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Dr. Margit Ramus: Zwischen gebrannten Mandeln und Universität

Köln | Dr. Margit Ramus verkauft auf Kölner Weihnachtsmärkten Süßigkeiten – und ist promovierte Kunsthistorikerin. Ihre Arbeit „Kulturgut Volksfest. Architektur und Dekoration im Schaustellergewerbe“ ist das Ergebnis eines bewegten Lebens und seit dem 18. Dezember erhältlich.

Seit ihrem 14. Lebensjahr arbeitete Ramus im elterlichen Fahrgeschäft-Betrieb. Sie ist  Schaustellerin in der 6. Generation. „Schausteller kann man nicht werden, so wird man geboren.“, erklärt sie. Mit insgesamt fünf Buden und 15 Angestellten ist sie auf den Weihnachtsmärkten am Dom und auf dem Alter- und Heumarkt vertreten und versorgt Besucher mit Waffeln, Kräuterbonbons und gebrannten Biomandeln.

Die Motivation für ihre akademische Laufbahn hat einen tragischen Ursprung. Ihr Sohn Peter kam 1991 bei einem Unfall ums Leben. Um den Verlust zu verarbeiten schrieb Remus zunächst Kurzgeschichten über ihn, bis sie sich 1993 dazu entschied, mit 47 Jahren wieder die Schulbank zu drücken. Auf einer Privatschule holte sie das Abitur nach, anfangs ohne das Wissen ihrer Familie. „Ich erzähle so etwas erst, wenn ich weiß, dass ich es schaffe.“, scherzt Ramus.

Mit dem Abitur in der Tasche begann Ramus ein Studium der Kunstgeschichte, Neuen Deutschen Literatur und Neuen Geschichte an der Universität Bonn. In 11 Semester schaffte sie ihren Magister und brauchte so ein Semester weniger als in der Regelstudienzeit vorgesehen war.

Ramus Doktorarbeit „Kulturgut Volksfest. Architektur und Dekoration im Schaustellergewerbe“ ist die erste deutsche Veröffentlichung zur Architektur auf Volksfesten aus kunsthistorischer Sicht. Sieben Jahre lang schrieb Ramus an der Arbeit, meistens parallel zur ihrer Schausteller-Beschäftigung. „Auf der Kirmes war ich auch immer auf Recherche. um 7 Uhr morgens habe ich alle Stände abfotografiert.“, so Ramus.

In „Kulturgut Volksfest.“ belegt Ramus , dass die Bauformen von Schaustellergeschäften ihre Vorbilder in der traditionellen Architektur haben. So wurde der Rundbau der ersten Karussells von Gartenpavillons inspiriert, und die ersten Autoscooter-Geschäfte von den Bahnhöfen des 19. Jahrhunderts. Die Arbeit stellt in 96 Beiträgen Objekte von 1883 bis 2007 vor und enthält rund 1.300 Abbildungen, darunter bisher unveröffentlichte Bauzeichnungen.

„Für mich war der Weg das Ziel. Es war eine schöne Zeit, die mir über vieles hinweg geholfen hat. Eine andere Welt hat sich mir geöffnet.“, fasst Ramus ihren Werdegang seit 1993 zusammen. Ihre Doktorarbeit soll aber nicht das Ende ihrer akademische Laufbahn sein. Ein Thema für ihre nächste Arbeit hat Ramus bereits im Hinterkopf: Die Lichtanlagen auf Volksfesten.

„Kulturgut Volksfest. Architektur und Dekoration im Schaustellergewerbe“
Dr. phil. Margit Remus
2013, ca. 760, 1.300 Abbildungen
Verlag J. P. Bachem, Köln
98,00 Euro
ISBN 978-3-7616-2772-3

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