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Armutsgefährdung in EU steigt

Brüssel | Die Armutsgefährdung in der Europäischen Union steigt. Das ist das Ergebnis einer Datenabfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (Linke) beim Europäischen Statistikamt Eurostat, über welche die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" in ihren Montagsausgaben berichten. Konkret geht es demnach um 86 Millionen Menschen in der EU, damit ist jeder Sechste von dem Problem betroffen.

Insgesamt waren im Jahr 2018 - dies sind die aktuellsten Daten, die bei Eurostat verfügbar sind - 17,1 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Im Vorjahr lag die entsprechende Quote noch bei 16,9 Prozent. Menschen gelten als armutsgefährdet, wenn sie weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung in ihrem Land zur Verfügung haben.

In Deutschland lag die Armutsgefährdungsquote laut den Eurostat-Daten im Jahr 2018 bei 16 Prozent, 2006 waren es noch 12,5 Prozent. Die Zahl der armutsgefährdeten Personen in Deutschland stieg in dem Zeitraum demnach von 10 auf 13 Millionen Menschen. "Die Europäische Union ist sozialpolitisch gescheitert", sagte die Linken-Abgeordnete Zimmermann dem RND. "Statt Armut zu reduzieren, verschärft sich die soziale Spaltung in Europa. Dabei sind in diesen Zahlen noch nicht die dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie erfasst." Zimmermann fügte hinzu: "Die deutsche Ratspräsidentschaft ist nun die große Chance, entscheidende Weichen für ein soziales Europa zu stellen, gerade in Zeiten der Corona-Pandemie." Die Linken-Politikerin forderte einen europäischen Mindestlohn, mehr Anstrengungen im öffentlichen Beschäftigungssektor und eine europäische Arbeitsversicherung.

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