Politik Nachrichten Politik Deutschland

putin_FredericLegrandCOMEO_shutterstock_01022018a

Aufbauhilfe für Syrien: Kritik und Lob für Putins Vorstoß

Berlin | Mehrere deutsche Außenpolitiker verschiedener Parteien haben den Vorstoß des russischen Präsidenten Wladimir Putin scharf kritisiert, der Europa zur Wiederaufbauhilfe in Syrien aufgefordert hatte - von der AfD gab es aber Lob. "Das angegriffene Nervenkostüm in der Union führt dazu, dass die Bundeskanzlerin international schwach und erpressbar wirkt. Für einen aggressiven Machtspieler wie Putin ist das eine Einladung", sagte der außenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, der "Welt".

Putin wolle deshalb "nicht nur in Syrien Siegerbedingungen formulieren, sondern er will auch erreichen, dass wir den Wiederaufbau für die Orte finanzieren, die er kaputtgebombt hat". Putin hatte Europa im Rahmen seines Treffens mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstag in Meseberg zur Hilfe beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur in Syrien aufgerufen. Der Präsident verknüpfte diesen Vorstoß mit der Aussicht auf die Rückkehr von Flüchtlingen aus Europa und den syrischen Nachbarländern Jordanien, Libanon und Türkei in ihre Heimat.

Nouripour betonte, viele Flüchtlinge seien nicht nur vor dem Krieg geflohen, sondern vor konkreter politischer Verfolgung. "Wenn wir Europäer uns am Wiederaufbau beteiligen, dann müssen wir das als Hebel verstehen, auch bei der Formulierung der Nachkriegsordnung ein Wort mitzureden", forderte Nouripour. Ob Assad Teil einer solchen Friedenslösung sein kann, müssten die Syrer entscheiden - nicht Berlin oder Moskau.

"Mir fehlt allerdings die Fantasie, wie eine Aussöhnung aussehen kann mit einem Mann, der Symbolfigur ist für Fassbomben, Chemiewaffeneinsätze und Ruinen." Ähnlich äußerte sich FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff. "Es kann nicht unser Interesse sein, dem Assad-Regime zu helfen", sagte Lambsdorff der "Welt". Russland sei mit seinen militärischen Operationen finanziell an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gegangen und könne deshalb beim Wiederaufbau keine große Rolle spielen.

"Das darf aber nicht dazu führen, dass wir die von Russland kaputtgebombten Straßen wieder instandsetzen, über die Assads Schergen dann zurückkehrende Flüchtlinge in die Folterkeller verschleppen." Statt Putins Vorschlag naiv zu folgen, müsse Deutschland konkrete Forderungen an Russland stellen. "Putin hat mehrfach gesagt, dass er nicht an Assad als Person hängt, sondern dass er ein stabiles Syrien mit gesicherter Staatlichkeit gesichert will", so Lambsdorff. "Es ist jetzt an ihm, einen politischen Übergangsprozess in eine Nachkriegsordnung vorzubereiten, an deren Ende eine Zukunft für Syrien ohne den Assad-Clan steht." Nils Schmid, außenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, forderte die Aufarbeitung der Kriegsverbrechen und die Einbeziehung der syrischen Opposition bei Verhandlungen über eine Friedensordnung.

"Die Flüchtlinge werden nur zurückkehren, wenn sie nicht befürchten müssen, politisch verfolgt und durch Enteignung ihres Hab und Guts wirtschaftlich ausgegrenzt zu werden", sagte Schmid der "Welt". Wiederaufbauhilfe von der EU könne es nur geben, wenn die politischen Voraussetzungen dafür vorliegen. Skepsis äußerte auch sein Unionskollege Jürgen Hardt (CDU). "Assad hat in den letzten Jahren so viele Leben der eigenen Bevölkerung zerstört, dass an einen Frieden unter seinem Regime nicht zu denken ist." Eine Rolle des Regimes im Rahmen des Genfer Friedensprozesses könne "allenfalls übergangsweise" akzeptiert werden. Der außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Armin-Paul Hampel, nannte Putins Vorstoß hingegen "vernünftig". "Denn entsprechend den Zielen unserer Asylpolitik muss es unser Ziel sein, eine Situation zu schaffen, die die Rückkehr der Flüchtlinge ihre Heimat ermöglicht", sagte Hampel.

