Panorama Rad

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Zwei Geisterräder auf dem Weg zu ihrem traurigen Bestimmungsort bei einem "Ride of Silence" in Köln.

Geisterräder erinnern an getötete Kölner Radfahrer

Köln | Ein komplett weiß lackiertes Fahrrad steht auf dem Auenweg in Köln Deutz. Es ist ein Mahnmal für die 2015 verunglückte Radfahrerin Miriam S. (19), die Opfer eines illegalen Autorennens wurde. Das weiße Fahrrad ist ein Geisterrad, aufgestellt bei einem „Ride of Silence“.

Die Fahrräder haben etwas Beklemmendes und fast schon Gespenstisches. Miriam, die junge Studentin saß in Deutz auf ihrem Fahrrad, als sie einer der Wagen erfasste und tödlich verletzte.

Solche tragischen Unfälle sind schon lange keine Seltenheit mehr. Köln führt in NRW seit Jahren die erschreckende Statistik der getöteten Fahrradfahrer an. Laut Aussage der Polizei Köln wurden Jahr 2017 insgesamt 1.870  Radfahrer verletzt, darunter 255 Schwerverletzte und zwei Todesfälle. Im aktuellen Jahr ereigneten sich bereits 494 Radunfälle in Köln. 40 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Woran liegt das? Christoph Schmidt, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), erklärt die Verkehrssituation für Fahrradfahrer in Köln für mangelhaft. Zu schmale Radwege, ungünstig geschaltete Ampeln und ein hohes Niveau bei den gefahrenen Geschwindigkeiten erhöhen das Risiko in der Stadt zunehmend. Schmidt fordert schärfere Kontrollen, um Raser und Falschparker daran zu hindern andere Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr zu gefährden.

Der ADFC stelllt seit einigen Jahren die weißen Räder im Gedenken an die zahlreichen toten Radfahrer als Mahnung für alle Verkehrsteilnehmer auf. In Köln passiert dies seit vier Jahren im Rahmen des „Ride of Silence“. Die erste Gedenkfahrt unter diesem Namen fand in Dallas, Texas statt. Freunde eines verunglückten Fahrradfahrers organisierten diesen zur Erinnerung und Mahnung. Seitdem findet dieser jährlich, immer am dritten Mittwoch im Mai statt in vielen Städten auf er Welt statt. Der „Ride of Silence“ fand zunächst in weiteren US-Städten statt und verbreitete sich später in Städten auf der ganzen Welt. In Deutschland wurde 2015 die erste Gedenkfahrt in Osnabrück organisiert, noch im selben Jahr schlossen sich einige Städte an, darunter auch Köln. Trotz starken Regens beteiligten sich dieses Jahr fast 300 Menschen am „Ride of Silence“. Gemeinsam wurden einige Standorte von Geisterrädern besucht und ein neues aufgestellt. Dieses ist Monika gewidmet. Die 65-jährige Kölnerin wurde an einem freilaufenden Rechtsabbieger an der Boltensternstraße von einem LKW überrollt und getötet.

Christoph Schmidt ist sich sicher: „Das Fahrrad Fahren in Köln muss in Zukunft sicherer werden.“ Mittlerweile wird der ADFC durch Angehörige der Opfer unterstützt. Die Mutter der verstorbenen Miriam S. besucht regelmäßig Schulen im Kölner Raum, um junge Erwachsene für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren.

Aktuell stehen in Köln rund 20 Geisterräder, manche von den aufgestellten Mahnmalen wurden auf Wunsch der Angehörigen der Unfallopfer wieder abgebaut – zu schlimm erinnern sie an den Verlust des geliebten Menschen. Sie sind stille Zeugen des Leids und mahnen alle Verkehrsteilnehmer zu gegenseitiger Rücksichtnahme und Vorsicht.

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