Panorama Wellness, Spa & Reisen

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Der Ulmer Spatz ist ein Wahrzeichen der Stadt. | Fotos: Arianne Günther

Städtetour: Spätzlehobel und Kehrwoche - Der bunte Kosmos von Ulm

Köln | Eine Sightseeing-Tour durch das „Städele“ Ulm lässt tief in die schwäbische Seele blicken. Der knapp 120.000 Einwohner zählende Ort an der Donau eignet sich allerliebst zum Herumlaufen und Auskundschaften. Zusätzliche Angebote bietet Neu-Ulm, die bayerische Schwesterstadt mit über 50.000 Bewohnern. Zumindest was die Sichtweise angeht. Das Schönste an Neu-Ulm, so sagt man, ist der Blick auf Ulm. Auf den höchsten Kirchturm der Welt beispielsweise. Der Ulmer Münster (www.ulmer-muenster.de) hat mit 161,53 Metern doch tatsächlich vier Meter mehr als der Kölner Dom. Die Ulmer waren schon damals zielstrebige Häusle- pardon Münster-Bauer und haben, auch dies eine Legende, mit der Fertigstellung ihrer Kirche gewartet, bis die Kölner ihr Werk beendet hatten. Der Grundstein des gotischen Sakralbaus, der größte evangelische in Deutschland, wurde 1377 gelegt. Aus derselben historischen Periode stammt das Ulmer Rathaus von 1370.

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Altes Wasserrad im Gerber- und Fischerviertel.

Superlative und Donau-Schwaben

In Ulm findet sich außerdem die höchste Kneipendichte Deutschlands. 586 Wirtshäuser gibt es momentan im Städtchen. Ein Haushaltswaren-Laden der eigenen Superlative, der „Abt“, liegt in bester Lage am Münsterplatz. Auf 5.000 Quadratmetern türmt sich das umfangreiche Warensortiment. Der sagenhafte Spätzlehobel und die Wischutensilien für die institutionalisierte kleine und große Kehrwoche winken als Markenbotschafter am Rande der schwäbischen Alb. Ulm mag dem Besucher vielleicht etwas konservativ erscheinen. Dabei wird durch Vollbeschäftigung in den ungefähr 12.500 angesiedelten Unternehmen, darunter Weltmarktführer, ein gehobener Lifestyle sichtbar. Fußgängerzone und Geschäfte brummen vor Quirligkeit. Anfang des 18 Jahrhunderts sahen die Zeiten karger aus. Es fand die große Auswanderungswelle der Donau-Schwaben statt. Weil Siedlung und Land zu wenig zum Leben hergaben, wurden Mensch und Tier auf den berühmten „Donau-Schachteln“ in die ungarischen Grenzregionen verfrachtet. Hier sollte auf eigenen Parzellen ein Neuanfang vollzogen werden. Natürlich ging der gar nicht einfach über die Bühne sprich Donau. Aufzeichnungen über die Strapazen der Vorbereitungen und Reise sind im Donauschwäbischen Zentralmuseum (www.dzm-museum.de) zu sehen. Ein gutes Jahrhundert später hielten napoleonische Truppen Einzug in Ulm. Zeugnis davon bieten viele Bauwerke mit wehrhaftem Charakter wie etwa die Wilhelmsburg hoch über der Stadt.

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Blick auf die Blau, an der das schiefste Haus von Ulm liegt.

Donau, Blau, Iller und Mini-Venedig

Darüber hinaus lohnt es sich in jedem Fall, die verträumte Seite von Ulm aufzuspüren. Der Spaziergänger kann einfach zu den idyllischen Flecken im Gerber- und Fischerviertel flanieren. Die mehr oder weniger verwinkelten bis schiefen Fachwerkhäuser entlang der Brücken an der Mündung des Flusses Blau in die Donau machen das Herz weit. Man denkt sich ins romantische Mini-Venedig in baden-württembergischer Provinz. Die Donau mit ihren Nebenflüssen Blau und Iller kreierte peripher die Ulmer Namensgebung, denn das Gebiet war ursprünglich Sumpfland. Durch die mittelhochdeutsche Lautverschiebung wurde aus „Sumpf“ das jetzige „Ulm“. Als Gast fühlt man sich heutzutage in der Ordnung der lebendigen, modernen Universitätsstadt mit traditionsreicher Geschichte sofort sehr wohl.

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Das imposante Kirchenschiff des Ulmer Münster.

Anreise von Köln nach Ulm
Mit dem Auto benötigt man im Idealfall für die 451 Kilometer lange Strecke um die vier Stunden und 15 Minuten von Köln aus, wenn man über die A3, A5 und A8 fährt, also über Stuttgart, Karlsruhe und Frankfurt am Main. Alternativ gibt es die mit 496 Kilometern um 45 Kilometer etwas längere Strecke über die A3 und A7. Hierfür sollte man mindestens 4 Stunden und 47 Minuten einplanen.

Wer mit der Bahn anreist und die direkte ICE-Verbindung wählt, der fährt von Köln nach Ulm Hauptbahnhof rund 3:13 Stunden.

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In der Hochgotik wurde der Grundstein für das Rathaus gelegt.

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Hinweis der Redaktion: Den Wochenendaufenthalt zur Recherche ermöglichte das Maritim Hotel Ulm (www.maritim.de/de/hotels/deutschland/hotel-ulm/uebersicht), das mit bester Lage an der Donau fußläufig zur Altstadt angesiedelt ist. Seine Direktorin Heike Schober kommt aus dem hohen Norden, weiß aber die schwäbische Lebensqualität seit vielen Jahren zu schätzen. Ihr Wunsch ist es, dass Ulm mehr Leute „auf der Karte“ haben und es nicht bei Fahrten z.B. ins Allgäu „links“ liegenlassen.

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