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Das Roulette soll sich auch bald in Köln drehen.

Köln soll Spielbank bekommen

Köln | Der Hauptausschuss des Landtags Nordrhein-Westfalen hat entschieden, die Zahl der Spielbanken landesweit von vier auf fünf zu erhöhen. Dabei deuten alle Zeichen darauf hin, dass Köln der Standort für das neue staatliche Casino wird. Dies teilte der Fraktionsvorsitzende der SPD im Kölner Rat und Landtagsabgeordneter Martin Börschel heute mit.

Nachdem der Hauptausschuss des Landtages gestern auf Antrag von SPD und Grünen entschied, dass das Land Nordrhein-Westfalen neben den bestehenden sogenannten öffentlichen Spielbanken in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund und Duisburg eine fünfte Spielbank bekommen soll, beginnen nun die Spekulationen um den Standort.

Da bereits seit mehreren Jahrzehnten im Landtag darum gerungen worden sei, eine solche Erweiterung durchzusetzen, gebe es bei bei der Westspiel-Gruppe, dem Lizenznehmer und Betreiber der bisherigen Casinos, schon konkrete Pläne für einen neuen Standort, so Börschel. Man habe sich bereits schon vorbereitet. Dabei werde nach eingehenden Erhebungen im gesamten NRW-Gebiet die Rheinschiene mit Düsseldorf, Köln und Bonn favorisiert. Aufgrund der zentralen Lage innerhalb dieses bevorzugten Gebietes sei Köln dabei erste Wahl für den Standort einer neuen Spielbank.

Diese könnte dann ähnliche Ausmaße wie die Spielbank Duisburg annehmen, sowohl was den Umsatz als auch die räumliche Ausdehnung betrifft. Börschel geht von einer Größe von 6.000 Quadratmetern und einem jährlichen Gewinn von 40 Millionen Euro aus, woran die Stadt Köln mit einem Anteil von 12 Prozent, also rund 5 Millionen Euro jährlich beteiligt wäre. Rund 200 Beschäftigte würde für den Betrieb einer Spielbank dieser Größe benötigt. Spekulationen darüber, dass eventuell die Kölner Flora das neue Casino beherbergen könnte, erteilte Börschel eine klare Absage. "Die Flora ist Westspiel bereits zu dezentral und zu schlecht angebunden." Mögliche Standorte seien hingegen entlang der Ringe und im linksrheinischen Stadtzentrum denkbar.

Sollte die noch ausstehende Änderung des Gesetzes über die Zulassung öffentlicher Spielbanken im Land Nordrhein-Westfalen (Spielbankgesetz NRW - SpielbG NRW) noch bis Dezember verabschiedet worden sein, so wäre eine Eröffnung des neuen Casinos bis 2014 realisierbar, so Börschels Antwort auf die Frage der Vorlaufzeit. Dabei sei auch ein „Start im kleineren Rahmen“, einer anfänglichen Fläche von 1.500 Quadratmetern und späteren Erweiterung durchaus denkbar.

Der Entschluss sei auch ein weiterer wichtiger Schritt gegen das illegale Glücksspiel, betonte Börschel. „Eine weitere öffentliche Spielbank ist eine gute Maßnahme, die Kanalisierung weg vom illegalen und hin zu einem staatlich regulierten und kontrollierbaren Alternativbetrieb zu bewerkstelligen.“

Seitens anderer Ratsfraktionen Kölns gab es bereits erste Stimmen. So erklärte der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln, Ralph Sterck: „Ich gratuliere meinem Kollegen Martin Börschel zu diesem Coup. Meine entsprechenden Anstrengungen vor 20 Jahren mit unserem damaligen Landtagsabgeordneten und vor fünf Jahren mit unserem früheren Innenminister waren leider nicht so erfolgreich.“ Aber es zeige, so Sterck weiter, wie dick manche Bretter zu bohren seien.

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