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Kölner Spatzenprojekt gewinnt UN-Auszeichnung

Das Kölner Spatzenprojekt „Ganz Köln im Spatzenfieber“ wird Anfang kommender Woche in Frankfurt am Main eine ganz besondere Auszeichnung erhalten. Es wird das Jahresprojekt 2017 der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

Köln | Die Auszeichnung wird am kommenden Montag an Bürgermeister Dr. Ralf Heinen und Projektleiterin Bettina Küchenhoff verliehen. Die Fachjury würdigt damit das „vorbildliche Engagement der Stadt und ihrer Partnerorganisationen für die Naturvielfalt im urbanen Raum. Überreicht wird die dazugehörige Urkunde von Dr. Elsa Nickel, Leiterin der Abteilung Naturschutz und nachhaltige Naturentwicklung im Bundesumweltministerium.

Spatzen, oder auch Haussperlinge, sind im Laufe der vergangenen Jahre nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit nach und nach so stark zurückgegangen, dass sie inzwischen als bedroht gelten. Hauptgrund für die sinkende Anzahl sind nach Meinung von Experten die fehlenden Nist- und Brutmöglichkeiten in den Städten. Auch das Nahrungsangebot für die Kleinvögel ist begrenzt, es fehlt an Futterpflanzen. Insekten sowie Trink- und Badeplätzen.

Initiative 2015 gegründet

Um das zu ändern, haben die Kölner die Initiative ergriffen und sorgen seit 2015 mit zahlreichen beispielhaften Aktionen dafür, die Lebensbedingungen des Sympathieträgers in der Domstadt zu verbessern. Die Maßnahmen sollen dabei nicht nur den Spatzen zugute kommen, sondern die biologische Vielfalt in der Stadt insgesamt stärken. Mitmachaktionen und Informationsmaterialien sollen die Kölnerinnen und Kölner zudem anregen, eigene Maßnahmen umzusetzen. Das können beispielsweise das Aufhängen von Nisthilfen sein oder die Pflanzung geeigneter Futterpflanzen wie Hirse und Sonnenblumen oder das Einrichten einer Futterstelle.

Das Jahresprojekt wird von der Fachjury der UN-Dekade Biologische Vielfalt aus dem Kreis der Projekte des Monats des betreffenden Jahres gewählt. Der städtischen Initiative unter Federführung des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz ist es nach Auffassung der Jury der UN-Dekade besonders gut gelungen, Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Organisationen und Institutionen in die Aktivitäten einzubinden. Dazu gehören neben den Ortsverbänden der Naturschutzorganisationen NABU und BUND auch die Kölner Uni, die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Zoo Köln, die Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) und die Victor F. Rolff Stiftung.

Unter anderem wurden die Schulhöfe an zehn Kölner Schulen spatzengerecht umgestaltet. Ein daraus abgeleiteter Projektleitfaden soll anderen Schulen als Anregung und Beispiel dienen. In Zusammenarbeit mit dem NABU Köln, entstanden zudem eine Wanderausstellung, ein Fotowettbewerb und ein Jahreskalender zum Thema Spatzen. Für Kinder wurde das Lesebuch „Willi der Spatz" entwickelt und an allen Kölner Grundschulen kostenlos verteilt. Eine eigene Internetseite mit weiteren Informationen zum Haussperling runden das Angebot ab.

Mit der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 ruft die Staatengemeinschaft die Weltöffentlichkeit auf, sich stärker für die biologische Vielfalt einzusetzen. Sie will die Bedeutung der Biodiversität für unser Leben und Wirtschaften bewusster machen und persönliches Handeln zum Schutz und Erhalt der Vielfalt der Arten, Lebensräume und Gene anstoßen. Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde.

In Deutschland werden im Rahmen der UN-Dekade Projekte und Beiträge ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzen. Zusätzlich zum regulären Wettbewerb zeichnet die UN-Dekade seit 2017 im Rahmen des Sonderwettbewerbs "Soziale Natur – Natur für alle" auch vorbildliche Projekte aus, die das soziale Miteinander fördern und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.

Bewerben können sich Einzelpersonen oder -initiativen, institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen und Unternehmen sowie staatliche und nicht-staatliche Organisationen. Die Bewerbung erfolgt über die Webseite der UN-Dekade. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury.

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