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Holger Czukay (1938-2017), Bassist und Mitbegründer von „Can“, wie er in der U-Bahn-Station Appellhofplatz verewigt wurde. Foto: ehu

Holger-Czukay-Preis für Popmusik: Das normale Knirschen zwischen Verwaltung und Politik

Köln | Die Verwaltung hatte eine Idee: Der neu geschaffene Holger-Czukay-Preis für Popmusik sollte die Kölner Szene ins bundesweite Licht rücken. Schon Ende Oktober sollte er – benannt nach dem Mitbegründer der legendären Band Can und mit 15.000 Euro dotiert – erstmals verliehen werden. Doch dieses ehrgeizige Ziel ist gefährdet, weil die Politik bei der Vergabe mitmischen will.

Nun ist das nichts Ungewöhnliches, schließlich muss die Politik das Geld bewilligen und auch in anderen Kölner Preis-Jurys sitzen ihre Vertreter. So erteilten sie im Kulturausschuss Ende des Vormonats der Verwaltungsvorlage eine Absage, die keine Politik-Vertreter in der Jury vorsah. Stattdessen beschlossen sie, das jede im Ausschuss vertreten Fraktion einen Vertreter entsendet. Also SPD, CDU, Grüne, Linke und FDP.

Auf einer Sondersitzung am Dienstag nun sollten die Vertreter benannt werden. Die Grünen baten um Verschiebung, sie hätten aus Zeitgründen noch nicht beschließen können. Das aber hätte den Zeitplan der Stadt in Gefahr gebracht. Eine erste, für den 4. Juli Sitzung geplante Jury-Sitzung war schon geplatzt. Ob die nächste – für Anfang September geplant – stattfinden kann?

Stadt sieht „Alleinstellung“ der Preisverleihung gefährdet

Till Kniola, Fachreferent für Pop-Musik, sieht den Zeitplan in Gefahr. Die erste Preisverleihung hat man für den 31. Oktober geplant – Zusammen mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Gebäude 9. „Der richtige Rahmen“, sagte Kniola, auch von der Oberbürgermeisterin habe es schon das o.k. gegeben. Und zwei Monate müsse man einem künftigen Preisträger geben, um die Preis-Annahme in seinen Termin-Kalender einbauen zu können. Gegen den von den Grünen vorgebrachten Vorschlag, den Preis im Rahmen der c/o pop zu verleihen, spreche, dass dann auch popNRW-Preis verliehen werde. Da ginge die Kölner Auszeichnung unter. Möglich sei als Rahmen auch die Cologne Music Week, da müsse man aber bis 2020 warten.

Dann die Einigung: Die Fraktionen nennen ihre Vertreten bis zum 4. August dem dann tagenden Hauptausschuss. Der wird sie dann bestätigen. Und welch Überraschung: Die Grünen benennen Peter Sörries, ihren sachkundigen Einwohner im Kulturausschuss, die SPD Manfred Post, ihren sachkundigen Einwohner und Ex-Pop-Beauftragter der Stadt. Die CDU schickt Janning Trumann, Vorstandsmitglied der Kölner Jazzkonferenz. FDP und Linke überlegen noch.

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