Sport Fußball

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Der ehemalige Sportdirektor des 1. FC Köln Volker Finke beim Pressestatement zu seiner Demission.

FC muss nun zwei Personalien lösen

Es ist kurz vor Elf an einem Sonntagmorgen und rund um das Geisbockheim – zumindest macht es den Eindruck – ist so viel los, als wäre verkaufsoffener Sonntag auf der Schildergasse. Es ist der Morgen, an dem sich der FC zur Trennung von Volker Finke erklären wird. Auf dem Parkplatz vor dem Geißbockheim diskutieren Rentner heftig die Entlassung.

In der Gaststätte frühstücken Menschen, auf den Plätzen spielt die Jugend und vor dem Geißbockheim wird später der Bundesligakader Übungen vor den zahlreich erschienenen Fans absolvieren. Der große Saal neben dem Gastraum ist gesichert durch Security. Darin rund 50 Männer und drei Frauen: Journalisten und Mitarbeiter des Vereins. Die TV-Teams sind teilweise nervös, da wird noch einmal der Weißabgleich geprüft. Auf der kleinen Bühne sind vor der Sponsorenwand drei Plätze eingerichtet. Die Journalisten raunen sich zu „Finke ist da und kommt“.

Dann kommen Pressesprecher Schmidt, der Vorsitzende des Verwaltungsrats Wolf und der ehemalige Sportdirektor Volker Finke und bahnen sich einen Weg durch die TV Teams. Pressesprecher Schmidt macht gleich zu Anfang klar, dass es lediglich Statements geben wird und Fragen nicht beantwortet werden. Wolf spricht beim gestrigen Spiel von einem tollen Sieg und Herzinfarktsituationen. (Am Ende des Artikels finden Sie den Wortlaut des Statements von Wolf). Die Demission Finkes beschreibt Wolf als Prozess, der gestern in einem Gespräch nach dem Spiel mit der Leitung des Clubs zu einer einvernehmlichen Lösung führte. Ausdrücklich dankte Wolf Finke für die Rettung des Clubs vor dem Abstieg zum Ende der letzten Saison. Finke habe damals unter hohen persönlichem Risiko die Stelle des Trainers übernommen und Erfolg gehabt. Zur Trennung komme es, weil der Club in einer Phase der Verworrenheit Klarheit schaffen wolle und sich auf den Erfolg konzentrieren müsse. Von den Spielern fordert Wolf bedingungslosen Einsatz und dass sie für den Verein und die Fans alles geben. Zur Nachfolgefrage für die Position des Sportdirektors dementierte Wolf Spekulationen in den Medien zu Namen, erklärte aber, dass man die Position neu besetzen werde. Damit sind derzeit zwei Spitzenpositionen beim FC nicht besetzt. 

Volker Finke bedankte sich für die Zusammenarbeit und eine Zeit, in der es ihm nie langweilig geworden sei. Er bat allerdings auch darum, zu respektieren, dass er es in Zukunft zu Fragen zum 1. FC Köln wie die drei Affen halte: "Ich werde nichts hören, nichts sehen und nichts sagen." Anschließend verließ Finke als Erster die Pressekonferenz. Vor dem Geißbockheim trainieren die Stars unter den Blicken der Fans. Der Rummel beim FC geht nach einer 15-minütigen Unterbrechung weiter. Volker Finke scheidet damit auch aus der Geschäftsführung des 1. FC Köln aus.

Das Statement von Dr. Wolf, dem Vorsitzenden des Verwaltungsrats im Wortlaut:

[kursiv gesetzt]
„Klarheit über den weiteren Kurs“

Am Samstagabend, 10. März 2012, haben sich der 1. FC Köln und Volker Finke, Geschäftsführer Sport, einvernehmlich darauf verständigt, die Zusammenarbeit wegen unterschiedlicher Auffassungen in den fußballerischen Weichenstellungen zu beenden. Hierzu erklärte der Vorsitzende des Verwaltungsrats des 1. FC Köln, Herr Dr. Wolf, am Sonntagvormittag, 11. März 2012, im Rahmen einer Erklärung vor der Presse:

„Die Mannschaft hat gestern klasse gekämpft und einen tollen Sieg gegen Hertha BSC errungen, der moralisch und für die Tabelle sehr wichtig für uns war. Das habe ich dem Trainer und der Mannschaft eben gesagt und ihr im Namen der Gremien des 1. FC Köln die volle Rückendeckung zugesagt. Bei allem, was wir entscheiden: Es geht um den Fußball und es geht um den Erfolg des 1. FC Köln!

Wir haben gestern Abend nach einem Gespräch mit Volker Finke, das im Anschluss an das Heimspiel gegen Berlin stattgefunden hat, mitgeteilt, dass er und der 1. FC Köln ab sofort getrennte Wege gehen. Darüber haben wir uns einvernehmlich verständigt. Der Grund hierfür liegt in unterschiedlichen Auffassungen über die fußballerischen Weichenstellungen des 1. FC Köln.

Ich möchte Volker Finke ausdrücklich danken für die Arbeit des vergangenen Jahres. Er hat einen wertvollen Beitrag zum Klassenerhalt in der Saison 2010|2011 geleistet und dem Verein in seiner Zeit beim 1. FC Köln neue Impulse gegeben.

Wir haben mehrere intensive persönliche Gespräche mit ihm geführt. Dabei ist deutlich geworden, dass es in einigen grundsätzlichen Fragen der Zusammenarbeit und der fußballerischen Ausrichtung unterschiedliche Meinungen gibt. Deshalb sind wir gemeinsam übereingekommen, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht sinnvoll wäre.

Wir glauben, dass in der jetzigen Situation Klarheit über den weiteren Kurs ein wesentliches Element für unseren Erfolg sein wird. Denn der 1. FC Köln braucht die volle Konzentration des Trainers und der Mannschaft auf die bevorstehenden Spiele. Diese Klarheit gibt es jetzt.

Stale Solbakken hat unsere volle Rückendeckung, ebenso wie die jetzige Mannschaft. Wir sind davon überzeugt, dass sie die Qualität hat, den Klassenerhalt und unsere weiteren Ziele zu erreichen. Von ihr erwarten wir einen bedingungslosen Einsatz und die Bereitschaft für den FC und seine Fans in jedem Spiel alles zu geben, so wie wir es gestern im Spiel gegen Hertha BSC gesehen haben.
Die Geschäftsführung wird gemeinsam mit Stale Solbakken die derzeitige sportliche Situation analysieren. Wir haben ein Interesse daran, auf Basis des gestrigen Sieges eine nachhaltige positive Trendwende einzuleiten.

Es wird einen neuen Sportdirektor beim 1. FC Köln geben. Darüber wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Zunächst werden weiterhin die Abteilung Sportslab & Scouting sowie das Trainerteam die Geschäftsführung in allen sportlichen Fragen unterstützen und beraten.“

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