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Alkohol und radeln: Ein Kölsch geht noch oder nicht?

Köln | Der Sommer ist da, viele Menschen setzen sich an den Aachener Weiher und genießen die lauen Abende. Unter ihnen ist auch Lena. Sie ist mit ihren Freundinnen im Biergarten verabredet, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen. Nach drei Kölsch merkt sie langsam, dass der Alkohol ihr doch bei der Sonne schon zusetzt.

Aber der Abend ist ja noch lang und ein Kölsch geht noch, denkt die junge Studentin. Zwei Stunden später hat Lena dann doch noch zwei weitere Biergläser ausgetrunken. Als die Gruppe sich auflöst und alle nach Hause fahren wollen, will Lena gerade auf ihr Fahrrad steigen, als sie kurz innehält. Darf sie jetzt überhaupt noch Fahrrad fahren?

Wer kennt es nicht, dass man sich nach einem Abend mit reichlich Bier, Wein oder anderen alkoholischen Drinks, noch schnell auf den Drahtesel schwingt und nach Hause fährt? Das geht ja auch viel schneller und kostet nichts. Doch vielen Menschen sind die Konsequenzen nicht klar, die Alkohol am (Fahrrad)Lenker mit sich bringen.

Unfälle mit alkoholisierten Radfahrern

Grundsätzlich wird immer wieder die Beeinflussung von Alkohol auf Körper und Geist unterschätzt. Oft heißt es, ein Kölsch geht noch. Dabei vergessen viele, dass nach einem Bier oder einer Weinschorle die Sinne bereits leicht benebelt sind und die Reaktionsfähigkeit abnimmt. Laut einer Studie des statischen Bundesamtes kam es 2016 hier in Deutschland zu 3.556 Unfällen, in die alkoholisierte Fahrradfahrer involviert waren. Das sind 26,3 Prozent aller Verkehrsunfälle, die unter Alkoholeinfluss zu Stande gekommen sind. Nach Polizeiaussage verursachten 2017 alleine in Köln 75 alkoholisierte Radfahrer einen Unfall.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit alkoholisierten Fahrradfahrern ist seit 1991 relativ beständig mit dem Höchstwert von 4.977 Unfällen 2005 und dagegen 3.589 Unfällen im Jahr 2010. Vergleichsweise stark hat sich die Anzahl der Verkehrsunfälle alkoholisierter Pkw-Fahrer reduziert. Da waren es 1991 noch 30.458 und 2016 nur noch 7.734 Unfälle. Ein Grund hierfür kann das Absenken der Promillegrenze sein. Seit 2001 gilt ein Autofahrer bereits ab 0,5 Promille (vorher: 0,8 Promille) als absolut fahruntüchtig. Es besteht also eine Differenz von 1,1 Promille zwischen der absoluten Fahruntüchtigkeit zwischen Rad- und Autofahrern.

Die Promillegrenze und ihre Konsequenzen

Fakt ist, dass es auch für Radfahrer eine beziehungsweise sogar zwei Alkoholgrenzen gibt. Laut Polizei kann ein Radfahrer ab einem Blutalkoholkonzentrat von 0,3 Promille bereits relativ fahruntüchtig sein. Die absolute Fahruntauglichkeit tritt bei Radlern jedoch erst ab einem Blutalkoholkonzentrat von 1,6 Promille ein. Beim Überschreiten dieser Promillegrenzen macht sich auch der Radfahrer gemäß § 316 StGB der Trunkenheit im Straßenverkehr strafbar.

Wer sich auffällig benimmt, andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder sogar einen Unfall verursacht, begeht auch mit einem Promillewert unter 1,6 bereits eine Straftat. Laut dem Bußgeldkatalog 2018 drohen dem Radfahrer ab 0,3 Promille auch eine Strafanzeige, meistens zwei Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg und eine Geldstrafe. Sollte der Promillewert bei 1,6 Promille oder sogar darüber liegen, wird Strafanzeige gestellt, aus zwei werden drei Punkte im Verkehrszentralregister und die Geldstrafe kann die Höhe des eigenen Nettomonatgehalts betragen.

Was ist mit dem Führerschein?

Laut Polizei Köln kann diese bei einem Radfahrer den Führerschein nicht beschlagnahmen, ein Richter könne im Urteil jedoch als Nebenstrafe sehr wohl die Fahrerlaubnis entziehen. Außerdem kann es sein, dass der Radfahrer sich der medizinisch-psychologischen Untersuchung, kurz MPU, unterziehen muss. Außerdem gilt für Fahranfänger, die noch in ihrer Probezeit sind, die 0,0 Promillegrenze nicht nur beim Autofahren, sondern auch beim Radfahren.

Genau das fällt Lena gerade ein, als sie auf ihr Rad steigen will. Letztens hat sie sich aus Interesse noch mit ihrer Freundin zusammen über das Thema Radfahren und Alkohol informiert. Sie schiebt ihr Rad also zur nächsten Straßenbahnhaltestelle und fährt mit der KVB nach Hause. Mit dem Studententicket kann sie ihr Fahrrad unter der Woche ab 19 Uhr und am Wochenende sowie Feiertagen kostenlos mitnehmen. So kommt Lena heil zu Hause an. Sie hat sich nicht strafbar gemacht, keinen Unfall verursacht und weder sich selbst noch andere gefährdet.

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