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Politologe sieht Merz am Ende

Berlin | Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Klaus Schroeder hat sich CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz mit seiner Kritik an der Verschiebung des Bundesparteitags selbst ins Aus geschossen.

"Er hat sich selbst ausgetrickst. Beim Sport würde man sagen, Friedrich Merz kann duschen gehen, für ihn ist das Spiel vorbei. Einem alten Polit-Profi hätte so etwas nicht passieren dürfen", sagte Schroeder dem Nachrichtenportal Watson.

"Er hätte seine Kritik nicht öffentlich machen sollen. Das war eine Verzweiflungstat. Wenn man anfängt, die Partei zu spalten und öffentlich zu diskutieren, schlägt das immer auf einen selbst zurück." Merz sei beliebt bei der Basis, aber mit dem Partei-Establishment habe er es sich nun verscherzt, so der Experte. Die Kritik von Merz, die Verschiebung habe nur parteitaktische Gründe, teilt Schroeder allerdings: "Armin Laschet will wohl Zeit gewinnen im Rennen um die Kanzlerkandidatur. Sein Herausforderer heißt hier aber nicht Friedrich Merz, sondern Markus Söder.

Aktuell liegt er in Umfragen weit hinter dem Bayerischen Ministerpräsidenten." Laschet wolle von einem möglichen Impfstoff im Frühjahr profitieren, der sich wohl positiv auf Laschets Umfragewerte auswirken könne.

Die Begründung, das Infektionsgeschehen in Berlin mache einen Parteitag nicht möglich, hält Schroeder für unglaubwürdig: "Union Berlin spielt ja auch noch vor 4.500 Zuschauern. So gesehen kann man sich schon fragen, warum kein Parteitag mit 1.001 Delegierten stattfinden kann."

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