Berlin | Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) hat die Union zu mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit den Grünen aufgefordert und verlangt eine härtere Auseinandersetzung. In einem Gastbeitrag für „Bild“ (Dienstagausgabe) schreibt Merz, eine Botschaft der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sei, Wähler hätten ein sehr gutes Gespür für „Glaubwürdigkeit“, wenn Themen und Person zusammenpassen.

„Deshalb braucht die CDU auch keine Angst zu haben vor den Grünen. Im Gegenteil. Die Grünen vertreten heute ganz überwiegend ein wohlhabendes Großstadtmilieu. Grün muss man sich leisten können. Die Union dagegen ist in der Breite der ganzen Bevölkerung aufgestellt.“ Gleichzeitig mahnte Merz mehr Unabhängigkeit von medialen Trends an: „Die Themen werden von den Menschen gesetzt, nicht von den Medien.

Reiner Haseloff hat auch deshalb ein so großes Vertrauen aufbauen können, weil er genau hingehört hat, was die Menschen wirklich bewegt und nicht was die Insider des Politikbetriebs für wichtig halten. Gender-Sprech und Identitätspolitik mögen in bestimmten Kreisen schick sein, die Bevölkerung hat ganz andere Sorgen.“ Merz, der bei der Wahl zum CDU-Vorsitz gegen Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) angetreten war und unterlag, sprach sich zudem für einen offensiven und konfrontativen Wahlkampf aus.

„Politik lebt vom Widerspruch und vom öffentlichen Streit. Anständig ausgetragen, nicht verletzend gegen Personen, aber trotzdem klar in der Sache. In der Demokratie bekommt niemand 100 Prozent. Beliebtheitswerte sind das eine, Respekt verschafft man sich aber nur mit einer klaren Meinung, die die Wählerinnen und Wähler verstehen, und die man teilen kann – oder eben auch nicht.“

Autor: dts