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Der SPD-Abgeordnete Karamba Diaby aus Halle bei einer Rede im Deutschen Bundestag. | Foto: Achim Melde/Deutscher Bundestag

Hallenser SPD-Abgeordneter Diaby fordert Gegenwehr im Internet

Halle (Saale) | Der SPD-Abgeordnete Karamba Diaby aus Halle (Saale) fordert nach dem rechtsextremen Anschlag in seiner Stadt mehr Engagement von der Zivilgesellschaft gegen rechten Hass. "Die Mehrheit der Hallenser mag für eine offene und solidarische Gesellschaft stehen, für Demokratie und Toleranz, das ja. Aber sie müssen sich dringend mehr in den sozialen Medien zur Wehr setzen", sagte er "Zeit-Online".

Mehr zum Anschlag von Halle:

10. Oktober: Täter wählte Synagoge als Ort geziehlt aus >

9. Oktober: Die Schüsse von Halle >

Da sei noch Luft nach oben. In sozialen Netzwerken werde die Grenze des Sagbaren überschritten, der Hass multipliziert. "Wenn Hass und Hetze dort verbreitet werden, und die Stimmen dagegen nicht laut genug sind, fühlen sich diese Leute bestätigt. Dann denken die: Wir sind die Mehrheit." Die Demokraten seien zu leise, obwohl sie die Mehrheit seien. "Sie müssen sich nur mehr in sozialen Medien zur Wehr setzen."

Den zunehmenden Hass und die Enthemmung in den sozialen Medien bekommt der Bundestagsabgeordnete ebenfalls zu spüren. "Ich bekomme in letzter Zeit immer mehr negative, beleidigende, rassistische Kommentare." Das gelte aber auch für den Bundestag, so Diaby: "Der Ton wird dort immer aggressiver und viele Reden gehen wiederum in sozialen Netzwerken viral."

Es sei wichtig, dass Politikerinnen und Politiker da widersprechen. Das sei aber auch ihr Job. "Glaubwürdiger, noch effektiver, ist es, wenn die Bürgerinnen und Bürger widersprechen, wenn es jemand freiwillig tut." Diaby lebt in dem Viertel, in dem der Terrorangriff am Mittwoch stattfand. "Wir wohnen ganz in der Nähe der Synagoge", sagte er "Zeit-Online". Er sei oft dort und regelmäßig in Kontakt mit der jüdischen Community, erst im Juni sei er beim Marsch des Lebens gegen Judenhass mit einem Transparent durch Halle gezogen. Antisemitismus hat der SPD-Politiker in Halle bislang kaum wahrgenommen. "Mir sind keine größeren Fälle von antisemitischen Angriffen bekannt." Es habe in Halle auch nie so starke rechte Bewegungen gegeben wie in anderen Städten. "Was auch an der starken Zivilgesellschaft liegt, die hier immer dagegenhält", sagte Diaby. Er hält es für Zufall, dass die Tat in Halle passierte. "Das hat sich der Attentäter eben so ausgesucht. Man muss davon ausgehen, denke ich, dass so etwas überall passieren kann."

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