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UNICEF: Kinder sitzen in Ost-Ghouta in Todesfalle

Berlin | Der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Christian Schneider, hat sich entsetzt über die Entwicklungen in Ost-Ghouta gezeigt. "Kinder im syrischen Ost-Ghouta sitzen in der Todes-Falle. Sie sind verzweifelt und haben große Angst, denn sie stehen Tag und Nacht unter Beschuss und haben keinen sicheren Ort, an den sie fliehen können", sagte er der "Bild" (Donnerstag).

"Unsere UNICEF-Kollegen vor Ort berichten, dass inzwischen mehr als jedes zehnte Kind dort mangelernährt ist. Letzte Woche ist es einem UN-Team zum ersten Mal seit zwei Monaten gelungen, einen Hilfskonvoi in eine Stadt in Ost-Ghouta zu bringen. Das Team traf auf völlig erschöpfte Menschen, die keine Medikamente und kaum zu essen haben - ein Mädchen erzählte, dass es sich nur von Joghurt ernährt", berichtete Schneider der "Bild".

Ihm fehlten "angesichts des Horrors, den die Kinder und Familien Tag für Tag erleiden müssen, mittlerweile die Worte", erklärte er. Schneider appellierte an alle Kriegsparteien und "an alle, die auf sie irgendeinen Einfluss haben: Stoppt endlich diesen grausamen Krieg gegen Kinder". Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen, griff Russland scharf an.

"Ohne die russische militärische Unterstützung wäre das verbrecherische Regime von Assad schon lange am Ende. Darum trägt Russland unabhängig davon, wie stark es die gegenwärtigen grausamen Verbrechen in Ost-Ghouta unterstützt, Schuld auch an genau diesen Verbrechen", erklärte er gegenüber "Bild" und fragte: "Wo bleibt der Aufschrei der internationalen Gemeinschaft?" Auch SPD-Außenexperte Nils Annen zeigte sich schockiert über die Angriffe in Ost-Ghouta. "Vor den Augen der Weltöffentlichkeit bombardiert Assad in Ost-Ghouta ohne Rücksicht auf Verluste erneut seine eigene Bevölkerung", sagte er der "Bild".

"Offenbar vertraut das Regime darauf, dass nach der Tragödie von Aleppo niemand mehr genau hinschaut", so Annen. Den gezielten Beschuss von Krankenhäusern und ziviler Infrastruktur bezeichnete er als Skandal. "Insbesondere Russland trägt hier eine besondere Verantwortung und ist aufgerufen endlich seinen Einfluss auf seinen Verbündeten Assad geltend zu machen, um das Morden zu beenden", so Annen.

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