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fruehlingslauf_24-03-2014

Ganz links außen moderiert Jens Koralewski und Jörg Uckermann mit dem Symbolbild der durchgestrichenen Moschee läuft auf die Zielgerade

LTDSHS Kölner Frühlingslauf: Wegschauen bei religions- und fremdenfeindlichem "Pro Köln" -Motiv

Köln | aktualisiert | Frühlingslauf in Köln am Sonntag Morgen. 1.700 Läuferinnen und Läufer beteiligen sich am 10 km Funrun. Darunter auch Jörg Uckermann, der der als rechtsextrem geltenden Bürgerbewegung „Pro Köln“ angehört. Er trägt ein T-Shirt mit dem Aufdruck vorne „Fun Run mit Jörg Uckermann“ und auf dem Rücken steht „Mer losse der Dom in Kölle“. Auf beiden Seiten ist das Symbolbild der „Pro Bewegung“ die durchgestrichene Moschee zu sehen. Das ist eindeutig fremdenfeindlich. Uckermann läuft unwidersprochen und als offizieller Teilnehmer am 4. Kölner Frühlingslauf mit. Nachtrag 25.3.2014: Die Ergebnisseite des Laufs listet Uckermann unter dem Verein "Pro Köln".

Jens Koralewski, der Koordinator Öffentlichkeitsarbeit des Veranstalters des Leichtathletik-Team Deutsche Sporthochschule erklärt auf zweimalige Nachfrage von report-k.de nach Jörg Uckermann und seinem T-Shirt: „Herrn Uckermann und sein T-Shirt habe ich nicht wahrgenommen“ und dass obwohl Uckermann sich und sein T-Shirt mehrfach in der ersten Reihe der Startaufstellung zeigte, vor der Koralewski moderierte. Kein Verantwortlicher des Veranstalters bat Uckermann sein T-Shirt auszuziehen, oder die deutlich fremdenfeindliche Aussage unsichtbar zu machen. So lief Uckermann inmitten der Freizeitsportler drei Runden durch den Stadtwald und immer wenn Uckermann auf den Moderator Koralewski zulief, drehte der sich weg. Präsident des Leichtathletik-Team Deutsche Sporthochschule, also des Veranstalters, ist übrigens Jürgen Roters, SPD und Oberbürgermeister von Köln.

Das Koralewski Uckermann und seine Aussage nicht wahrgenommen habe, steht im Widerspruch zur Website des Laufes www.koelner-fruehlingslauf.de. Man sollte davon ausgehen, dass der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Mann diese kennt. Denn dort gibt es einen Hinweis vom 19. März 2014, den „admin“ eingestellt hat: „Statement zur aufkommenden Diskussion: “Wir unterstützen nun im vierten Jahr den Kölner Frühlingslauf als Sportveranstaltung und den guten Zweck. Wir distanzieren uns in diesem Zusammenhang ausdrücklich von jeglichen politischen Meinungen.” Dinger’s Gartencenter Köln GmbH & Co. KG“ und weiter heißt es „Fazit: Wir sind ein Lauf, nicht mehr und nicht weniger. Eine Sportveranstaltung für Jedermann, vollkommen unpolitisch mit Freude am Sport. Mit der Teilnahme unterwirft sich jeder Starter und jede Starterin den geltenden Wettkampfregeln, die bindend einzuhalten sind, damit wir ein gemeinsames Sportfest feiern können… … und das tun wir an diesem Sonntag, den 23. März im Kölner Stadtwald!“

Natürlich kann Jörg Uckermann als Privatmann offiziell an einer Laufveranstaltung teilnehmen, aber Uckermann hatte seine Teilnahme als politisch motiviert im Vorfeld auf vielen Plattformen angekündigt. Grund für Uckermanns Teilnahme war, das der Veranstalter ein grünes Laufshirt mit der Kölner Stadtsilhouette von der Ehrenfelder Moschee bis zur Lanxess Arena aufgelegt hatte. Daher trug Uckermann die politische Botschaft der „durchgestrichenen Moschee“ mitten im Kommunalwahlkampf unwidersprochen durch die Laufveranstaltung und die war eindeutig fremden- und religionsfeindlich.