"Dazu müssen wir natürlich auch mit Assad verhandeln, ob es uns gefällt oder nicht." Allerdings müssten ihm klare Garantien abverlangt werden, dass die Rückkehrer keine politische Verfolgung oder gar Enteignung zu befürchten hätten.

Zurück zur Rubrik Politik Deutschland

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Politik Deutschland

Berlin | AfD-Partei- und Fraktionschef Alexander Gauland geht nach den jüngsten Enthüllungen in der Spendenaffäre offenbar auf Distanz zu Alice Weidel. "Wir haben morgen Gelegenheit, im Bundesvorstand darüber zu sprechen - und am Montag in der Fraktion", antwortete Gauland auf eine Anfrage der "Bild", ob Weidel jetzt noch als Co-Fraktionsvorsitzende zu halten sei. Für die Sitzung der AfD-Bundestagsfraktion am Montag gibt es nach Informationen der "Bild" Bestrebungen von Abgeordneten, einen Antrag auf vorzeitige Neuwahl des Fraktionsvorstandes zu stellen.

Lübeck | Die aussichtsreichen Kandidaten für den Vorsitz der CDU haben sich am Donnerstagabend in Lübeck auf der ersten von acht geplanten Regionalkonferenzen gemeinsam der Parteibasis vorgestellt. Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn, lieferten sich dabei einen ersten Schlagabtausch. "Diese Partei lebt und sie will diskutieren und sie will nach vorne gehen", sagte Kramp-Karrenbauer zum Auftakt der Veranstaltung.

alice_weidel_13082017

Berlin | AfD-Fraktionschefin Alice Weidel gerät wegen der möglicherweise illegalen Großspende aus der Schweiz partei- und fraktionsintern unter Erklärungsdruck. Das berichtet die "Bild". Demnach soll Weidel schon am Freitag dem in Magdeburg tagenden AfD-Bundesvorstand detailliert Auskunft über die Geldströme geben, die sie erhalten hat.

REPORT-K LIVESTREAM

banner_randspalte_report-k_montage

Verfolgen Sie das 1. Highligt der neuen Session 2019
Die Proklamation von Jan und Griet 2019 des Reiterkorps Jan von Werth im Report-K Livestream aus der Kölner Flora
Freitag 16. November 2018
Ab 20:20 Uhr

Report-K Karnevalsplauderei

karnevalsplauderei

Karnevalsplauderei 2018

Der Oktober ist die Zeit der Vorstellabende und der Künstler, die Ihre neuen Programme oder Titel zeigen. Report-K stellt rund 40 Künstler im Videointerview vor, jeden Tag ein anderer Redner, Band oder Musiker.

Mathias Nelles

Knubbelisch vum Klingelpütz

Hanak – Micha Hirsch

Volker Weininger – Der Sitzungspräsident

Thomas Cüpper – Et Klimpermännchen

Zwiegespräch – Botz un Bötzje

Ne joode Jung – Holger Quast

Cat Ballou

Druckluft – Dicke Backen

Planschemalöör

Beckendorfer Knallköpp

Schlappkappe

Ehrenamtspreis Köln 2018

ehrenamtspreis_zusammen_31082108neu_klein

Die Kölner Ehrenamtspreisträger 2018

In einer Multimedia-Reportagereihe beschäftigte sich report-K Redakteur Ralph Kruppa im Vorfeld des Kölner Ehrenamtstages am 2. September 2018 mit den Gewinnern des Ehrenamtspreises der Stadt Köln in den Kategorien Einzelpersonen und Vereine/Initiativen. Ergebnis ist eine Serie, die eine beeindruckende Vielfalt an Themen sowie einen Einblick in die Geschichten der einzelnen gewürdigten Persönlichkeiten zeigt.

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS

KARNEVAL NACHRICHTEN