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Deutsches Sport- und Olympiamuseum: Viel Ausdauer für ein Museum

Das Deutsche Sport- und Olympiamuseum im Rheinauhafen feiert sein 20-jähriges Bestehen mit einer Sonderausstellung.

Köln | Um das Deutsche Sport- und Olympiamuseum in Köln Realität werden zu lassen, braucht es durchaus sportliche Fähigkeiten – nämlich reichlich Ausdauer und Beharrlichkeit auf dem Weg zum Ziel. Bereits 1975 entstand die Idee, in Köln ein Museum für den Sport und die olympischen Spiele zu eröffnen – erst 25 Jahre später am 25. November 1999 ging dieses im Rheinauhafen an den Start. Bis dahin mussten die Macher eine wahre Marathondistanz überwinden und es gab immer wieder die Situation, dass das ambitionierte Projekt kurz vor dem Aus stand. Jetzt ist ein Umbau und eine Erweiterung geplant.

Heute 20 Jahre später zählt das Deutsche Sport- und Olympiamuseum zu den meistbesuchten Museen Kölns – rund 100.000 Besucher kommen jedes Jahr, um 3000 Jahre Sportgeschichte hautnah erleben zu können. Dabei steht die nächste Herausforderung für das Haus schon wieder an – das Museum soll umgebaut, erweitert und die Dauerausstellung in diesem Rahmen neu konzipiert werden, da sich die Erwartungen der Besucher und die Möglichkeiten, Sportgeschichte zu präsentieren, in den vergangenen zwei Jahrzehnten verändert haben. Spätestens bis zum nächsten Jubiläum, dem 25-jährigen Bestehen, soll das Projekt umgesetzt worden sein. Finanziert werden soll dieses wie das Museum selbst mit Mitteln von der Stadt, dem Land und vom Bund.

Reker per Videobotschaft zugeschaltet

„Das Museum hat sich zur Aufgabe gemacht, den Sport sichtbar zu machen und die olympischen Werte zu vermitteln. Dazu zählen internationale Freundschaft, Höchstleistung und Respekt“, sagt Oberbürgermeisterin Henriette Reker per Videobotschaft bei der Feierstunde am Freitagnachmittag. Auf so manches Highlight kann das Museum zurückblicken. Dazu zählt das Open Air von Musikstar Robbie Williams genauso wie der Besuch von Fußballlegende Pelé und von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur deutschen Fußball-WM 2006, die spontan beim Besuch einer anderen Veranstaltung im Rheinauhafen über das Museum „umgeleitet“ worden war.

Zur Feierstunde und zum vorangegangenen Symposium im Museum hatten sich zahlreiche bekannte Ehrengäste im Rheinauhafen eingefunden. Dazu zählte auch der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Alfons Hörmann. Dazu kamen frühere FC-Spieler wie Toni Schumacher, Wolfgang Weber und Bernd Cullmann. Auch Olympiasieger wie der Boxer Henry Maske, die Leichtathletin Ulrike Nasse-Meyfarth, Hockeyspielerin Marion Rodewald und der mehrfache Paralympicssieger, Skifahrer Alexander Spitz waren ins Museum gekommen.

Mit ihren Medaillen, Weltmeistergürteln und Pokalen gehen die vier ganz unterschiedlich um. Während die Auszeichnungen bei Nasse-Meyfahrt gerahmt ihren Platz an der Wand gefunden haben, hat sie Spitz bei seinen Eltern im Schwarzwald zurückgelassen, wo sie liebevoll gepflegt werden. Bei Rodewald ist die Olympiamedaille in einer Schublade verwahrt, wurde aber auch schon von den eigenen Kindern bewundert. Der Gentleman des Boxens, Henry Maske, freut sich noch immer beim Anblick seines WM-Gürtels, hat die sportlichen Auszeichnungen aber nicht dauernd präsent in seinen Wohnräumen.

Erinnerungsstücke

Ganz spezielle Erinnerungsstücke gibt es bei der Sonderausstellung „Aus der Tiefe des Raumes: 20 Jahre – 20 Objekte“ zu bestaunen. Es sind ausgewählte Schätze aus dem Depot des Museums, die normalerweise den Besuchern nicht zugänglich sind. Insgesamt verfügt das Haus über mehr als 100.000 Exponate, die die Sportgeschichte anschaulich dokumentieren. 20 davon sind jetzt bei der Sonderschau bis zum 5. Januar zu sehen.

Dazu zählt zum Beispiel der Finalball der EM 2000, in dem Italien und Frankreich gegeneinander angetreten sind. In der Verlängerung versuchte Fußballstar Alessandro del Piero das „Golden Goal“ zu erziehen. Leider flog der Ball übers Tor in den italienischen Fanblock, wo er vom Hausmeister des Kölner Museums, Angelo Scudetti gefangen wurde.

Außerdem zu sehen sind ein Rennanzug von Jutta Kleinschmidt, die 2001 als erste Frau die Rallye Dakar gewonnen hat. Dazu kommt das Trikot des Niederländers Ronald Koeman von der EM 1988. Dieser hatte nach dem Sieg gegen Deutschland im Halbfinale mit Olaf Thon das Trikot getauscht und sich damit sehr zum Ärger der deutschen Fans über den Hintern gewischt. Sein Tauschpartner dagegen vermachte das Trikot dem Museum.

Dazu kommen unter anderem die Goldene Kamera von Sportmoderator Harry Valérien (1996), die Boxhandschuhe von Muhammad Ali (1981), das Gelbe Trikot von Rudi Altig von der Tour de France 1962, ein Stück vom gebrochenen Torpfosten vom Bökelbergstation in Mönchengladbach, die Wettkampfschuhe von Leichtathletin Heike Drechsler, ein Basketball-Trikot von Dirk Nowitzki, ein Schwimmanzug von Michael Phelps und eine Designerhandtasche in Form eines schwarz-rot-goldenen Fußballs, die Bundeskanzlerin Angela Merkel zur WM 2014 in Brasilien geschenkt bekommen hatte.

Deutsches Sport- und Olympiamuseum, Im Zollhafen 1, Köln; Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Eintritt: 6 (ermäßigt 3) Euro.

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