Politik Nachrichten Politik Deutschland

prost_pixabay_16042021

Symbolbild

Verband bemängelt Unterstützung für Sexarbeiter in Pandemie

Berlin | Der Berufsverband erotische & sexuelle Dienstleistungen (BesD) vermisst in der Coronakrise politische Fürsprecher für Sexarbeiter. "Wir sind die ersten, die im Lockdown schließen müssen und die letzten, die wieder arbeiten dürfen, auch wenn wir faktisch nicht mehr oder weniger Viren übertragen", sagte Sprecher André Nolte dem Nachrichtenportal Watson. "Wir ziehen den Kürzeren, weil wir keine große Lobby haben und nicht salonfähig sind", so Nolte, der selbst Sexarbeiter ist.

"Kaum ein Politiker würde sich hinstellen und sagen, er habe sich mit uns zusammengesetzt, wie sie es mit Friseuren tun." Im Zuge des ersten Lockdowns wurden sexuelle Dienstleistungen ab März 2020 verboten. Die lange Berufspause unter Corona käme einigen Politkern mitunter ganz recht, vermutet der Sprecher: "Ich glaube, viele würden Sexarbeit gerne ganz verbieten, einige Politiker sagen das ja auch ganz offen. Da geht es nicht um tatsächliche Infektionswege oder die Sicherheit der Sexworker, sondern um Moral." Denn Sex-Kauf fände auch unter Corona weiterhin statt, nur eben im Verborgenen. Im Zweifelsfall stünden Schwarzarbeiter mit Gewalterfahrungen alleine da, würden sich nicht an die Polizei wenden: "Sie trauen sich nicht, Hilfe anzunehmen, weil sie derzeit eine kriminelle Handlung begehen und dementsprechend Angst vor Bußgeldern oder Abschiebung haben", sagte der Branchenvertreter.

"Diese Menschen sind ausgeliefert." Ein größeres, strukturelles Problem erwartet die Branche, wenn die Bordelle nach und nach pleitegehen, warnt der Verband. "Das ist verheerend für die Branche", warnte Nolte.

"Denn die Bordelle stellen eine wichtige Infrastruktur für viele Sexworker dar." Dort stünden Securitys, Reinigungskräfte und Rezeptionen zur Verfügung, um Hygiene- und Sicherheitskonzepte umzusetzen. Sexworker, die Bordelle gewöhnt wären und nun spontan auf Hausbesuche ausweichen, brächten sich in Gefahr, so Nolte: "Was, wenn eine unerfahrene Sexworkerin heimlich einen Hausbesuch zusagt, zum Kunden fährt und dann sitzen da plötzlich zwei Typen statt einem?"

Zurück zur Rubrik Politik Deutschland

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Politik Deutschland

Berlin | ARD und ZDF planen für den 12. September ein TV-Triell der Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen. In einem 90-minütigen Format sollen Annalena Baerbock (Grüne), Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) miteinander diskutieren, teilten ARD und ZDF am Mittwoch mit. Die Sendung werde von Maybrit Illner (ZDF) und Oliver Köhr (ARD) moderiert.

impfen_12052021_pixabay

München/Stuttgart | Im Rahmen der Corona-Impfkampagne heben die ersten Bundesländer die Impfpriorisierung bei den niedergelassenen Ärzten auf. Neben den Hausarztpraxen in Baden-Württemberg soll dies übereinstimmenden Medienberichten zufolge ab Montag auch in Bayern gelten. Die neue Regelung soll demnach bei allen Impfstoffen greifen.

Karlsruhe | Das Arbeitsschutzkontrollgesetz, mit dem die Bundesregierung vor allem die Arbeitsbedingungen in der Fleischbranche verbessern wollte, landet vor dem Bundesverfassungsgericht. Vier Unternehmer aus der Zeitarbeitsbranche legen an diesem Mittwoch Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe ein, berichtet das "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe). Grund ist das mit dem Gesetz eingeführte weitgehende Verbot des Einsatzes von Zeitarbeitnehmern in der Schlachtung und Zerlegung.

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >