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Symbolbild Windkraft

Deutschland droht Ökostromziele zu verfehlen

Berlin | Deutschland droht seine für 2030 gesetzten Ziele zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu verfehlen. Nach Berechnungen des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) wird der Stromverbrauch in Deutschland bis 2030 auf 685 Terawattstunden steigen - von knapp 580 TWh im Jahr 2019. Das berichtet das "Handelsblatt".

Wegen des deutlich steigenden Bedarfs werden die erneuerbaren Energien damit nur 55 Prozent der Nachfrage decken. Das wäre deutlich weniger als der Anteil von 65 Prozent, den Deutschland aktuell anstrebt. "2030 droht in Deutschland eine Ökostromlücke", sagte EWI-Experte Max Gierkink.

Das Problem: Die Bundesregierung geht bisher von einer stabilen Nachfrage nach Strom von 580 TWh im Jahr 2030 aus. Bei einer Aufstockung des Zieles müsste sie auch die Pläne für den Ausbau von Windenergie und Photovoltaik deutlich anheben. Dass der Stromverbrauch bis 2030 in etwa gleich bleibe, sei "unrealistisch", sagte aber auch die Wirtschaftsweise Veronika Grimm dem "Handelsblatt".

"Es gibt gute Gründe, davon auszugehen, dass der Stromverbrauch in den kommenden Jahren deutlich steigt", sagte sie. "Auf dem Weg zur angestrebten Klimaneutralität bis 2050 werden strombasierte Anwendungen in verschiedenen Sektoren an Bedeutung gewinnen. Das beginnt bei der Wasserstoffelektrolyse, es betrifft Anwendungen in der Industrie, im Gebäudesektor und in der Mobilität. Das sorgt für steigenden Strombedarf", sagte Grimm. Grimm mahnte einen forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien an. "Wir müssen so ambitioniert wie möglich sein, wenn wir das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 erreichen wollen. In diesem Jahrzehnt stellen sich die Weichen", sagte sie.

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