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DIW-Modellrechnung: Pendler profitieren von Klimapaket

Berlin | Von dem Klimapaket der Bundesregierung profitieren viele Pendler, selbst wenn sie Auto fahren. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" unter Berufung auf eine Modellrechnung von Stefan Bach, Steuerexperte am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Diese zeige, dass die höhere Pendlerpauschale für viele Autofahrer die Mehrkosten aus den neuen CO2-Preisen ausgleiche.

Wer mehr als 20 Kilometer Entfernung zur Arbeit hat, könne bis 2026 für jeden zusätzlichen Kilometer 5 Cent am Tag von der Steuer absetzen - so ist es geplant. Ein Polo-Fahrer mit geringem Einkommen werde im Jahr 2021 insgesamt entlastet, wenn er mehr als 28 Kilometer von der Arbeit weg wohnt, heißt es in der Modellrechnung. Mit der Zeit schrumpfe die Entlastung aber.

Schon im Jahr 2023 überwiege die Belastung durch den CO2-Preis bis zu einer Entfernung von 77 Kilometern. Wer mehr versteuert, könne auch mehr Steuern sparen: Ein Spitzenverdiener zum Beispiel werde im ersten Jahr schon ab einer Entfernung von 25 Kilometern entlastet, selbst wenn er ein großes BMW-X7-SUV fahre, heißt es in der Modellrechnung weiter. Gleichzeitig mache die geplante Abwrackprämie für Ölheizungen den Erwerb einer klimafreundlichen Heizungen attraktiv.

Ölheizung verboten

Wer eine alte Ölheizung durch ein neues, effizientes System ersetzt, solle 40 Prozent der Einbaukosten an den Staat abgeben können. "Durch die Abwrackprämie werden Wärmepumpen gegenüber Ölheizungen günstiger", sagte Johannes Wagner, Ökonom am Energiewirtschaftlichen Institut in Köln (EWI), der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Eine neue Ölheizung für ein Einfamilienhaus verursache laut seiner Modellrechnung künftig Kosten von 42.500 Euro für Einbau und Betrieb während einer Nutzungsdauer von 20 Jahren.

Eine Wärmepumpe schlage nur mit 33.000 Euro zu Buche. Allerdings müsse man oft die Hauswand dämmen, bevor man eine Wärmepumpe einbauen könne, heißt es in der Modellrechnung von Wagner. Neue Ölheizungen sind von 2026 an verboten. Auch Flugtickets sollen teurer werden. Eine höhere Luftverkehrssteuer soll dem Staat das Geld ersetzen, das durch eine Mehrwertsteuer-Senkung auf Bahntickets im Fernverkehr entsteht. Die Luftverkehrssteuer müsste dazu um rund 40 Prozent steigen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf eine eigene Überschlagsrechnung. Das wäre für innereuropäische Flüge eine Erhöhung von 7,38 Euro pro Ticket auf etwas über 10 Euro, für Langstrecken von 41,49 Euro auf knapp 60 Euro. Diese Zahlen gälten, falls der Aufschlag alle Steuersätze gleichmäßig treffe, berichtet die Zeitung weiter.

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