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Arbeitsmarkt: Clement wirft Schulz Unkenntnis vor

Berlin | Der ehemalige Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement widerspricht dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz in der Analyse des Arbeitsmarktes und wirft ihm Unkenntnis vor. "Es ist nicht die Arbeitsmarkt-, sondern die Bildungspolitik, die die prekären Arbeitsverhältnisse in der Berufswelt hervorbringt", schreibt Clement in einem Beitrag für das "Handelsblatt". "Ergo hilft das derzeitige regulatorische Herumfummeln an den Arbeitsmarktinstrumenten nichts."

Wahr sei, dass die meisten der Arbeitslosen aus sogenannten "bildungsfernen Schichten" stammten. "Die allermeisten sind Jugendliche aus Zuwandererfamilien, die aber teils schon hierzulande geboren wurden. Nicht wenige kommen aber auch aus anderen, sozial schwachen Familien oder auch aus Familien, die gar nicht mehr existieren."

Die Politik, so Clement, müsse daraus zwei Lehren ziehen: Erstens seien in Deutschland die Bildungschancen nicht gerecht, "sondern offensichtlich extrem ungerecht verteilt". Und zum zweiten "führt diese Ungerechtigkeit dazu, dass schon unser Bildungssystem vorentscheidet, wer später im Arbeitsleben mit einiger Wahrscheinlichkeit scheitern wird. Es sind ganz überwiegend Kinder und Heranwachsende aus den sozial schwachen Schichtungen unseres Landes."

Die Politik, führt Clement aus, müsse hier eine "entschlossene Reform unseres Bildungswesens" starten. "Die Bedeutung dieser wichtigsten Reformaufgabe, der wir uns stellen müssen, wird noch deutlicher, wenn man sich vor Augen hält, dass im Bildungssystem nicht nur die Chancengerechtigkeit, sondern zugleich unsere Zukunftsfähigkeit auf dem Spiel steht." In Zeiten "der digitalen Disruptionen" müsse es darum gehen, "möglichst alle Schülerinnen und Schüler wie Aus- und Weiterzubildende mit dem Wissen und Können auszustatten, das sie befähigt, mit der künstlichen Intelligenz zu arbeiten", so Clement.

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