Panorama Panorama Deutschland

priester_pixabay_14092018

Sexueller Missbrauch: Jeder zehnte Täter kam aus Kirchenhierarchie

Berlin | Fast zehn Prozent der katholischen Kleriker, die Kinder missbraucht haben sollen, hatten irgendwann ein leitendes Amt inne. Das geht aus einer Studie hervor, die demnächst von der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht werden soll. Darüber berichtet die "Zeit".

Von 1.670 Beschuldigten bekleideten demnach 164 (9,6 Prozent) zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens ein höheres Kirchenamt, beispielsweise Dechant, Regens, Offizial, Domkapitular, Weihbischof, Bischof oder Erzbischof. 36 der Beschuldigten (2,2 Prozent) hatten ein höheres Amt vor und nach der angeschuldigten Ersttat inne. 86 Prozent der Beschuldigten (1.441) hatten bei der ersten Missbrauchstat kein höheres Kirchenamt.

"Nichtsdestotrotz bleibt festzustellen, dass mit fast 10 Prozent ein nicht zu vernachlässigender Anteil der Beschuldigten in höherer Verantwortung des kirchlichen Dienstes stand", so die Autoren der Studie. Belegen können die Forscher, dass mutmaßliche Täter aus der unteren Kirchenhierarchie - etwa Priester, die des Missbrauchs beschuldigt wurden - später in der Hierarchie aufstiegen und höhere Ämter bekleideten. "Bei 110 Beschuldigten (6,6 Prozent) war ein höheres Kirchenamt nicht vor, jedoch zu einem späteren Zeitpunkt nach der angeschuldigten Ersttat verzeichnet. Bei zehn Beschuldigten (0,6 Prozent) war angegeben, dass sie ein höheres Kirchenamt zwar vor dem Zeitpunkt der Ersttat innehatten, jedoch nicht mehr zuzeiten nach der Ersttat", so die Forscher. Außerdem hat die Kirche stärker als andere Institutionen den Kindesmissbrauch vertuscht. Die Studie belegt: Kam es zu ordentlichen Strafverfahren gegen mutmaßliche Täter aus der katholischen Kirche, mussten diese Verfahren überproportional oft wieder eingestellt werden - etwa dreimal so häufig wie bei vergleichbaren Fällen in Schulen und Sportvereinen.

Wörtlich heißt es: "Die Reaktion der Strafverfolgungsbehörden auf die Tatvorwürfe gegen die Kleriker war dadurch gekennzeichnet, dass 67,1 Prozent der Verfahren durch die Staatsanwaltschaft eingestellt wurden." Demgegenüber betrug die staatsanwaltschaftliche Einstellungsrate in der Vergleichsgruppe, hier wurden Schulen und Sportvereine untersucht, nur 20,5 Prozent. Zur Begründung heißt es: "Die hohe Zahl der Einstellungen in den Verfahren gegen die Kleriker ist vor allem auf zahlreiche Einstellungen wegen Verjährung zurückzuführen. 46,6 Prozent der Verfahren stellte die Staatsanwaltschaft wegen Verjährung ein. In der Vergleichsgruppe war dies nur bei 3,8 Prozent der Verfahren der Fall." Entsprechend wurden mutmaßliche Täter aus der Kirche seltener verurteilt. So betrug die Verurteilungsrate bei den Klerikern nur 30,9 Prozent, während sie sich in der Vergleichsgruppe auf 67,9 Prozent belief, so die Studie.

Zurück zur Rubrik Panorama Deutschland

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Panorama Deutschland

testbild_pixabay_16112018

ARD stellt "Lindenstraße" ein

Berlin | Die wöchentliche Serie "Lindenstraße" soll nach über 34 Jahren nicht fortgeführt werden. Die Fernsehprogrammkonferenz der ARD habe sich mehrheitlich gegen eine Verlängerung des Produktionsvertrages mit der Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion ausgesprochen, teilte die ARD am Freitag mit. Die letzte Folge der Serie wird demnach im März 2020 ausgestrahlt.

Berlin | Die Zahl der illegalen Migranten, die bislang in diesem Jahre nach Deutschland und Europa gekommen sind, hat deutlich abgenommen. Das berichtet die "Bild" unter Berufung auf ein als vertraulich eingestuftes Papier der Bundesregierung. Demnach wurden (Stand 5. November) europaweit bislang 117.500 Flüchtlinge registriert, die kein Einreisevisum für den Schengen-Raum oder andere europäische Staaten haben.

auspuff_pixabay_15112018

Gelsenkirchen | Die Städte Gelsenkirchen und Essen müssen Dieselfahrverbote einführen. Auch die Autobahn 40 ist davon betroffen. Das entschied das Gelsenkirchener Verwaltungsgericht in einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil.

Report-K Karnevalsplauderei

karnevalsplauderei

Karnevalsplauderei 2018

Der Oktober ist die Zeit der Vorstellabende und der Künstler, die Ihre neuen Programme oder Titel zeigen. Report-K stellt rund 40 Künstler im Videointerview vor, jeden Tag ein anderer Redner, Band oder Musiker.

Mathias Nelles

Knubbelisch vum Klingelpütz

Hanak – Micha Hirsch

Volker Weininger – Der Sitzungspräsident

Thomas Cüpper – Et Klimpermännchen

Zwiegespräch – Botz un Bötzje

Ne joode Jung – Holger Quast

Cat Ballou

Druckluft – Dicke Backen

Planschemalöör

Beckendorfer Knallköpp

Schlappkappe

Ehrenamtspreis Köln 2018

ehrenamtspreis_zusammen_31082108neu_klein

Die Kölner Ehrenamtspreisträger 2018

In einer Multimedia-Reportagereihe beschäftigte sich report-K Redakteur Ralph Kruppa im Vorfeld des Kölner Ehrenamtstages am 2. September 2018 mit den Gewinnern des Ehrenamtspreises der Stadt Köln in den Kategorien Einzelpersonen und Vereine/Initiativen. Ergebnis ist eine Serie, die eine beeindruckende Vielfalt an Themen sowie einen Einblick in die Geschichten der einzelnen gewürdigten Persönlichkeiten zeigt.

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS

KARNEVAL NACHRICHTEN