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Zugunglück in NRW: Erste Erkenntnisse zum Unfallhergang

Neuss | aktualisiert | Nach dem Zugunglück in NRW am Dienstagabend liegen erste Erkenntnisse zum Unfallhergang vor. "Der Güterzug hat rechtmäßig auf den Gleisen der Strecke gestanden", sagte Gerd Münnich von der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchungen der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe).

"Der Regionalzug hätte dieses Gleis nicht befahren dürfen. Es muss nun geklärt werden, wieso er das trotzdem gemacht hat", sagte Münnich. Ermittler der Bundesstelle haben bereits Beweise wie die Fahrtenschreiber gesichert. Bei dem Zusammenstoß zwischen einem Regionalzug und einem Güterzug auf der Strecke Krefeld-Neuss bei Meerbusch-Osterath wurden nach Angaben der Bundespolizei 47 Menschen verletzt, davon 41 leicht, drei mittelschwer und drei weitere Personen schwer.

Bericht: Fehler in der Fahrdienstleitung Ursache für Zugunglück

Das Zugunglück in Meerbusch-Osterath mit neun Schwerverletzten geht vermutlich auf einen Fehler der Fahrdienstleitung zurück. Das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" berichtet unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass dem Lokführer der Regionalbahn über Zugfunk mündlich die Erlaubnis zur Weiterfahrt erteilt wurde, obwohl sein Streckensignal auf Halt stand. Kurz darauf prallte der Regionalexpress des privaten Zugbetreibers National Express Rail auf den Güterzug, der aber bereits losgefahren war – hätte er noch gestanden, wäre der Aufprall trotz der Notbremsung des Lokführers im Regionalzug deutlich heftiger ausgefallen.

Die Ermittler befassen sich jetzt vor allem mit der Frage, warum der Fahrdienstleiter die vom Güterzug besetzte Strecke freigab. Dabei dürfte besonders der Verdacht interessieren, dass die vergebenen Zugnummern fehlerhaft eingetragen waren. Und es deswegen übersehen werden konnte, dass zwei Züge sich im selben Blockabschnitt befinden.

Ob der Lokführer des Regionalexpress von sich aus die Schnellbremse gezogen hat oder ob er vom Fahrdienstleiter im letzten Moment einen entsprechenden Hinweis bekommen hat, wird jetzt ermittelt. "Wir tragen derzeit Beweismittel zusammen", bestätigte Gerd Münnich von der Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen (BEU) in Bonn dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".
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