dualen Bildungssystems, die Förderung der Berufsbildung im Handwerk und den internationalen Bildungsaustausch eingesetzt.

In der IG Metall verhandelt Fred Balsam für tausende Arbeitnehmer in den Kfz-Betrieben die Tarifkonditionen an vorderster Stelle mit aus. Innerhalb der Industriegewerkschaft Metall gelingt es ihm, den Interessen der Beschäftigten im Handwerk mehr Raum zu verschaffen. Seinen besonderen Arbeitsschwerpunkt bilden aber seine Aktivitäten in der Berufsbildung. Als Bundessachverständiger hat er an der Neuordnung von Erstausbildungen und Fortbildungen im Kfz-Handwerk ebenso mitgearbeitet wie an der neuen Rechtsverordnung zum Meister.

Im Kammervorstand und als Vizepräsident und höchster Repräsentant der Arbeitnehmerseite in der Handwerkskammer zu Köln galt und gilt auch hier sein vorbildliches ehrenamtliches Engagement besonders der betrieblichen Berufsausbildung. Mit großem persönlichem Einsatz hat Fred Balsam über Jahrzehnte zahlreiche Projekte und Initiativen vorangetrieben, damit die beruflichen Perspektiven junger Menschen – auch aus schwierigem Umfeld – besser werden.

Seit über 10 Jahren leitet er in Köln die nationalen und europäischen Gesellentage. Er initiiert und beteiligt sich an Austauschaufenthalten für junge Handwerker in Lyon, Liverpool, Budapest und Irland. Er ist Mitinitiator der einzigen in Deutschland durchgeführten fünfsprachigen Ausbildungsbörse. Junge Menschen mit Zuwanderungshintergrund, aber auch ihre Eltern, werden dort über die Berufsausbildung im dualen System informiert. Diese innovative und für die Integration der Jugendlichen wichtige Ausbildungsbörse fand 2012 schon zum dritten Mal in Köln statt und wurde bundesweit beachtet.

Fred Balsams ausgewiesene Sachkompetenz ist ebenso gefragt in Fachausschüssen des Bundesinstituts für Berufsbildung, des Deutschen und des Westdeutschen Handwerkskammertags oder im Zentralverband des deutschen Handwerks. Auch in europäischen Gremien und international vertritt er überzeugend die besondere Qualität und Zukunftsorientierung des dualen Bildungssystems in Deutschland. Als Kenner der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit und besonders auch wegen seiner menschlichen Art ist er ein geschätzter Gesprächspartner hierzulande und in aller Welt.

Lieber Fred Balsam, Sie haben sich mit Ihrem jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz über regionale Grenzen hinaus große und vorbildliche Verdienste erworben. Ich freue mich ganz besonders, dass Sie mit der Überreichung des Verdienstordens des Landes heute auch die Anerkennung und Wertschätzung erfahren, die wir in Nordrhein-Westfalen für Sie und Ihre Arbeit empfinden.

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Henning Walter Krautmacher aus Pulheim

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ ist nicht nur eines der bekanntesten Lieder der Kölner Band „Höhner“, sondern wohl auch eine Lebenseinstellung von Frontmann Henning Krautmacher.

Seit 1986 ist Henning Krautmacher nicht nur das Gesicht der Gruppe, sondern er trägt als Sänger auch wesentlich dazu bei, den Stellenwert der deutschen Rock- und Popmusik und der kölschen Mundart im Besonderen zu erhöhen. Aber er nutzt seinen prominenten Status und sein künstlerisches Talent immer wieder auch dazu, sich für verschiedene gesellschaftliche Projekte einzusetzen.

So ließ sich Henning Krautmacher bereits 1993 als potenzieller Stammzellspender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren und demonstriert seitdem in herausragender Weise seine Unterstützung für die DKMS. Seit April 2012 ist Henning Krautmacher offizieller Botschafter der DKMS-Kampagne „Mund auf gegen Leukämie“.

Henning Krautmacher hat auch ein Herz für die Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. So unterstützt er seit 1994 das Lobby-Restaurant „LoRe“ in Köln. Es ist ein Restaurant, das Obdachlosen und mittellosen Bürgern täglich ein 3-Gang-Menü für nur zwei Euro anbietet. Die Musiker schrieben 1994 für dieses Projekt den Song „Alles verlore“, und seitdem kommt der Verkaufserlös dem Lobby-Restaurant zugute. Als Hobbykoch ließ es sich Henning Krautmacher auch nicht nehmen, im März letzten Jahres persönlich mit den Mitarbeitern der Einrichtung für 60 hilfsbedürftige Kölner ein 3-Gänge-Menü zu „zaubern“.

