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Greenpeace-Aktion bei EM: Bayern lässt jetzt permanent Hubschrauber ums Stadion kreisen

München | Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verurteilt den Zwischenfall durch den Gleitschirmflieger im Münchner Olympiastadion kurz vor Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich.

Der "Bild" sagte Herrmann: "Es ist ausdrücklich für die Zeit der EM über der Allianz-Arena totales Flugverbot erlassen worden. Ich gehe davon aus, dass Greenpeace das auch gewusst hat. Ich kann nur nachdrücklich verurteilen, dass Greenpeace immer wieder solche verantwortungslosen Aktionen startet. Das hat mit wohlverstandenem Umweltschutz überhaupt nichts zu tun."

Herrmann betonte, man habe "aufgrund der Beschriftung `Greenpeace` davon abgesehen, dass Scharfschützen hier eingegriffen haben. Wenn die Polizei zu einer anderen Einschätzung gekommen wäre, dass es sich um einen Terroranschlag handeln könnte, dann hätte der Flieger die Aktion möglicherweise mit seinem Leben bezahlen müssen. Denn es wäre es in der Situation auch gerechtfertigt gewesen, dass die Polizei Schusswaffen zum Einsatz gebracht hätte. Es ist also in jeder Hinsicht völlig verantwortungslos, eine solche Aktion durchzuführen."

Man habe noch am Dienstagabend entschieden, dass einer der Hubschrauber, die unmittelbar in der Nähe positioniert seien, unmittelbar in der Luft präsent ist und ständig um das Stadion fliegt. Politiker von CDU und FDP forderten Konsequenzen für die Umweltorganisation. Protestaktionen müssten im Rahmen der Gesetze stattfinden.

"Wer wie Greenpeace aus billiger Effekthascherei Leib und Leben von Menschen gefährdet, schadet nicht nur dem wichtigen Anliegen Klimaschutz, sondern setzt auch seine Gemeinnützigkeit aufs Spiel", sagte der rechtspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Jan-Marco Luczak (CDU), dem "Handelsblatt". Luczak bezeichnete Greenpeace als "Wiederholungstäter" und forderte von den Umweltschützern eine "klare Distanzierung und Vorkehrungen, dass solche rechtswidrigen Aktionen sich nicht wiederholen".

Greenpeace habe in München "klar eine rote Linie überschritten und das nicht zum ersten Mal". Der FDP-Fraktionsvize Michael Theurer warf Greenpeace vor, "ohne Sinn und Verstand" Menschenleben gefährdet zu haben. Das sei auch schon bei der Farbaktion an der Berliner Siegessäule vor drei Jahren der Fall gewesen. "Eine solche Häufung an äußerst unschönen Vorkommnissen sollte dazu führen, dass die Gemeinnützigkeit dieses Vereins unter die Lupe genommen wird", sagte Theurer dem "Handelsblatt".

Kritik äußerte auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek. "Die Greenpeace-Aktion war, höflich gesagt, im höchsten Maße dämlich. Und leider auch gefährlich", sagte Janecek dem "Handelsblatt". Die Organisation habe damit dem Klimaschutz ein Bärendienst erwiesen. Konsequenzen für den Gemeinnützigkeits-Status lehnt Janecek ab. "Jetzt zu fordern, Greenpeace die Gemeinnützigkeit zu entziehen, folgt dem jahrelangen Muster von Teilen der Union, gegen unbequeme Umwelt-NGOs vorzugehen. Dem gilt es entschieden zu widersprechen."

Zur Greenpeace-Aktion vor dem EM-Spiel Deutschland-Frankreich erklärte Greenpeace-Sprecher Benjamin Stephan: "Wir entschuldigen uns dafür, dass diese Demonstration nicht wie geplant verlief und dass dabei offenbar jemand verletzt wurde. Das war nie unsere Absicht. Der Gleitschirm sollte über das Stadion fliegen und einen Latexball mit einer Protestbotschaft auf das Spielfeld sinken lassen. Technische Schwierigkeiten führten dazu, dass der Pilot zur Landung im Stadion gezwungen wurde. Wir bedauern zutiefst, dass dadurch Menschen in Gefahr gebracht und offenbar verletzt wurden.”

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