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Zahl der Verkehrstoten in Europa erstmals seit 2001 wieder gestiegen

Brüssel | Die Zahl der Verkehrstoten in der Europäischen Union ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2001 wieder gestiegen. Im Jahr 2015 sind in der EU insgesamt 26.000 Menschen durch Verkehrsunfälle ums Leben gekommen, berichtet die "Welt" unter Berufung auf eine neue Statistik der EU-Kommission zur Straßenverkehrssicherheit, die die Behörde am Mittwoch (30. März 2016) der Öffentlichkeit vorlegen wird. Die Statistik liegt der "Welt" vor.

Wie es in der Statistik der EU-Kommission weiter heißt, sind im Jahr 2015 auf Europas Straßen 135.000 Schwerverletzte gezählt worden - die meisten von ihnen waren laut Brüsseler Kommissionsbehörde Fußgänger, Fahrradfahrer oder ältere Menschen. Insgesamt kommen die EU-Staaten bei der Reduzierung tödlicher Verkehrsunfälle laut Kommission nur stockend voran. Die Zahl der Verkehrstoten in der EU ist seit 2010 (31.500 Verkehrstote) bisher lediglich um 17 Prozent zurückgegangen.

Damit droht die Europäische Union das selbst gesteckte Ziel, die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2010 und 2020 zu halbieren, deutlich zu verfehlen. Laut neuer EU-Statistik wurden in allen 28 EU-Mitgliedsländern im Jahr 2015 durchschnittlich 51,5 Verkehrstote pro eine Million Einwohner verzeichnet (2014: 51). Deutschland hatte im vergangenen Jahr 43 Verkehrstote pro eine Million Einwohner (2010: 45; 2014: 42) zu beklagen und liegt damit unter dem europäischen Durchschnitt.

Allerdings ist Deutschland nach Angaben der EU-Kommission vom Ziel einer Halbierung der Verkehrstoten bis 2020 noch weit entfernt. Die meisten tödlichen Verkehrsunfälle gab es 2015 in Bulgarien, Rumänien (jeweils 95 Verkehrstote pro eine Million Einwohner) und Lettland (94). Die wenigsten Verkehrstoten pro eine Million Einwohner verzeichneten im vergangenen Jahr Malta (26), Schweden (27), die Niederlande (28) und Großbritannien (29).

Die meisten Menschen starben laut EU-Statistik im Jahr 2015 auf Straßen in ländlichen Gegenden (55 Prozent), 38 Prozent im Stadtverkehr und nur sieben Prozent auf Autobahnen. 76 Prozent der Opfer im Straßenverkehr sind Männer. Hintergrund: Im Sommer 2010 legte Brüssel Leitlinien für mehr Straßenverkehrssicherheit im Zeitraum 2011 bis 2020 vor. Wichtigste Maßnahmen sind dabei, schwächere Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger oder Radfahrer, zu schützen, die Fahrausbildung der Verkehrsteilnehmer zu verbessern, die Verkehrsvorschriften konsequent durchzusetzen und eine sichere Infrastruktur im Straßenverkehr zu garantieren.

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