Sich einfach wegzudrehen, nicht hinzuschauen, noch nicht einmal in die Diskussion zu gehen, ist das genug? Auch das Argument, dass man durch ein darüber reden, skandalisieren oder publizieren, „Pro Köln“ eine weitere Plattform gebe, die diese sich nur wünschen, ist diese richtig? Hätte der Veranstalter, das Leichtathletik-Team Deutsche Sporthochschule und dessen Präsidenten Jürgen Roters nicht eine klare und eindeutige Position gegen Fremden- und Religionsfeindlichkeit einnehmen müssen?

Nachtrag 25.3.2014, 18:00 Uhr: Die Ergebnisliste des LT DSHS, der gestern Oberbürgermeister Roters als Präsident bestätigt hat, listet Jörg Uckermann unter dem Logo des Vereins und Sponsors als Vereinsmitglied von "Pro Köln". In einer Mitteilung jubelt denn auch Pro Köln: "Pro Köln und die Aktivisten der Bürgerbewegung sind eben fester Teil der Kölner Bürgerschaft und können trotz Medienhetze nicht so einfach ausgegrenzt werden. Auch dieses Mal vermochte es das mediale und politische Geheul einiger linksbewegter Ideologen im Vorfeld nicht, Uckermann und Pro Köln zu isolieren, geschweige denn vom Lauf auszuschschließen. Stattdessen wurden Uckermann und die zahlreichen Pro Köln-Sympathisanten mit offenen Armen empfangen und unter den Augen zornesroter Medienvertreter vom Organisationsteam des Kölner Frühlingslaufs fair und korrekt behandelt, wie auch unabhängige lokale Sportblogs zu berichten wussten."

Der Link zur Ergebnisliste >

Stimmen zur Uckermann-Teilnahme mit dem Anti-Moschee-T-Shirt

Report-k.de bat die Deutsche Sporthochschule um ein Statement, dessen LT DSHS Team den Lauf organisiert hat: "Es handelte sich um eine Veranstaltung des Leichtathletikteams DSHS e.V. und somit nicht um eine Hochschulveranstaltung. Dessen ungeachtet gibt es an der Sporthochschule keine fremdenfeindlichen oder rechtsextremen Tendenzen. Im Gegenteil: An der Deutschen Sporthochschule Köln studieren derzeit über 330 internationale Studierende, Tendenz steigend. Die Hochschule hat weltweit einen hervorragenden Ruf, auch bei den Studierenden. Sie kommen zum überwiegenden Teil aus den Ländern Asiens, Afrikas, den Vereinigten Staaten und Europas.  Darüber hinaus unterhält die Sporthochschule Partnerschaften mit über 60 Ländern weltweit. Auf unserem Campus ist es bislang nicht zu fremden- oder religionsfeindlichen Aktionen gekommen und wir würden einem solchen Vorfall mit allen zulässigen Mitteln entgegentreten.
Die Sporthochschule verurteilt den Auftritt einzelner Rechtsextremer bei dem diesjährigen Frühlingslauf aufs schärfste. Das offizielle Läufershirt des LT DSHS zeigt die Moschee als Teil der Silhouette von Köln und steht somit für ein internationales und offenes Verständnis der Veranstalter und Läufer. Wir unterstützen diesen internationalen und toleranten Appell der Veranstalter und freuen uns, dass einige hundert Teilnehmer und Teilnehmerinnen das eigentliche Motiv mit Dom und Moschee getragen und somit in eindrucksvoller Weise den völkerverständigen Charakter des Sports unterstrichen haben."

Murat Kayman, Vorstandsmitglied des DITIB-Landesverbandes NRW antwortete auf die Anfrage von report-k.de folgendermaßen:
"Wir hätten allen Teilnehmern des Frühlingslaufs ein schöneres Wetter gewünscht. Wir hätten uns auch gewünscht, dass eine sportliche Veranstaltung nicht als Bühne für politische Statements missbraucht worden wäre - schließlich soll Sport die Menschen verbinden und nicht trennen. Manchmal gehen Wünsche eben nicht in Erfüllung. Das ist Schade. Schade ist auch, dass die Uckermanns dieser Welt meinen, Gebetshäuser ihrer Nachbarn aus dem Stadtbild "streichen" zu müssen.

Sportliche Ertüchtigung soll ja zu einer besseren Durchblutung des Gehirns führen. Hoffentlich führt das bei den Betroffenen dazu, dass sie erkennen, wie ungebührlich eine solche intolerante Haltung für einen aufgeklärten Menschen und einen "Sportsmann" ist."

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