Selbstverständlich war für ihn auch, anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der „Leverkusener Tafel“ an einem Prominenten-Show-Kochen teilzunehmen. Als großer Publikumsmagnet, der er nun einmal ist, verhalf er damit der Tafel zu noch mehr öffentlichem Interesse.

Ganz herausragend engagiert sich Henning Krautmacher seit 2007 für die „Stiftung Lesen“. Er hat selbst seinen zwei Söhnen im Kindesalter viel vorgelesen. Nun wirbt er für das Lesen und Vorlesen als Botschafter, als Vorleser und als prominenter Pate in Kampagnen wie „Lesestart“, „Ride for Reading“, „Kölner Leselauf“ und für die sogenannten „Vorlesebibliotheken“. Die „Stiftung Lesen“ zeichnete ihn mit dem AusLese-Preis 2009 als „Botschafter des Lesens“ aus.

Dem Landrat-Lucas-Gymnasium in Leverkusen-Opladen steht er seit 2010 als Pate für das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zur Verfügung.

Last but not least setzt sich Henning Krautmacher auch für die artgerechte Haltung von sogenannten Nutztieren ein. Gemeinsam mit seinen Bandmitgliedern engagiert er sich als Botschafter des Deutschen Tierschutzbundes vor allem für den Kampf gegen die Käfighaltung von Legehennen. Mit ihrem Song „Johanna das Huhn“ haben die „Höhner“ ihrem Protest gegen schlimme Formen der Tier-Haltung einen musikalischen Ausdruck gegeben.

Lieber Henning Krautmacher, um den zeitlichen Rahmen heute nicht zu sprengen, muss ich hier mit der Aufzählung Ihrer weiteren ehrenamtlichen Tätigkeiten aufhören. Aber ich bin sicher, es ist allen hier längst klar geworden, dass Sie für Ihr besonderes ehrenamtliches Wirken auch eine besondere Anerkennung verdienen: den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.

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Coşkun Taş aus Köln

Schon viele Jahre, bevor die Bundesliga-Stiftung ihre bundesweite Kampagne „Integration. Gelingt spielend.“ ins Leben rief, scheint Coşkun Taş dieses Motto zu für sich und sein Engagement gewählt zu haben. Der ehemalige türkische Nationalspieler und Weltmeisterschaftsteilnehmer von 1954, Coşkun Taş, spielt als erster türkischer Spieler von 1959 bis 1961 in der Fußballmannschaft des 1. FC Köln. Nach seiner aktiven Spielerzeit bei mehreren rheinischen Fußballvereinen legt Coşkun Taş das Spielertrikot ab und wechselt auf die Trainerbank.

Gegen Ende seiner Trainerkarriere bereitet Coşkun Taş einen weiteren Rollenwechsel vor und absolviert mit Erfolg die Schiedsrichterprüfung. 1983 wird er zunächst Berater und 1986 als Mitglied der Schiedsrichterspruchkammer des Fußballkreises Köln gewählt. Bis 2004 trägt er mit immer wieder sehr pragmatischen Lösungen dazu bei, Konflikte zwischen Fußballspielern beizulegen und vermittelt vor allem dann, wenn Spieler mit türkischem Migrationshintergrund beteiligt sind. Ein wichtiger Beitrag dazu war die Übersetzung der Spielordnung des Fußballverbandes in die türkische Sprache.

Schon lange bevor Staat, Gesellschaft und Verbände auf die zunehmende Gewalt der Spieler und Fans reagieren, arbeitet Coşkun Taş im Arbeitskreis Fair-Play daran mit, dass der Fußball das phantastische und friedliche Spiel bleibt, das Millionen Menschen begeistert.

Sein inzwischen fortgeschrittenes Alter zwingt Coşkun Taş heute, etwas kürzer zu treten. Doch ist sein Rat bei den Aktiven nach wie vor gefragt. Auch nutzt er weiterhin die Gelegenheit, um in Funk, Fernsehen oder den Printmedien für Integration zu werben und auf ihre Bedeutung aufmerksam zu machen. Lieber Coşkun Taş, für Ihr im wahrsten Sinne „rundes“ Engagement bedanken wir uns mit dem Landesverdienstorden.

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