Panorama Panorama Köln

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JVA-Leiterin Angela Wotzlaw und Monika Kleine, Geschäftsführerin SkF e.V. freuen sich über die neuen Spielsachen

Neue Spielsachen für mehr Alltag in der Kölner JVA

Köln | Ab sofort stehen den inhaftierten Müttern und ihren Kindern in der Justizvollzugsanstalt Köln (JVA) neue Spielsachen zur Verfügung. Sie sollen  im Gefängnis ein bisschen Normalität und Alltag schaffen und die Besuche erleichtern. Organisiert wurde das von dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF e.V.)

3 Stunden Zeit für Mutter und Kind

Rund 150 inhaftierte Frauen in der JVA-Ossendorf haben bereits Kinder. Treffen können sie diese in den so genannten Langzeitbesuchsräumen. Die erinnern derzeit allerdings mehr an  Besprechungsraum als an ein Kinderzimmer. Die Mütter können dort drei Stunden unbeaufsichtigt mit ihren Kindern spielen, ihnen vorlesen und sich über die alltäglichen Dinge des Lebens austauschen. Das fällt den Frauen nicht immer leicht, wie Monika Kleine, Geschäftsführerin von dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF e.V.) weiß. Denn die meisten Frauen müssten die Kommunikation mit ihrem Kind erst noch lernen. Wo sich Kind und Mutter normalerweise über ihre Erlebnisse des Tages austauschen, wird bei dem Kontakt zwischen den Frauen und ihren Kinder die Interaktion häufig durch die Scham der Frauen gebremst. „Um der Wortlosigkeit der Mütter entgegenzuwirken und ihnen ein Medium der Kommunikation zur Verfügung zu stellen, sind Spielsachen unbedingt notwendig“, so Kleine.

„In der Gesellschaft ist es sehr schwierig Sponsoren und Spenden für das Wohl von Inhaftierten zu gewinnen“, sagte Kleine. Überzeugt werden konnte die Caritas, die über 800 Euro spendete. „In Zeiten, in denen nur unabdingbare Dinge gekauft werden dürfen, freuen wir uns über diese notwendige Spende“, so Angela Wotzlaw, Leiterin der JVA Köln. Von dem Geld der Caritas wurden Spielsachen für Kindern zwischen von 0 bis 12 Jahren erworben. Vom Bobby-Car über Malbüchern und Geschichten von Petterson und Findus ist alles dabei und kann in Zukunft von den Kindern genutzt werden.

„Hausfrauenfreigang“ für junge Mütter

In der JVA sind derzeit 300 Frauen inhaftiert. 60 Prozent der Frauen sind aufgrund von Missbrauch des Betäubungsmittelgesetztes oder Beschaffungskriminalität inhaftiert. Wer den Langzeitbesuchungsraum mit den damit verbundenen Lockerungen nutzen kann, wird nach strengen Vorgaben und in Kooperation mit dem Jugendamt entschieden. Dazu werden die Frauen rund drei bis neun Monate in Haft beobachtet. „Dazu gehören im Allgemeinen eine gute Führung und damit das Ausbleiben von gewalttätigen Übergriffen und Drogenmissbrauch“, so Angelika Linnartz, Leiterin der Frauenvollzugsanstalt. Die Langzeitbesuchsräume stehen den Frauen dann unabhängig von den normalen Besuchstagen einmal monatlich für drei Stunden zur Verfügung. Individuell kann von diesem Rhythmus auch abgewichen werden und unter anderem vor der geplanten Entlassung und Eingliederung in die Familie, auch wöchentlich genutzt werden.

Unter den Frauen befinden sich viele Jugendliche zwischen 14 bis 21 Jahren, die bereits Kinder haben, oder schwanger inhaftiert werden. Im letzten Jahr befanden sich insgesamt 36 schwangere Frauen im Vollzug. In diesem Jahr sind es bislang bereits 30 Frauen. Sie können eine Entlassung aus dem geschlossenen Vollzug oder eine Haftunterbrechung beantragen. Diese Haftunterbrechung kann von dem Tag der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr andauern, um die Versorgung und die Mutter-Kind-Bindung zu sichern. Eine weitere Möglichkeit ist der sogenannte „Hausfrauenfreigang“. Während dieses Freiganges, der sich in der Regel an den Betreuungszeiten des Kindes orientiert, stellen die Frauen die Versorgung des Kindes sicher und können in dieser Zeit ein Stück Alltag mit ihrer Familie erleben. Bei einer Haftentlassung wird individuell entschieden, ob eine weitere Betreuung und Begleitung notwendig ist, oder den Frauen der Umgang mit ihren Kindern zugetraut wird. In der Einrichtung „Clearing-Wohnen für Schwangere und Mütter“ der SkF e.V. kann eine „Testphase“ stattfinden, in der in Kooperation mit dem Jugendamt, Pädagogen und Psychologen entschieden werden kann, ob den Frauen die notwendigen Kompetenzen für die Betreuung ihres Kindes zugesprochen werden können.

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