Köln | Der „Klimabär“ steppt nicht im Lehrplan, aber das Kölner Dreikönigsgymnasium, hat sich mit dem Thema Klima, gemeinsam mit dem Kooperationspartner Rheinenergie, drei Jahre lang beschäftigt. Am Freitag startet in drei achten Klassen das Projekt „Klimabär“, zu dem Sensorik, also Messtechnik, Datenerfassung und Datenauswertung und eine App gehören. Die drei achten Klassen stehen vier Wochen lang im Wettbewerb miteinander, wer am meisten Strom oder Heizenergie spart. Ausgeschlossen wurden aber kreative Schülerideen wie Unterricht im Dunklen oder heizen mit dem Overheadprojektor*.

In drei achten Klassen sind jetzt Sensoren verbaut, die stellen fest, ob das Licht an ist oder wie stark geheizt wird. Die Daten werden übertragen, gesammelt und ausgewertet. Die Ergebnisse werden dann auf einer App präsentiert. Diese App wurde von den ehemaligen Schülern Steffan Schlein und Leonhard Wattenbach entwickelt, die mittlerweile in Aachen Informatik studieren.

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Die App zeigt den Schülern den aktuellen Verbrauch in Kurven und Grafiken, aber auch auf spielerische Art und Weise in Form eines Eisbären. Der hat sechs unterschiedliche Glücksphasen auf seiner Eisscholle, die schmelzen kann. Froh ist er, wenn wenig Energie verbraucht wird, seien Eisscholle also dick und fest ist und unglücklich wenn der Verbrauch hoch ist und die Eisscholle schmilzt. Untergehen kann der Eisbär nicht, dass wäre zu hart, sagen die Entwickler der App. Die Schüler sehen neben dem Ranking, mit dem sie feststellen können, ob sie an Platz Eins des internen Energiesparwettbewerbs stehen und damit nach vier Wochen einen Preis erhalten, auch wie hoch der CO2 Verbrauch ist und Beispiele, wie lange man damit mit einem Auto oder der Bahn fahren kann.

Es geht in erster Linie nicht darum die Schüler in dunklen Räumen zu unterrichten, sondern sie zu sensibilisieren. Etwa das Licht nach dem Unterricht auszumachen oder die Heizung nicht voll aufzudrehen. Das Konzept, so Informatiklehrerin Miriam Ruschhaupt, wird auch im Erdkundeunterricht begleitet. Denn dort diskutieren die Schüler die Thematik Klimawandel und verstünden so besser, welche Konsequenzen die Folgen des Klimawandels bedeuteten und mit denen sie womöglich leben müssen. Es sind die klassischen Themen der Digitalisierung, die jetzt im Dreikönigsgymnasium zur Anwendung kommen: Sensorik, also erfassen, Daten sammeln und übertragen, auswerten und daraus eine Anwendung für den Menschen formulieren. Im Lehrplan steht das nicht. Möglich wird dies durch das Engagement von Lehrern wie Ruschhaupt und Partnern wie der Rheinenergie, Brunata oder Netcologne. Die stellvertretende Schulleiterin Barbara Wachten merkt an, dass das Dreikönigsgymnasium das einzige Gymnasium in Köln mit einem Informatik-Leistungskurs ist.

Bei der Rheinenergie betont man, dass die Ergebnisse des „Klimabär“-Wettbewerbs unter den achten Klassen im Zusammenhang mit den Smart City Cologne Projekten Stegerwaldsiedlung und Klimastraße Nippes bewertet werden. Es habe drei Jahre lang gedauert, weil die Installation der Technik in Abstimmung mit der Gebäudewirtschaft der Stadt erfolgen müsse. Wachten hofft, dass das Projekt Akzente setzt und auch in anderen Kölner Schulen eingesetzt werde. Denn damit könne man Schüler und Schülerinnen für den eigenen Umgang mit Energie sensibilisieren und mit einer App genau bei den Devices abholen, die sie nutzten.
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*Overheadprojektoren sind die Geräte aus dem letzten Jahrhundert, die es vor Beamern gab, und mit denen man mittels Folien Informationen an die Wand projizieren kann.

Autor: Andi Goral
Foto: Schülerinnen und Schüler der 8a und 8c, Lehrerin Rüschhaupt, stv. Schulleiterin Wachten, die App-Programmierer Schlein und Wattenbach sowie Vertreter der unterstützenden Unternehmen, allen voran die Rheinenergie Köln.

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