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Mediation trifft Inklusion

Sowohl Mediation als auch Inklusion sind zwei  Begriffe die uns in den letzten Jahren immer häufiger in den Medien, in der Politik, in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung und in der Aufarbeitung von Rechtsstreitigkeiten begegnen. Aber sind diese Begriffe und diese Ideen wirklich so neu, oder verstecken sich hinter ihnen nicht vielmehr alte Rituale und menschliche Haltungen die es schon immer gegeben hat?

Wenn man den Begriff Mediation einmal zurückverfolgte, so geht dieser bis in die Antike Griechenlands zurück. Er reichte bis weit hinaus ins alte Rom. Auch im alten Ägypten und in Afrika war er bekannt. Das Wort Mediation wird abgeleitet durch die lateinischen Wörter „medius“_ oder „_medium“. Übersetzt steht es für die Begriffe- „ dazwischen, neutral, aber auch für Mitte und Gemeinwohl.

In der afrikanischen Kultur ist es seit jeher ein alter Brauch, sich bei Streitigkeiten und Uneinigkeiten unter dem Pallaverbaum einzufinden und den Konflikt mittels eines Ältesten und Weisen des Stammes zu klären. Diese Form der Vermittlung ermöglicht den Stammesangehörigen ein weiteres Zusammenleben in ihrer Gemeinschaft. Diese Völker wissen seit jeher, dass jedes Individuum in irgendeiner Weise auf andere Individuen angewiesen ist.

Inklusion, ebenfalls ein Begriff der heutigen Zeit bedeutet auch Einbeziehung, Eingeschlossenheit, Zugehörigkeit. Doch ist er wirklich so neu?

Kehren wir einmal in die Zeit der Steinzeitmenschen und der ursprünglich lebenden Völker zurück, wie zum Beispiel zu Kulturen in Papaneuguinea, Indianervölker, afrikanische Stämme usw.  Diese Völker leben zeitlebens das Thema Inklusion, ohne dass dieses Wort ein zentraler Begriff für sie ist und war. Es geht und ging schon immer innerhalb dieser Völker um das Thema Gemeinwohl, Gemeinschaft, Einbringen von  Stärken und Schwächen, Teilhabe, Vielfalt leben, Unterstützung, Einbeziehung, Zugehörigkeit und Eingeschlossenheit und das Bewusstsein, dass man Teil eines Ganzen ist und somit Teil einer sozialen Gesellschaft.

Wo diese Grundlage zerbricht, ist das Überleben dieser Kulturen gefährdet oder nicht mehr möglich.

Sowohl die Mediation als auch die Inklusion legen ihren Schwerpunkt auf ein friedvolles Miteinander des Zusammenlebens zum Wohle der Gemeinschaft. Inklusion sieht ihre  Aufgabe u.a. darin, die Verschiedenheit des Einzelnen und die aller Menschen anzuerkennen und Vielfalt zuzulassen.

Im Zusammenleben führt dieses jedoch häufig zu Konflikten.

In der Mediation werden Konflikte als eine Chance zur Veränderung betrachtet, die es anzunehmen gilt und sich dieser Herausforderung zu stellen. Den Konflikt und die verschiedenen, vielfältigen Ansichten von Personen und Gruppen sieht die Mediation als ein positives Element, das Wandel und Entwicklung im Menschsein einleiten kann.

Beide Ansätze fordern in erster Linie eine reflektierende Haltung einzunehmen und legen ihren Fokus auf die damit verbundenen Werte.

Hier ist die Schnittstelle zwischen Mediation und Inklusion zu finden. Bei beiden geht es um Werte wie Anerkennung, Respekt, Wertschätzung und Toleranz. Es geht um Versöhnung und und den Wunsch, ein friedvolles Miteinander zu leben. Und darum, dass Selbstbestimmung ein Recht  jedes einzelnen und jeder Gruppe ist. Ziel ist es, das Gemeinwohl aller Beteiligten zu verbessern.
Auch bei Konfuzius ist schon die Grundannahme vorhanden, dass es eine „ natürliche Harmonie gibt, die nicht durch den Menschen gestört werden sollte.“

Zentral ist die Erkenntnis, dass die eigene Persönlichkeit und die Gemeinschaft in enger Beziehung zueinander stehen. Jeder ist Teil eines Ganzen und kann mit seinem Verständnis für den anderen dazu beitragen.

