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Bericht: Gauland geht in Spendenaffäre auf Distanz zu Weidel

Berlin | AfD-Partei- und Fraktionschef Alexander Gauland geht nach den jüngsten Enthüllungen in der Spendenaffäre offenbar auf Distanz zu Alice Weidel. "Wir haben morgen Gelegenheit, im Bundesvorstand darüber zu sprechen - und am Montag in der Fraktion", antwortete Gauland auf eine Anfrage der "Bild", ob Weidel jetzt noch als Co-Fraktionsvorsitzende zu halten sei. Für die Sitzung der AfD-Bundestagsfraktion am Montag gibt es nach Informationen der "Bild" Bestrebungen von Abgeordneten, einen Antrag auf vorzeitige Neuwahl des Fraktionsvorstandes zu stellen.

Gauland, der die Fraktion in einer Doppelspitze mit Weidel führt, würde einen solchen Beschluss nach Informationen der Zeitung nicht verhindern, wenn es dafür eine Mehrheit gebe. Gauland sieht demnach wegen der Affäre Gefahren für die Glaubwürdigkeit und das Profil der AfD. Am Mittwochabend hatte die Bundespartei überraschend mitgeteilt, dass Weidels Kreisverband Bodensee auch aus Belgien eine Großspende erhalten habe. In diesem Fall ging es den Angaben zufolge um 150.000 Euro.

Der Verband wollte mit der Bekanntgabe offenbar einer Veröffentlichung des Sachverhalts in Medien zuvorkommen. Das Geld sei zurücküberwiesen worden, hieß es. Zuvor war schon eine Großspende aus der Schweiz bekannt geworden.

Niederländer wundert sich über Rücküberweisung

Die niederländische Stiftung "Identiteit Europa" hat bestätigt, dem AfD-Kreisverband Bodensee im Februar 150.000 Euro überwiesen zu haben. Er habe das Geld als Spende überwiesen und drei Monate später wieder zurückerhalten, sagte der niederländische Direktor der Stiftung dem Nachrichtenportal T-Online. Er habe sich gewundert, dass die AfD das Geld zurückschicke, aber nicht nachgefragt.

Einen direkten Kontakt mit der AfD habe es nicht gegeben, sagte er. Der Direktor der Stiftung und seine Frau seien im niederländischen Handelsregister als Verantwortliche eingetragen, berichtet das Nachrichtenportal. Der Niederländer sagte aber, es gebe weitere Beteiligte, mit denen gesprochen werde.

Das seien aber schutzwürdige Belange der Stiftung. Er äußerte sich auch nicht zu den Motiven, wieso er der AfD das Geld zukommen lassen wollte. Die Stiftung war nach seinen Angaben 2015 eine Idee der Familie gewesen, um die nach ihrer Ansicht zu wenig öffentlich diskutierten Themen der Migration und der Identität Europas stärker zu beleuchten.

Das sei nicht aus politischem Interesse erfolgt. Weil über das Thema heute breit diskutiert werde, sei die Arbeit der Stiftung überflüssig geworden, so der Stiftungsdirektor. Eine mit ihr verbundene Internet-Seite sei seit Juli nicht mehr aktualisiert worden, berichtet das Nachrichtenportal.

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