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​Vier Mal so viel Etat für individuelle Sportförderung

Köln | Die in Köln ansässige Sportstiftung NRW hat ihren Etat für die individuelle Förderung von Leistungssportlerinnen und -sportlern 600.000 auf rund 2,4 Millionen Euro erhöht. Neben einem neuen Individualförderkonzept soll zukünftig auch der paralympische Leistungssport als neuer Schwerpunkt unterstützt werden.

Das Kuratorium der Sportstiftung NRW hat das neue Förderkonzept auf ihrer jüngsten Jahressitzung in Düsseldorf vor knapp zwei Wochen beschlossen. Demnach soll sich nicht nur der Etat der Fördermittel für den Bereich Indivualförderung vervierfachen, zukünftig wolle man individuelle Talente deutlich zielgenauer als bisher fördern. Außerdem gehören mit dem neuen Konzept der paralympische Leistungssport und die Internatsförderung zu den neuen Förderschwerpunkten. Die Förderung von Talenten soll dabei bedarfsgerecht sein. Diejenigen, die gefördert werden, sollen landesweit zu einem Perspektivteam NRW der Sportstiftung werden

Mit drei Säulen will die Sportstiftung NRW zukünftig den Leistungssport im bevölkerungsreichsten Bundesland besser und umfassender fördern als bisher. „Die Sportstiftung NRW hat die verbesserten Rahmenbedingungen in hervorragender Weise genutzt“, betonte Kuratoriumsmitglied Dirk Schimmelpfennig, der unter anderem Vorstand für den Bereich Leistungssport beim Deutschen Olympischen Sportbund ist. Im Rahmen des neuen Konzepts Internatsförderung soll zukünftig ein Platz für talentierte Schülerinnen und Schüler maximal 300 Euro pro Monat teuer sein. Kosten die Sportvollinternate mehr, werde die Sportstiftung NRW zukünftig die Kosten übernehmen, ein „echtes Alleinstellungsmerkmal für den Leistungssportstandort NRW“, ergänzte Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt in der NRW-Staatskanzlei.

Sportvollinternate gibt es bereits an verschiedenen Standorten in NRW. Neben Bonn, Düsseldorf, Mülheim an der Ruhr, Essen, Dortmund, Münster, Winterberg und Dormagen gehört auch die größte NRW-Kommune zu den mit einer solchen Einrichtung. Neu und bisher in Deutschland einzigartig ist die Subventionierung der Internatskosten für die Eltern.

Bessere Individualförderung auch über das Karriereende hinaus

Hintergrund der Neuausrichtung sind neben den neuen Förderbedingungen der Deutschen Sportstifung auf Bundesebene auch eine insgesamt höhere Förderung des Sports durch die neue schwarz-gelbe Landesregierung (Etat für den Pakt für den Sport steigt von 34 auf 42,2 Millionen Euro). Zwar bleiben die Einnahmen für die Sportförderung mit rund 3,9 Millionen Euro im Vergleich zu den Vorjahren  konstant. Da aber unter anderem die Trainerfinanzierung mit einer neuen Vereinbarung zwischen Landesregierung und Landessportbund nun komplett vom Landessportbund übernommen wird, bleibt mehr Geld für die Individualförderung wie Dr. Axel vom Schemm von der Sportstiftung NRW erläutert.

Bei der Individualförderung kommen mehrere Bausteine zusammen. Basis ist eine Förderung mit monatlich 200 Euro, mit dem vor allem Kosten abgedeckt werden, die in Zusammenhang mit dem Leistungssport stehen. Dazu gehören Materialien wie Sportkleidung und Equipment sowie Fahrten zu Meisterschaften und Wettkämpfen. Die Sporthilfe schätzt, dass rund 400 Leistungssportler von diesem Förderbaustein profitieren. Zur Sicherung des täglichen Lebensunterhalten erhalten Leistungssportler im Förderbaustein "Zukunftschance" bis zu 300 Euro pro Monat. Bis zu 200 Sportlerinnen und Sportler sollen diesen Baustein nutzen.

Darüber hinaus sollen einige Sportlerinnen und Sportler im Rahmen des Förderbausteins „Sonderprojekte“ weitergehende Unterstützung erhalten. Damit bezahlt werden können individuelle Maßnahmen wie Trainingslager im Ausland, spezielle Reha-Maßnahmen nach Verletzungen oder eine individuelle Ernährungsumstellung. Auch in Sachen berufliche Integration will man vorangehen, hierfür gibt es den Förderbaustein „Zwillingskarriere“. Und auch nach dem Sport will sich die Sportstiftung NRW zukünftig intensiver um ihre Leistungsträgerinnen und Leistungsträger kümmern, um beispielsweise den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern.

Mit dem neuen Konzept will die Sportstiftung NRW weiterhin eines der führenden Bundesländer bleiben. Schon jetzt kommt jede vierte Bundeskaderathletin bzw. -athlet aus NRW.

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