Politik Nachrichten Politik Köln

merkel_2017b

Kölner Wahlforscher analysieren Bundestagswahl

Köln | Wo unterscheiden sich die Kölner Ergebnisse der Bundestagswahl vom gesamtdeutschen Ergebnis? Und wer hat in Köln wen gewählt. Schon am Montag legten die Mitarbeiter des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik erste Analysen vor.

Wahlsonntag, 20:13 Uhr: Schon 90 Prozent aller Kölner Stimmbezirke sind ausgezählt. „Ein neuer Rekord“, strahlt Wahlamtsleiter Wolfgang Heintz. Um 0:20 Uhr konnte er dann das vorläufige Endergebnisse verkünden. Das endgültige dauert noch etwa 14 Tage: So lange werden alle Unterlagen der 1.045 Stimmbezirk rechnerisch und inhaltlich – etwa hinsichtlich von gemeldeten „Auffälligkeiten“ – geprüft. Erste Analysen wurden jetzt schon vorgelegt.

Zunächst die reinen Zahlen im Vergleich: Die Wahlbeteiligung lag in Köln bei 75,6, gegenüber der Bundestagswahl 2009 eine Steigerung um 3,3 Prozent. Deutschlandweit lag sie bei 76,2 (plus 4,2 Prozent). Wahlsieger CDU erhielt in Köln 26,4 Prozent der Stimmen (CDU/CSU im Bund: 33 Prozent), SPD 23 (20,5), Grüne 13,6 (9,2), Die Linke 11,5 (9,2), FDP 13,8 (10,7), AfD 7,2 (12,6).

Betrachtet man Gewinne und Verluste, ergibt sich Folgendes: In Köln verlor die CDU 6,6 Prozent (Bund: minus 8,5 Prozent), SPD minus 6,8 (minus 5,2), Grüne minus 0,5 (plus 0,8), Linke plus 3,4 (plus 0,3), FDP plus 7,8 (plus 5,9), AfD plus 3,7 (plus 7,9).

Wer hat in Köln AfD gewählt?

Der größte Unterschied zum bundesweiten Ergebnis ist sicher das vergleichsweise schlechte Abschneiden der AfD. Wer hat sie in Köln gewählt? Ihre Hochburgen hat sie mit Stimmanteilen von rund 14 Prozent in Chorweiler, Gremberghoven, Seeberg und Vingst – sozialen Brennpunkten, die unter anderem gekennzeichnet sind durch viele Bewohner mit Migrationshintergrund, Hartz-IV-Empfänger und solche, die unterhalb der Armutsgrenze leben. In Chorweiler schnitt – eine Ausnahme – auch die SPD mit 29 Prozent gut ab.

Gleichzeitig sind die Hochburgen der AfD auch die Gebiete mit der geringsten Wahlbeteiligung (60 Prozent und weniger), wobei hier die Wahlbeteiligung gegenüber den vorigen Wahlen anstieg. Es war also die rechtspopulistische bis rechtsextreme AfD, die im Wesentlichen die Wahlbeteiligung nach oben trieb. Acht von zehn ihrer neuen Wähler waren vorher nicht zur Wahl gegangen – insgesamt rund 17.000. 3.900 bisherige SPD-Wähler konnte sie auf ihre Seite ziehen, von der CDU 2.900. Gleichzeitig gab sie aber auch 3.400 Stimmen an die FDP ab.

Wo sind welche Parteien am stärksten?

Die FDP – der heimliche Gewinner in Köln – hatte ihre höchsten Stimmanteile (mehr als 19 Prozent) dort, wo auch die CDU stark war (mehr als 34 Prozent), unter anderem in Hahnwald, Lindenthal, Junkersdorf und Rodenkirchen. Sie legte um 10 Prozent oder mehr da zu, wo die CDU entsprechend stark verloren hat.

Die CDU hat (siehe FDP) hohe Stimmenanteile da, wo auch die FDP stark ist, ihre geringsten Rückgänge verzeichnet sie da, wo DIE LINKE zulegte – in Nippes, Ehrenfeld, Neustadt-Süd, Kalk, Neuehrenfeld und Mülheim. Stadtteile, in den die Grünen einmal besonders stark waren.

Bei der SPD gibt es kaum Überschneidungen mit anderen Parteien, allerdings hat sie ihre höchsten Stimmanteile (29 Prozent) in Nichtwählergebieten (Wahlbeteiligung unter 46 Prozent): Vingst, Buchforst, Gremberghoven, Höhenberg und Chorweiler. Den wenigsten Zuspruch (unter 17 Prozent) fand sie in Hahnwald, Junkersdorf, Marienburg, Müngersdorf und Lindenthal – da, wo CDU und FDP besonders stark sind. Überdurchschnittliche Rückgänge gab es in ehemals „grünen“ und in rechtsrheinischen, sozial eher schwachen Gebieten.

