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Ein Bus der neueren Generation der KVB (Symbolbild)

Ratssitzung 14.11.2017 - Breites Ratsbündnis für Ausweitung des KVB-Busnetzes

Köln | Ein breites politisches Bündnis aus CDU, Grünen, FDP und der Ratsgruppe Gut macht sich für eine Stärkung und Ausweitung des Busnetzes der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) stark. So ein Antrag für die Ratssitzung am 14. November. Mit dem Ausbau des Busnetzes verbinden die Antragspartner die Hoffnung, die kommunalen Klimaziele kurzfristig umsetzen zu können. Mit Bussen könne die Kapazität des ÖPNV am schnellsten ausgeweitet werden, so das Ziel der Politik.

Keine neue Strategie

Dies ist keine neue Strategie, denn die KVB weitet seit Jahren ihr Busnetz aus und verkleinert das Stadtbahnnetz. So wurde das Busnetz von 441 Kilometern im Jahr 1999 um über 100 Streckenkilometer bis 2016 auf 555 Kilometer erweitert. Dagegen nahm das Stadtbahnetz im gleichen Zeitraum um 36 Streckenkilometer ab. Die Einnahmen der KVB stiegen in diesem Zeitraum um über 123 Millionen Euro. [report-K berichtete detailliert>] Die Antragsteller schreiben, dass sie ein Fahrgast-Potenzial von 70 bis 100 Millionen pro Jahr in den kommenden zehn Jahren sehen, wenn die Kölner Bevölkerung wie prognostiziert um 15 Prozent wachse.

Bessere Anbindung der Randbezirke

Dabei sollen die vorhandenen Buslinien ausgebaut werden und etwa Neubaugebiete wie das Sürther Feld oder der Deutzer Hafen mit Bussen angebunden werden. Durch den Ausbau erhofft man sich eine Entlastung der Stadtbahnlinien 1, 4, 9 und 18. Die Takte der Buslinien sollen verdichtet werden und neue Buslinien die Randbezirke Kölns besser anbinden.

Die Ausweitungen im Detail

Das Neubaugebiet in Widdersdorf, wie auch der neue Schulstandort am Girlitzweg in Vogelsang sowie die Gewerbegebiete in Feldkassel, Auweiler, Esch und die Fordwerke sollen besser angebunden werden. Neue Buslinien sollen auf der Verbindung Hürth und Universität eingerichtet und die Linie 1 zwischen Weiden und Innenstadt entlastet werden. Rondorf soll angebunden werden.

Im rechtsrheinischen Köln sollen die Neubaugebiete im Porzer Süden, der Deutzer und Mülheimer Hafen mit Bussen angebunden und die Linie 9 zum Deutzer Bahnhof sowie die Linie 4 zwischen Höhenhaus und Wiener Platz und die Linie 1 zwischen Kallk und Kölner Innenstadt entlastet werden.

Der „Unibus“, also die Buslinie 142, soll in der Taktung verdichtet werden.

Einsatz von Elektrobussen und Finanzierung

Die komplette Kölner Busflotte soll bis spätestens 2030 elektrisch fahren. Dafür soll die KVB nun ein Konzept vorlegen. Offen lassen die Antragsteller, ob die neuen Buslinien von Anfang an elekrifiziert werden sollen. Die Mittel für die Erweiterung des Busnetzes sollen aus den Ergebnisverbesserungen der KVB in den kommenden Jahren zwischen 2018 und 2022 entnommen werden. Zudem erhofft sich die Stadt und die KVB Mittel aus dem Mobilitätsfonds der Bundesregierung, die bereits beantragt seien. Die antragstellenden Parteien wollen zudem eine Verbesserung der Luftreinhaltung.

Die Einrichtung von Busspuren sieht der Antrag von CDU, Grünen, FDP und der Ratsgruppe Gut explizit nicht vor und damit einen Vorrang für den ÖPNV gegenüber dem Individualverkehr, um diesen damit noch attraktiver zu gestalten. Die Frage muss gestellt werden: Was nützt die Taktverdichtung, wenn die Busse – gerade zu den Stoßzeiten in der Früh und am Abend - im Stau stehen?

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