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Screenshot der Pressekonferenz mit Armin Laschet am heutigen Tag

CDU-Gremien für Laschet als Kanzlerkandidat

Berlin | aktualisiert | CDU-Chef Armin Laschet kann im Wettbewerb um die Kanzlerkandidatur der Union auf die Unterstützung der Spitzengremien seiner Partei zählen. Das Meinungsbild in Präsidium und Vorstand sei "eindeutig" gewesen, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak am Montag in Berlin. "Es gibt breite Unterstützung für Armin Laschet als Kanzlerkandidaten von CDU und CSU." Umfrage von Montag: Nur zwölf Prozent für Laschet

Ein Beschluss sei zwar nicht gefasst worden, es sei aber "ein klares Votum" für Gespräche mit der CSU. Die Entscheidung müsse am Ende gemeinsam getroffen werden. Ziemiak beschwor Einigkeit mit der Schwesterpartei.

Das Verhältnis sei lange nicht mehr so gut gewesen, wie es aktuell sei. Laschet sagte unterdessen, dass sich fast jeder in den Gremien zu Wort gemeldet habe. Das gelte auch für diejenigen, die bei der Wahl des CDU-Vorsitzenden andere Kandidaten unterstützt hatten.

Mit Spannung wird erwartet, wie die CSU auf die Ergebnisse der CDU-Gremiensitzungen reagieren wird. Am Nachmittag ist eine CSU-Präsidiumssitzung geplant, im Anschluss will sich CSU-Chef Markus Söder öffentlich äußern. Sowohl Laschet als auch Söder hatten am Sonntag Interesse an der Kanzlerkandidatur der Union angemeldet.

Laschet kündigte an, "recht bald" das Gespräch mit Söder suchen zu wollen, um zu einer Entscheidung zu kommen. "Alle sind sich einig: Wir wollen eine schnelle Entscheidung", so Laschet.

CSU will um Kanzlerkandidatur kämpfen

Die CSU und ihr Parteichef Markus Söder wollen trotz des selbstbewussten Auftritts von CDU-Chef Armin Laschet am Montag die eigene Kanzlerkandidatur noch nicht aufgeben. Während Laschet eine Entscheidung noch am Montag andeutete, will sich Söder bei der K-Frage mehr Zeit lassen. "Ende der Woche werden wir uns zusammensetzen", sagte Söder laut Teilnehmerkreisen in der CSU-Präsidiumssitzung am Montagnachmittag.

Dies solle dann in größerer Runde stattfinden. Es solle "kein Hauruckverfahren" geben, wird Söder wörtlich zitiert. Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer (CSU) brachte gar eine Mitgliederbefragung der Unionsparteien ins Spiel.

Am Vormittag hatten sich die CDU-Spitzengremien mit deutlicher Mehrheit hinter Armin Laschet gestellt. Der hatte daraufhin offen die Kanzlerkandidatur eingefordert und angekündigt, noch am Montag Söder deswegen zu kontaktieren. Damit ist in der Union nun offen der Kampf der Schwesterparteien entbrannt.

Üblicherweise hat die CDU als größere Partei das erste Zugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur der Union, andererseits stärken alle Umfragen deutlich Söder den Rücken.

Machtkampf zwischen CDU und CSU offen entbrannt

Der Machtkampf zwischen CDU und CSU um die Kanzlerkandidatur der Union ist offen entbrannt. Nachdem das CDU-Präsidium Armin Laschet den Rücken stärkte, stellte sich das CSU-Präsidium am Montag einstimmig hinter Markus Söder. Laschet hatte eine Entscheidung in der K-Frage noch für Montag gefordert, Söder will nun in den nächsten Tagen noch weitere Beratungen.

"Heute ist nicht der Tag der Entscheidung", hieß es. Eine Mitgliederbefragung sei auch eine Möglichkeit, aber dafür sei die Zeit nun zu knapp, sagte Söder. Der bayerische Ministerpräsident hatte am Sonntag erstmals offen bekundet, Kanzlerkandidat der Union werden zu wollen, wenn eine breite Mehrheit in der CDU ihn unterstütze.

Zu einer "breiten Mehrheit" gehöre nicht nur eine Zustimmung im CDU-Präsidium, sondern auch in der Fraktion und den Landesverbänden, sagte Söder. In der Unionsfraktion kann er sich dank seines Vorsprungs in den Umfragen bessere Chancen ausrechnen, weil manche Bundestagsabgeordneten um ihr Mandat fürchten. Auch der Berliner CDU-Landesverband hatte sich für Söder als Kanzlerkandidat ausgesprochen, wie am Morgen bekannt wurde.

Umfrage von Montag: Nur zwölf Prozent für Laschet

Eine weitere Umfrage gibt CSU-Chef Markus Söder Rückenwind für seinen Kampf um die Spitzenkandidatur der Union. Nur zwölf Prozent der Bundesbürger sprechen sich für CDU-Chef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten aus, 46 Prozent wollen Söder. Die Umfrage wurde von Yougov im Auftrag des "Handelsblatts" (Dienstagausgabe) am Montag durchgeführt.

29 Prozent der Befragten wünschen sich einen anderen Kandidaten als Laschet oder Söder für die Kanzlerkandidatur. 13 Prozent der Befragten sind unschlüssig und wählten die Antwort "weiß nicht". Das Präsidium und der Vorstand der CDU hatten sich zuvor mehrheitlich für Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union ausgesprochen.

Das CSU-Präsidium seinerseits sprach sich am Montagnachmittag für Markus Söder als Spitzenkandidaten aus. Seit Wochen wurde über die Frage diskutiert, wer für die Union bei der Bundestagswahl antreten soll, Laschet oder CSU-Chef Söder. Seit Sonntag ringen beide nun öffentlich um die Kandidatur.

Söder will sich Dienstag in Bundestagsfraktion vorstellen

CSU-Chef Markus Söder will am Dienstag an der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktionam persönlich teilzunehmen, um dort über die Frage der Kanzlerkandidatur der Union zu sprechen. "Wenn der Wunsch besteht, bin ich gerne dort", sagte Söder der "Bild". Es hänge also vor allem von der Fraktion ab, ob er und sein Konkurrent um die Kandidatur, CDU-Chef Armin Laschet, teilnähmen.

Söder stellte erneut die hohe Bedeutung heraus, die nach seiner Überzeugung der Bundestagsfraktion bei der Entscheidung über die Kanzlerkandidatur zukommt. Deshalb habe er auch im Fraktionsvorstand am Sonntag seine Bereitschaft zur Kandidatur erklärt und nicht über die Medien oder in Parteigremien, "sondern bei denen, die auch Wahlkampf machen müssen". Für Abgeordnete aber gehe es dabei um den "Gewinn oder Verlust des Wahlkreises".

Wenn man auf aktuelle Umfragedaten schaue, sehe man, dass früher sichere schwarze Wahlkreise "jetzt grün im Süden, rot im Westen und blau im Osten" seien.

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