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Symbolbild

Klimaeffekte für Landkreise und Städte vom Helmholtz-Zentrum Hereon skizziert

Geesthacht | Bis zum Ende des Jahrhunderts wird es in vielen Regionen Deutschlands mehr Hitzetage, mehr Trockentage und mehr Starkregen geben.

Forscher des Helmholtz-Zentrums Hereon haben erstmals Klimaausblicke bis zum Ende des 21. Jahrhunderts auf Landkreisebene erstellt, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben) vorab berichten. Demnach schreitet die globale Erderwärmung voran, die Folgen davon werden auch in Deutschland in Zukunft stärker spürbar sein.
Wie sich der Klimawandel konkret auf die einzelnen Regionen bis auf Landkreisebene auswirkt, zeigen die Forscher anhand von 17 Klimakennwerten, darunter Temperatur, Trockentage, Hitzetage, Windgeschwindigkeit oder Starkregentage. Dabei unterscheiden sie drei Zukunftsszenarien: Eines mit viel Klimaschutz, mäßigem Klimaschutz und eines ohne. Bei allen drei Szenarien wird aber laut Helmholtz-Zentrum Hereon das angestrebte Ziel des Pariser Klimaabkommens von nur 1,5 Grad Erderwärmung nicht mehr erreicht.

So zeigt etwa der Klimaausblick für den Landkreis Nordfriesland, dass bei einem weiterhin hohen Ausstoß von Emissionen bis zum Ende des Jahrhunderts schwüle Temperaturen, tropische Nächte, anhaltende Hitzeperioden und auch Starkregen zunehmen. In den Gebirgsregionen der Alpen oder des Schwarzwalds sei unter solchen Bedingungen eine besonders starke Erwärmung zu erwarten. "Ende des 21. Jahrhunderts würde es die Wälder in Deutschland, in der Zusammensetzung wie wir sie heute kennen, nicht mehr geben", sagte Diana Rechid, eine der drei Autoren der Klimaberichte des Climate Service Center Germany (GERICS), einer Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Hereon, den Funke-Zeitungen.

Das treffe gerade für die südlichen Regionen Deutschlands zu und betreffe Waldgebiete wie den Harz, Schwarzwald, bayerischen Wald und die Alpenregionen. Mit zunehmender Hitze verdunste mehr Wasser, zudem könne es längere Phasen der Trockenheit geben, da sich die Niederschläge anders über das Jahr verteilen. "All das wirkt sich nachteilig auf den Wald aus", so Rechid.

Bestimmte Arten würden an vielen Orten nicht überleben, wie die Fichte. "Die Fichte wird wegen ihrer flachen Wurzeln zum Beispiel nicht mehr an genügend Wasser herankommen Aber auch die Buche wird es schwer haben." Die Projektion der Helmholtz-Forscher und über die Auswirkungen des Klimawandels in 401 Landkreisen, Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland basiert auf 85 europaweit verfügbaren regionalen Klimasimulationen. Damit wurden die 17 Klima-Kennwerte berechnet, die Daten auf die Landkreise heruntergebrochen und visualisiert. Es wurde ein Jahr daran gearbeitet. Die Klimaausblicke sollen Bürgern und Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politik eine Faktenbasis für langfristige Entscheidungen bieten.

"Es gibt nach unseren Untersuchungen nicht einen einzigen Landkreis, bei dem alles beim Alten bliebe, falls sich die Emissionen weiterhin auf gleichem Level bewegen oder sogar noch steigen würden", sagte Diana Rechid. Die Frage sei vielmehr: "Was können wir durch wirksamen Klimaschutz vermeiden, und auf welche Veränderungen müssen wir uns auf alle Fälle vorbereiten", sagte die Helmholtz-Forscherin. Die steigenden Temperaturen hätten direkte Auswirkungen auf die Gesundheit, sie befördern im Sommer Kreislaufstörungen, Herzinfarkte und andere Krankheiten, die vermehrt auftreten könnten. Vor allem Ältere und Jüngere müssten unter diesen künftigen Bedingungen immer ausreichend Wasser trinken. Das hat aber auch stadtplanerische Konsequenzen: "Vor allem in den Städten muss man viele Bereiche schaffen, die im Schatten liegen. Spielplätze und öffentliche Plätze brauchen mehr Schutz vor der Sonne", sagte die Wissenschaftlerin. Es müssten Grün- und Wasserflächen angelegt werden, denn Wasser und Vegetation könnten durch Verdunstung einen kühlenden Effekt haben.

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