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Forsa: FDP kann von Ausstieg nicht profitieren

Berlin | Forsa-Chef Manfred Güllner glaubt nicht, dass die FDP von ihrem Ausstieg aus den Jamaika-Sondierungen profitieren kann. "Unsere ersten Zahlen zeigen, dass sich die Präferenzen gar nicht so sehr verschieben - und dass die FDP von ihrem Ausstieg nicht profitiert, sondern im Vergleich zur Vorwoche sogar zwei Prozentpunkte verliert", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner der "Welt" (Dienstagausgabe). "Die FDP-Wähler haben die Partei gewählt, damit sie etwas tut - nicht, damit sie in der Opposition herumsitzt."

Bei allen Schwierigkeiten in einer solchen Viererkonstellation hätte die FDP in der Regierung zumindest die Chance gehabt, etwas zu erreichen, so Güllner weiter. "In der Opposition hat sie die nicht." Harte Kritik äußerte der Forsa-Chef an der SPD, die bislang eine Neuauflage der großen Koalition ausschließt.

Bei den Sozialdemokraten herrsche schon seit Längerem "ein kollektiver Irrsinn". Güllner kritisierte vor allem die "Erzählung", die große Koalition sei abgewählt worden. "Dass die SPD abgewählt wurde, hängt nicht mit der großen Koalition zusammen, sondern mit ihrem Erscheinungsbild, ihrer mangelnden Kompetenz und ihrem Kanzlerkandidaten, der sich nach anfänglichem Höhenflug als das entpuppte, was er immer war, nämlich Herr Schulz."

Sein Appell an die SPD sei die Rückkehr in die große Koalition, sagte Güllner. "Für das Land wäre das die beste Lösung. Die SPD könnte der Motor und die intellektuelle Kraft der Regierung sein - gerade weil Merkel eher abwartet und auf Sicht fährt."

Stattdessen sitze die Partei in der Opposition und wolle keine Verantwortung tragen. "Das ist die Tragik der deutschen Sozialdemokratie. Die haben offenbar ein Unregierbarkeitsgen." An einen Rückzug von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) glaubt Güllner nicht. "Unsere Umfragen zeigen, dass ihr das ganze Hickhack in den vergangenen Wochen überhaupt nicht geschadet hat", so Güllner. "In der Partei mag sie geschwächt sein, aber der Rückhalt bei den Wählern ist nach wie vor groß." Die andere Frage sei aber, was die Kanzlerin denke. "Wenn sie nur einen Hauch von Zweifel hat, sich das noch einmal anzutun, könnte sie jetzt natürlich die Chance nutzen und aussteigen." Dazu müsse es aber erst einmal einen Nachfolger geben. "Und da ist niemand in Sicht."

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