Politik Nachrichten Politik Deutschland

schultz_31052015g

Arbeitsmarkt: Clement wirft Schulz Unkenntnis vor

Berlin | Der ehemalige Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement widerspricht dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz in der Analyse des Arbeitsmarktes und wirft ihm Unkenntnis vor. "Es ist nicht die Arbeitsmarkt-, sondern die Bildungspolitik, die die prekären Arbeitsverhältnisse in der Berufswelt hervorbringt", schreibt Clement in einem Beitrag für das "Handelsblatt". "Ergo hilft das derzeitige regulatorische Herumfummeln an den Arbeitsmarktinstrumenten nichts."

Wahr sei, dass die meisten der Arbeitslosen aus sogenannten "bildungsfernen Schichten" stammten. "Die allermeisten sind Jugendliche aus Zuwandererfamilien, die aber teils schon hierzulande geboren wurden. Nicht wenige kommen aber auch aus anderen, sozial schwachen Familien oder auch aus Familien, die gar nicht mehr existieren."

Die Politik, so Clement, müsse daraus zwei Lehren ziehen: Erstens seien in Deutschland die Bildungschancen nicht gerecht, "sondern offensichtlich extrem ungerecht verteilt". Und zum zweiten "führt diese Ungerechtigkeit dazu, dass schon unser Bildungssystem vorentscheidet, wer später im Arbeitsleben mit einiger Wahrscheinlichkeit scheitern wird. Es sind ganz überwiegend Kinder und Heranwachsende aus den sozial schwachen Schichtungen unseres Landes."

Die Politik, führt Clement aus, müsse hier eine "entschlossene Reform unseres Bildungswesens" starten. "Die Bedeutung dieser wichtigsten Reformaufgabe, der wir uns stellen müssen, wird noch deutlicher, wenn man sich vor Augen hält, dass im Bildungssystem nicht nur die Chancengerechtigkeit, sondern zugleich unsere Zukunftsfähigkeit auf dem Spiel steht." In Zeiten "der digitalen Disruptionen" müsse es darum gehen, "möglichst alle Schülerinnen und Schüler wie Aus- und Weiterzubildende mit dem Wissen und Können auszustatten, das sie befähigt, mit der künstlichen Intelligenz zu arbeiten", so Clement.

Zurück zur Rubrik Politik Deutschland

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Politik Deutschland

Berlin | Bundestagespräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Unionsparteien eindringlich davor gewarnt, ihren Flüchtlingsstreit auf die Spitze zu treiben. Wenn Horst Seehofer versuchen würde, seinen "Masterplan Migration" gegen die Richtlinienkompetenz der Kanzlerin umzusetzen, habe Angela Merkel nicht einmal mehr Bedenkzeit, sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe). "Wenn in dieser Frage ein Minister anders als die Kanzlerin entscheiden würde, hat sie aus der Würde ihres Amtes heraus keine Wahl."

München | Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) beharrt vor dem EU-Sondergipfel am Sonntag auf der geplanten Abweisung von Flüchtlingen an den deutschen Grenzen. "Im letzten Jahr haben wir in Deutschland 40.000 Flüchtlinge registriert, die schon in anderen Ländern einen Asylantrag gestellt haben. Wir brauchen jetzt eine eindeutige Regelung, wie man diese Antrags-Touristen an den Grenzen abweisen kann", sagte Herrmann der "Bild am Sonntag".

fluechtlinge_pixabay_24062018

Berlin | Viele Asylsuchende zieht es innerhalb der Europäischen Union (EU) weiterhin nach Deutschland. "Ein großer Teil der in Griechenland aufhältigen beziehungsweise neu ankommenden Migranten strebt eine Weiterreise nach West- oder Nordeuropa an", sagte eine Sprecherin des Innenministeriums der "Welt am Sonntag". Das Land sei "nach wie vor ein wichtiges Drehkreuz der illegalen Migration nach Europa und ein Brennpunkt der Schleusungskriminalität".

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS