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JU protestiert gegen Personalentscheidung von Kramp-Karrenbauer

Berlin | Annegret Kramp-Karrenbauer hat erneut Ärger mit der eigenen Parteijugend, denn der Plan der CDU-Chefin, ihren Vertrauten Nico Lange, zum Bundesgeschäftsführer der CDU zu befördern, stößt auf offenen Widerspruch in der "Jungen Union". In einem Brief des Berliner Landesverbandes, über den die "Welt" berichtet, heißt es, Nico Lange sei für "Fehler im Eurowahlkampf" verantwortlich und stehe dafür, dass der "Umgang mit unserer Generation" im Konrad-Adenauer-Haus nicht von Respekt geprägt sei. "Das macht ihn für uns als Bundesgeschäftsführer schlechthin untragbar. Wir fordern daher Sie, Frau Kramp-Karrenbauer, auf, ihm die so wichtige Position des Bundesgeschäftsführers nicht anzuvertrauen." Am Montag soll Lange dem CDU-Präsidium als neuer Bundesgeschäftsführer vorgeschlagen werden. Darüber hatte zuerst der "Spiegel" berichtet.

Pikant beim Protest der Jungen Union: Formell ist es Generalsekretär Paul Ziemiak, der Nico Lange vorschlagen wird. Ziemiak war bis zu seinem Aufstieg zum Generalsekretär im Dezember selbst Vorsitzender der Jungen Union. Nico Lange war der Autor der in der Nacht nach der Europawahl erstellten Wahlanalyse, die einem "vermeintlichen Rechtsruck" der Jungen Union einen Teil der Verantwortung für das schwache Wahlergebnis zuschrieb.

Lange war zuletzt auch von Vertretern des CDU-Wirtschaftsflügels kritisiert worden. Im Schreiben der Berliner Jungen Union Berlin an Kramp-Karrenbauer heißt es: "Ihr (der Jungen Union, d. Red.) auf diese Art und Weise vor den Kopf zu stoßen, zeugt von Unkenntnis und Arroganz gegenüber den Mitgliedern der Partei. Nico Lange missachtet das so wichtige verbindende Element der CDU."

Die Vorsitzende wird aufgefordert, einen anderen Bundesgeschäftsführer zu ernennen: "Der Nachfolger von Klaus Schüler muss der enormen Verantwortung gerecht werden und eine thematische und kommunikative Erneuerung in der CDU einleiten. Er darf nicht an der unzureichenden Parteiarbeit der letzten Monate beteiligt gewesen sein." Nach Informationen der "Welt" kursieren ähnliche Schreiben in weiteren Landesverbänden der Jungen Union. Bereits am vergangenen Wochenende hatten sechs Kreisverbände der Jungen Union in Hessen die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer aufgefordert, auf die Nominierung von Nico Lange zum neuen Bundesgeschäftsführer der CDU zu verzichten und ihn massiv kritisiert. Die JU-Kreisverbände Rheingau-Taunus, Offenbach-Land, Lahn-Dill, Darmstadt, Odenwald und Limburg hatten in einem Antrag an den Landesparteitag der Jungen Union Hessen geschrieben: "Wenn Nico Lange neuer Bundesgeschäftsführer der CDU werden würde, würde man den Bock zum Gärtner machen und das Wohl der Partei fahrlässig riskieren." Die Sitzungsleitung hatte über den Antrag aus Geschäftsordnungsgründen nicht abstimmen lassen.

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