Panorama NRW Nachrichten

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Westnetz: 100.000 Menschen ohne Strom, aber kein Hinweis auf der Website

Köln | In Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz waren, so der Verteilnetzbetreiber Westnetz, rund 100.000 Menschen ohne Strom, nachdem am gestrigen Sonntagnachmittag das Sturmtief „Eberhard“ über die beiden Bundesländer zog. Mittlerweile seien viele Bürger wieder mit Strom versorgt, so der Verteilnetzbetreiber, der zu innogy gehört. Die Kommunikation des Unternehmens am Sonntag war mehr als stiefmütterlich.

Miserable Kommunikation

Leserinnen und Leser berichten von stundenlangen Wartezeiten an der telefonischen Störungshotline, die dann nur bekannt gab, was der, der keinen Strom mehr hatte, sowieso schon wusste: Der Strom ist weg, wie lange? Keine Angabe. Auch die Website des Unternehmens bot null Information über die Stromausfälle und wie lange diese dauern könnten, oder den Umfang der Probleme. Aber dafür schöne bunte Bildchen, wie man Kunde bei Westnetz werden kann. Lediglich auf dem Portal „stromausfall.de“ konnten Betroffene erkennen, wo es noch Ausfälle gab, wenn Bürger sie eintrugen. Hier der lapidare Hinweis, dass Westnetz Probleme habe. An vielen Orten kein Hinweis, wann die Störung voraussichtlich behoben sein könnte. In einigen Teilen der Eifel dauerte die Stromausfälle mehrere Stunden bis tief in die Nacht.

Heute nun die Mitteilung an die Presse, dass bis 100.000 Kunden von den Stromausfällen betroffen waren. Das Unternehmen sei mit 250 Mitarbeitern unterwegs gewesen, schreibt die Kommunikationsabteilung heute. Man habe 280 Einsätze absolviert und immer noch nicht wieder alle Haushalte an das Stromnetz angebunden. Das Unternehmen kündigt nun heute an, dass es punktuell immer wieder zu Abschaltungen kommen kann und dies über die nächsten Wochen.

Unternehmen lobt sich selbst

Der Aufsichtsrat des Unternehmens Joachim Schneider, lobt sein Unternehmen schriftlich:„Wir tun alles dafür, Bürgern und Unternehmen in der betroffenen Region zu jeder Zeit eine funktionierende Stromversorgung zur Verfügung zu stellen.“ Das dürften einige Bürger anders sehen. Der gestrige Tag in den betroffenen Gebieten muss auf jeden Fall so kommentiert werden: An seiner Krisenkommunikation muss innogy SE mit seiner 100 prozentigen Tochter Westnetz noch kräftig arbeiten. Denn ein Hinweis auf die Webseite zu stellen und seine Kunden zu informieren, wenn man die angebotene Leistung – auch wegen höherer Gewalt – nicht erbringen kann, ist das Minimum an Service, der 2019 zu leisten ist.

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