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Coronavirus: Flexible Lösungen für Eltern gesucht + Kritik aus dem Lehrerverband

Berlin | Coronavirus-Update zum Thema Kinderbetreuung | Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die Arbeitgeber aufgefordert, Arbeitnehmern bei der Kinderbetreuung entgegenzukommen. "Von den Arbeitgebern muss erwartet werden, dass sie in einer solchen Krisensituation mit ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern flexible Lösungen finden", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Welt". Das bestehende Recht in Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches sehe vor, "dass unter bestimmten Umständen Eltern wegen einer Krankheit oder Betreuungsnotwendigkeit ihres Kindes vorübergehend der Arbeit fernbleiben dürfen". Nach der Entscheidung diverser Bundesländer, ab kommender Woche alle Schulen zu schließen, kritisiert der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, die Bundesregierung.

Landsberg plädierte für Regelungen auf Länderebene: "Es wäre sicher hilfreich, wenn die zuständigen Landesbehörden entsprechende Absprachen mit den Arbeitgeberverbänden anstreben würden." "Auch die Kommunen sind sowohl in ihrer Funktion als Träger von Schulen und Kindergärten aber auch als Arbeitgeber gefordert, entsprechende flexible Lösungen zu entwickeln", sagte Landsberg weiter. Große Krisen erforderten "gemeinsame, flexible Antworten, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern und die Zukunft zu sichern". Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands kritisierte das uneinheitliche Vorgehen der Kultusminister.

"Es ist nicht nachzuvollziehen, dass der Zeitpunkt für die Schließungen nicht überall identisch ist", sagte Heinz-Peter Meidinger der "Welt". Bedenklich sei zudem, dass die Kultusministerien offenbar keine Notfallpläne für Krisen wie diese erstellt hätten. Die Digitalisierung der Schulen sei "leider längst noch nicht so weit, dass wir auf diese Lage vorbereitet gewesen wären", sagte Meidinger weiter.

"Wenn am Ende zehn Prozent des in den nächsten Wochen eigentlich anfallenden Stoffs vermittelt werden, kann man schon froh sein." FDP-Fraktionsvize Katja Suding plädierte für strikte Vorgaben bei den Betreuungsangeboten, die nun für Kinder zur Verfügung gestellt werden sollen. "Es muss sichergestellt sein, dass in diesen Not-Einrichtungen besonders strenge Regeln des Gesundheitsschutzes gelten", sagte sie der "Welt".

Es brauche "beispielsweise sehr kleine Betreuungsgruppen, große räumliche Trennung zwischen den Gruppen, keine gemeinsame Nutzung von Gemeinschaftsräumen, besondere Hygienemaßnamen".

Lehrerverbands-Präsident kritisiert Corona-Vorgehen

Nach der Entscheidung diverser Bundesländer, ab kommender Woche alle Schulen zu schließen, kritisiert der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, die Bundesregierung. "Wir kritisieren, dass in so einer zentralen Frage, wo alle Bundesländer von Corona betroffen sind, keine bundeseinheitliche Lösung gefunden wurde", sagte Meidinger dem Nachrichtenportal "Watson". Er habe sich zwei Dinge gewünscht: "Erstens ein gemeinsames Vorgehen, denn die Verunsicherung wird in den Ländern, wo die Schulen nicht geschlossen werden, umso größer sein. Zweitens erleben wir leider, dass es offensichtlich keinen Notfallplan gegeben hat." In allen Bundesländern, in denen die Schulen geschlossen würden, warteten die Schulen noch auf Lösungsvorschläge für die Umsetzung. Probleme gebe es vor allem bei Schülern, die noch Leistungen für ihre Versetzung erbringen müssten oder sich auf das Abitur vorbereiten hätten sollen, sagte Meidinger.

Zwar vertraue er in die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts. "Ich habe immer gesagt, wir als Lehrerverband sind keine Fachleute für Virologie." Er sei auch nicht generell gegen Schulschließungen, sie dürften aber keine isolierte Maßnahme sein.

"Im schlechtesten Fall bleiben die Kinder zuhause, die Eltern sind auf der Arbeit und die Großeltern als Hauptrisikogruppe passen auf die Kinder auf. Das wäre ein großer Fehler."

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