Politik Nachrichten Politik Deutschland

Braunkohlekraftwerk_2806201509

Klimaökonom Edenhofer: Debatte über Kohleausstieg überflüssig

Berlin | Klima-Ökonom Ottmar Edenhofer hält die Debatte über einen Kohleausstieg für überflüssig. Wenn es einen Mindestpreis für CO2 gäbe, bräuchten sich Grüne, Union und FDP "nicht mehr über einen Kohleausstieg zu streiten, der Markt würde die Aufgabe kosteneffizient erledigen", sagte der Chefökonomen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) dem "Handelsblatt" (Donnerstag).

Auf die Frage, ob man sich nicht auf ein bestimmtes Datum für den Kohleausstieg verständigen und wie von den Grünen gefordert besondere klimaschädliche Kohlekraftwerke sofort stilllegen müsse, sagte Edenhofer: "Nein. Der Ausstieg kommt ganz von allein, wenn andere Technologien im Vergleich zur Kohle preiswerter werden. Es muss allerdings auch bei den Jamaika-Verhandlungen klar sein, dass es ohne einen Kohleausstieg nicht geht – ob nun mit oder ohne festes Datum", sagte Edenhofer. Dieser zählt zu den prominentesten Verfechtern eines Mindestpreises für CO2.

"Ich finde es bemerkenswert, dass 101 Staaten weltweit so etwas wie eine CO2-Bepreisung in ihre freiwilligen Selbstverpflichtungen einspeisen wollen. Daraus ließe sich etwas machen", sagte Edenhofer mit Blick auf die am Montag beginnende Weltklimakonferenz in Bonn. Nach Überzeugung des Ökonomen bietet der Handel mit CO2-Zertifikaten eine gute Basis: "Für mich wäre ein ambitionierter Mindestpreis im europäischen Emissionshandel der beste Weg. Wenn der sich nicht umsetzen lässt, dann werden ordnungsrechtliche Schritte unvermeidbar, weil Deutschland seine Klimaziele sonst nicht erreichen kann", sage er.

"Ohne einen CO2-Preis lassen sich die Klimaziele nicht umsetzen", so Edenhofer. Deutschland könne in dieser Frage voran gehen, empfahl er: "Wir brauchen da nicht immer auf ganz Europa zu warten. Es würde in einem ersten Schritt ausreichen, gemeinsam mit einigen Ländern – etwa mit Frankreich, Schweden und den Niederlanden – einen Mindestpreis zu vereinbaren. Wenn ausreichend viele Länder mitmachen, würden andere mitziehen, da bin ich mir sicher."

Zurück zur Rubrik Politik Deutschland

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Politik Deutschland

andrea_nahles772013d

Berlin | SPD-Chefin Andrea Nahles hat eigene Fehler eingestanden, gleichzeitig aber auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) belastet. "Wir haben uns alle drei geirrt", sagte Nahles am Freitagnachmittag in einer kurzen Stellungnahme in Würzburg. Durch die Entscheidung, den bisherigen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen zum Staatssekretär zu befördern, sei Vertrauen in der Bevölkerung verspielt worden.

Magdeburg | Der sachsen-anhaltische AfD-Abgeordnete und Vorsitzende des deutschnationalen Vereins "Patriotische Plattform", Hans-Thomas Tillschneider, hat die Auflösung seines Vereins angekündigt. "Der Vorstand der Patriotischen Plattform hat mehrheitlich entschieden, bei der nächsten Mitgliederversammlung die Auflösung zu beantragen", sagte Tillschneider der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe). Die "Patriotische Plattform" habe sich "überlebt", sie sei in der Vergangenheit notwendig gewesen, um in der Zeit unter dem früheren Parteivorsitzenden Bernd Lucke die Gleichgesinnten in der Partei zu halten.

Berlin | Der Bundesrechnungshof übt scharfe Kritik an der Ausstattung der früheren Bundespräsidenten. In einem 44 Seiten umfassenden Prüfbericht, über den die "Bild" berichtet (Freitag), kritisiert die Behörde, bei den Ex-Staatsoberhäuptern habe sich ein Automatismus "lebenslanger Vollausstattung" entwickelt. Die bisherigen Ausgaberegeln würden sich nicht "an den Grundsätzen von Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit" orientieren, heißt es.

Ehrenamtspreis Köln 2018

ehrenamtspreis_zusammen_31082108neu_klein

Die Kölner Ehrenamtspreisträger 2018

In einer Multimedia-Reportagereihe beschäftigte sich report-K Redakteur Ralph Kruppa im Vorfeld des Kölner Ehrenamtstages am 2. September 2018 mit den Gewinnern des Ehrenamtspreises der Stadt Köln in den Kategorien Einzelpersonen und Vereine/Initiativen. Ergebnis ist eine Serie, die eine beeindruckende Vielfalt an Themen sowie einen Einblick in die Geschichten der einzelnen gewürdigten Persönlichkeiten zeigt.

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS

KARNEVAL NACHRICHTEN