Zwischen Grünen und Linken gab es in Nippes, Ehrenfeld, Neustadt-Süd, Neustadt-Nord, Klettenberg, Sülz, Neuehrenfeld und Altstadt-Süd ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dabei lag der Stimmanteil in den Hochburgen beider Parteien für die Grünen zwischen 17,5 und 22,8 Prozent, für DIE LINKE zwischen 14,8 und 19,8 Prozent. Die Linke legt vor allem in Ehrenfeld, Neustadt-Süd und Kalk zu, wo die Grünen stärker verloren.

Wie wurde von einer Partei zur anderen gewechselt?

Die Wählerwanderung berechneten die Wahlanalysten wie folgt. Danach erhielt die CDU im Saldo von der SPD 4.400 Stimmen. Mit 25.900 verlor sie die meisten an die FDP, 2.900 an die AfD, 2.400 ihrer Wähler blieben am Sonntag zu Hause. Die SPD verlor an alle Parteien: 8.400 wechselten zur LINKEN, 8.000 zur FDP, 5.300 zu den Grünen, 4.400 wechselten zur CDU, 3.900 zur AfD.

Die Stimmenzahl der Grünen blieb unverändert. Sie verlor an DIE LINKE 4.900 Stimmen, an die FDP 3.100. Im Saldo erhielt sie von der SPD 5.300, von der CDU 900 und von der AfD 300. 1.400 Nichtwähler entschieden sich diesmal für die Grünen. 40 Prozent ihres Zuwachses der LINKEN kamen von der SPD (8.400 Stimmen), von Grünen und Nichtwählern kam jeweils rund ein Viertel (4.900 beziehungsweise 4.300).

Die FDP geann ausnahmslos vona allen Parteien: Mehr als die Hälfte ihres Zugewinns kam von der CDU (25.900 Stimmen), fast ein Fünftel von der SPD (8.000). Von der AfD zog sie 3.400 Stimmen ab, von den Grünen 3.100. Außerdem konnte sie 3.300 Nichtwähler überzeugen, an die Urne zu gehen.

Zurück zur Rubrik Politik Köln

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Politik Köln

polizei_gewalt_212012020

Köln | Die Kölner Gruppen von Grüner Jugend, Jusos und linksjugend ['solid] kritisieren die Polizeiarbeit bei den Einsätzen rund um die Kundgebungen vor dem WDR am Appellhofplatz aus Anlass der Kritik an der Satire „Oma ist ne alte Umweltsau“. Sie fordern eine parlamentarische Untersuchung der Vorgänge am 4. Januar.

D_Polizei_20150902

Köln | aktualisiert | Jetzt ist der Schuss von Porz ein überregionales Thema. Nachdem sich der CDU-Generalsekretär Paul Ziemniak dazu äußerte. Er veröffentlichte sogar den Namen des mutmasslichen Schützen und Kölner CDU Beirksvertreters. Kölner Medien zogen nach, auch wenn der Kölner Medienanwalt Ralf Höcker gegen die Veröffentlichung des Namens vorgeht. Jetzt äußern sich die Kölner Grünen und die CDU, die sich im Kölner Rat in einem Kernbündnis befinden. Die Linke im Kölner Rat kritisiert die defensive Haltung der Kölner CDU.

oper_baustelle_08082016

Köln | Die SPD spricht eine Befürchtung aus: „Die laufende Sanierung der Kölner Oper ist technisch nicht ausführbar“. Daher beantrage die Partei eine aktuelle Stunde im Hauptausschuss des Kölner Rates. Die Bühnensanierung sprach zuletzt von Verzögerungen und Problemen bei Ausschreibungen, aber nicht von einer technischen Nichtmachbarkeit.

karnevals

Der Kölner Karneval plaudert am Roten Fass von report-K.de, Kölns Internetzeitung über die Session 2020.

Kommende Woche vom 21. bis 23. Januar zu Gast am Roten Fass:

Das Porzer Dreigestirn 2020
Düxer Clowns
Große Allgemeine
Löstige Höhenhuser
Knubbelisch vum Klingelpötz
Willi Ostermann Gesellschaft
Willi und Ernst
Kölsche Kippa Köpp
Reiterkorps Jan von Werth
Bönnsche Chinese
Hetdörper Mädche un Junge
Kinder Original Kölsch Hänneschen
Große Knapsacker
Gisbert Fleumes

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS

KARNEVAL NACHRICHTEN

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >

SONDER-VERÖFFENTLICHUNG

--- --- ---
Anzeige

Jeck_digital_report_K_2020-1

Bestellen Sie kostenlos die "jeck + digital"-Broschüre von report-K:
marketing[at]report-K.de