Hierin liegt jedoch die Herausforderung. Denn dieses kann nur gelingen, wenn Menschen über eine gewisse Empathie ( Griech: = Mitgefühl ) verfügen, d. h. die Bereitschaft sich in den anderen Menschen hineinzuversetzen, um somit die Perspektive des anderen und die damit verbundenen Gefühle besser verstehen zu können. Somit wird eine wichtige Voraussetzung dafür geschaffen, das Handeln, Verstehen und Fühlen des anderen anzuerkennen, ein besseres Verständnis für den anderen, dessen Leben und  Kultur zu entwickeln.

Empathie heißt, sich in die Gefühle und die Denkweisen des anderen einfühlen zu können, um die Situation des Gegenübers besser zu verstehen. Damit ist nicht die vollständige Akzeptanz der Position des anderen gemeint, wohl aber die Toleranz, den Respekt und die Wertschätzung für die andere Meinung, das andere Handeln und Tun.

Ohne Empathie für den anderen erscheint eine inklusive Lebensform nicht möglich.

Bezeichnend für ein gutes Miteinander im Durchführen von Mediation und im Leben von Inklusion ist das achtsame Wahrnehmen und das Erkennen der Bedürfnisse des Gegenübers. Dieses erfordert ein Zuhören um ein wirkliches und wahres Verstehen des anderen zu erreichen.

In der Mediation wird eine Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit geschaffen, auf die auch Inklusion nicht verzichten kann. Denn nur wenn es gelingt, eine gute, gegenseitige Kultur der Verständigung zu schaffen, können Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden und es setzt ein Verstehen des anderen ein. Verbunden ist damit eine Stärkung der eigenen Selbstwirksamkeit, die für alle Parteien tragend ist.

Die Stärkung der eigenen Selbstwirksamkeit  und die Entwicklung eines sozialen Lebenskonzeptes sollte schon im Vorschulalter beginnen und dieses sollte im schulischen Bereich weiterhin mehr an Bedeutung und Verwirklichung gewinnen. Werden hier Kindern die Basiskompetenzen für soziales Lernen vermittelt, so kann schon frühzeitig ein Erkennen der Wichtigkeit und Wertigkeit von zwischenmenschlichen Beziehungen und verantwortungsbewusstem Handeln sich selbst und dem anderen gegenüber einsetzen.

Sowohl Mediation als auch Inklusion zielen auf den Erwerb von Kompetenzen ab, damit Wachstum und die Weiterentwicklung der einzelnen Persönlichkeiten sowie der von Gruppen gelingen kann.
Gute Lösungsoptionen für alle Parteien zu finden, um somit zu einem besseren und geregelten Miteinander zu gelangen, hilft die Lebenssituation der Beteiligten zu verbessern und eint das Thema Mediation und Inklusion.

Beide Begriffe beschäftigen sich mit vergessenen Werten und Lebensformen, die es so schon immer im Kollektiv gegeben hat. Es geht um die Rückkehr und Besinnung zu alten Werten und Haltungen für die unsere schnelllebige und multimediale Welt scheinbar keine Ressourcen mehr aufzuweisen hat. Zwei vermeintlich alte Begriffe scheinen sich erneut etabilieren zu wollen, um in der Auseinandersetzung mit unserer heutigen Gesellschaft eine Renaissance zu erfahren.

Mediation und Inklusion akzeptieren, dass es normal ist verschieden zu sein.

Das bedeutet immer ein Ringen um den gemeinsamen Weg, der nicht perfekt ist, sondern individuell und vielfältig wie das Leben selbst.

Waltraud Istas-Schäfer

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