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Deutscher Lehrerverband vorerst gegen Schulöffnungen

Köln | Der Deutsche Lehrerverband warnt vor einer schnellen Wiedereröffnung der Schulen. Das Bundesbildungsministerium erarbeitete einen Leitfaden für die Schulöffnung.

Eine Öffnung sei nur "sehr behutsam und vorsichtig, auf keinen Fall flächendeckend in allen Regionen möglich", sagte Verbandspräsident Hans-Peter Meidinger der "Welt" (Montagausgabe). Auch in Städten und Landkreisen mit geringem Infektionsgeschehen sollten Bildungseinrichtungen nur stufenweise in den Wechselbetrieb zurückkehren und in halbierten Gruppen mit Mindestabstand unterrichten.

Außerdem sei eine FFP2-Pflicht für Lehrkräfte und die Pflicht für Schüler, mindestens eine Operationsmaske zu tragen, wünschenswert. Der Lehrerverband, der rund 165.000 Lehrer vertritt, verlangt von Bund und Ländern zudem eine Reihe von Begleitmaßnahmen, von der frühestmöglichen Impfung von Lehrkräften über regelmäßige Schnelltests im Wochentakt bei Schülern und Lehrkräften bis hin zu Raumluftfilteranlagen in allen nicht richtig belüftbaren Klassenzimmern. Die Hauptforderung sei aber ein an regionalen Inzidenzen orientierter Hygienestufenplan, der klar regele, welcher Schulbetrieb möglich sei, sagte Meidinger.

Auch die CDU/CSU-Fraktion warnt: "Es wäre fatal, in den kommenden Tagen Kitas und Schulen hektisch zu öffnen, nur um sie kurz danach wieder schließen zu müssen", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nadine Schön (CDU). Sie fordert, dass das SPD-geführte Bundesfamilienministerium ein umfassendes Testkonzept vorlegen müsse, unter anderem mit Einbindung von Bundeswehr und Hilfsorganisationen. SPD-Fraktionsvize Katja Mast fordert, die Situation von Familien und Kindern bei den Beratungen zwischen Bund und Ländern am kommenden Mittwoch prioritär zu betrachten.

"Es sind die Familien, die dieses Land durch die Pandemie tragen." Bundestagsfraktionen der Opposition sprechen sich dagegen für eine zügige Kita-Öffnung sowie Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts aus. "Gerade Grundschulen und Kitas müssen kurzfristig wieder geöffnet werden", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP, Katja Suding.

"Jeder Tag zählt, Lernrückstände werden für viele Kinder sonst kaum mehr aufholbar sein." Der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Götz Frömming, sieht viele Schulen gerüstet, um einen Betrieb auch unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln durchzuführen. "Pauschale langfristige Schulschließungen sind für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen katastrophal und müssen schnellstmöglich beendet werden."

Bildungsministerium hat Leitfaden für Schulöffnung

Ein neuer Leitfaden mit Handlungsempfehlungen für den Schulalltag legt erstmals fest, unter welchen Bedingungen Schulen wieder öffnen können. Im Auftrag des Bundesbildungsministeriums sind unter Mitwirkung von 36 Fachgesellschaften 40 Studien zum Schulbetrieb ausgewertet und daraus evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für den Schulalltag in Pandemiezeiten erarbeitet worden. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Montagsausgabe).

Konkret geht es darum, Maßnahmen einzuhalten wie die Gruppenaufteilung von Schülern, die Entlastung des Schülernahverkehrs durch versetzten Unterrichtsbeginn, das Tragen medizinischer Masken durch Schüler und Lehrer, das Lüften von Räumen, Maßnahmen im Sport- und Musikunterricht sowie einen klaren Umgang mit erkälteten Schülern und Verdachtsfällen. Nur wenn das gesamte Paket befolgt werde, könne der Unterricht auch in Pandemiezeiten aufrecht erhalten werden, so die Wissenschaftler. Das Papier wird am Montag in Berlin vorgestellt.

Die Leitlinie soll künftig ständig aktualisiert und angepasst werden.

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