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Bundesregierung fürchtet Schlechtreden des Fliegens

Berlin | Vor der ersten Nationalen Luftfahrtkonferenz am Mittwoch in Leipzig warnen Vertreter der Bundesregierung und der Wissenschaft vor einem Schlechtreden des Fliegens in Zeiten des Klimawandels. "Die Fokussierung auf das Fliegen in der aktuellen Klimaschutzdebatte greift mir zu kurz", sagte der Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek (CDU), den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Mittwochsausgaben). Er fliege nicht "aus Jux und Tollerei", sondern wenn es sein müsse.

"Bei großen Distanzen gibt es oft keine sinnvolle Alternative", so der CDU-Politiker weiter. Er halte nichts "von dem Begriff Flugscham, und die Buchungszahlen sprechen dafür, dass die meisten Deutschen das ähnlich sehen", sagte Jarzombek. Auch der für Luftfahrt zuständige Vorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Rolf Henke, warnte davor, den Flugverkehr zum alleinigen Sündenbock in der Klimadebatte zu erklären.

"Natürlich nehme ich wahr, dass derzeit sehr emotional über das Fliegen debattiert wird. Ich warne jedoch vor der Verteufelung des Luftverkehrs und Panikmache", sagte Henke. Derzeit liege der durch den Menschen mit dem Flugverkehr verursachte Anteil an der CO2-Belastung weltweit bei zwei Prozent.

"Wenn wir aber die heutigen Triebwerke mit denen von vor 20 Jahren vergleichen, sind sie erheblich leiser geworden, verbrauchen wesentlich weniger Kraftstoff und stoßen wesentlich weniger Schadstoffe aus. Der Luftverkehr ist durch seine bessere Auslastung außerdem enorm effizient geworden", so das DLR-Vorstandsmitglied weiter. Verdoppelung des Luftverkehrs bedeute "also nicht, dass sich auch die Umweltbelastung verdoppeln" werde.

Das Fliegen für geschäftliche Zwecke oder Urlaubsreisen genössen weiterhin große gesellschaftliche Akzeptanz. Gleichwohl müsse der CO2-Ausstoß der Flugzeuge sinken. "Die aktuelle Debatte empfinde ich als Aufforderung an Industrie und Forschung, hier besser zu werden als wir bereits sind", sagte Henke den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". "Unser Ziel ist das Zero-Emission-Aircraft – das Flugzeug, das keine Schadstoffe mehr ausstößt", so der für Luftfahrt zuständige DLR-Vorstand weiter. Jarzombek hob die Bedeutung des Luftverkehrs für den Wirtschaftsstandort Deutschland hervor. "Allein am Flugzeugbau hängen 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Wenn Sie Flughäfen und Airlines mit hinzurechnen, reden wir über fast eine Million Jobs", sagte er. "Gerade in diesen Zeiten", in denen viel über Klimaschutz diskutiert werde, "wird das gerne vergessen", so der CDU-Politiker weiter. Eine Strafabgabe für Inlandsflüge, wie sie nun von Umweltschützern gefordert wird, lehnte er ab. "Der Flugverkehr muss und wird in den kommenden Jahren noch weit mehr CO2 einsparen, aber er darf keine Sonderrolle haben, weder im Positiven noch im Negativen", sagte Jarzombek den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland".

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