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Politologe: Proteste sind "enorme Schwierigkeit" für Biden

Köln | Der Politikwissenschaftler Thomas Jäger sieht Ex-US-Vizepräsident Joe Biden während der Proteste gegen Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten in einer schwierigen Position. "Für Biden sind diese Proteste eine enorme Schwierigkeit", sagte Jäger dem Nachrichtenportal Watson. Als Kandidat der weißen Mittelschicht will Biden die Wähler des US-Präsidenten zurückgewinnen.

Würde er aber die Polizeikräfte rhetorisch scharf kritisieren, würde das laut Jäger Trump erlauben zu sagen: "Seht, doch nur ein linker Sozialist, ein Wolf im Schafspelz." Jäger wagte auch einen Ausblick: "Wenn die Ausschreitungen wirklich weiter eskalieren sollten, andere Großstädte erreichen sollten und wenn der Konflikt zwischen Bevölkerung und Polizei so weitergeht, dann könnte Trump in der Versuchung sein, sich als Law-and-Order-Präsident zu präsentieren." Sollten die Proteste abebben, stünden vermutlich eher Fragen nach einer Reform der Polizeikräfte im Raum.

Als Grund für die Wucht der Proteste, bei denen es auch zu Ausschreitungen und Plünderungen kam, sieht Jäger den Umstand, dass der Tod eines Afroamerikaners bei einem Polizeieinsatz gefilmt wurde. Durch das Video sei klar: "Man muss kein Staatsanwalt sein, um zu sehen, dass hier jemand umgebracht wurde. Das ist in dieser Brutalität, in dieser Selbstverständlichkeit des Missbrauchs von Macht durch die Polizei selten so klar sichtbar gewesen."

Hier könne man nicht diskutieren. "Acht Minuten Mord sind zu sehen", sagte Jäger mit Hinblick auf ähnliche Fälle von Polizeigewalt in den USA. "Das hat zu einem Aufschrei geführt, der ja nicht nur Black Lives Matter – die Organisation, die sich genau gegen Polizeigewalt gebildet hat – auf den Plan gebracht hat, sondern das hat im Prinzip 90 Prozent der Amerikaner hinter dieser Beobachtung vereint, hier bringt ein Polizist einen Mann um, weil er schwarz ist."

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