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Nordirland-Konflikt: Terrorismus-Experte fürchtet Gewaltspirale

London | Der Sicherheits- und Terrorismusexperte Peter Neumann fürchtet, ausgehend von der sogenannten "Neuen IRA", eine neue Spirale der Gewalt im Nordirland-Konklikt. "Die `Neue IRA` ist ein Zusammenschluss von verschiedenen sogenannten Dissidentengruppen. Was man damit meint im nordirischen Kontext, sind Gruppen, die bei dem Friedensabkommen von 1998 nicht mitgemacht haben", sagte der Politikwissenschaftler vom King`s College in London am Mittwoch im Deutschlandfunk.

Diejenigen, die sich enthielten, hatten dann verschiedene Organisationen und Splittergruppen gegründet. "Bei dieser `Neuen IRA` sind ganz alte IRA-Mitglieder dabei, aber eben auch einige recht junge Leute, die überhaupt den Konflikt nicht mehr miterlebt haben, vor allem in sozial sehr schwachen Gebieten", so der Sicherheitsexperte. Es werde geschätzt, dass es in Nordirland ungefähr 300 Leute gebe, die dem Milieu der "Neuen IRA" zugeordnet werden könnten.

Trotzdem sei es sehr, sehr schwierig für diese Organisationen, über die eigenen Rekruten hinaus Unterstützung in der Bevölkerung zu finden, so Neumann weiter. Auch nach dem Tod einer jungen Journalistin am Karfreitag bei einem Feuergefecht zwischen der "Neuen IRA" und einer Polizeieinheit sei "der Rückhalt in der eigenen Bevölkerung für diese Gruppen sehr, sehr gering". Nun hänge es trotzdem von der politischen Situation ab, ob es zu weiterer Gewalt in Nordirland komme.

Es könne dazu führen, dass von den Milizen und von protestantischer Seite argumentiert werde, man müsse sich wieder bewaffnen, um sich vor Angriffen der katholischen Extremisten zu schützen. "Und das führt dann zu einer Spirale, die zu mehr und mehr Gewalt führt und die dann irgendwann auch wieder Unruhen auslösen kann. Es ist wichtig, dass alle jetzt verstehen, dass das letztlich auf dem Spiel steht und alle sich dessen bewusst sind, dass man das verhindern muss", sagte Neumann.

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