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KMK-Präsident: Bund muss sich stärker an Bildungspolitik beteiligen

Erfurt | Der neue Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Thüringens Ressort-Chef Helmut Holter (Linke), hat eine stärkere Unterstützung des Bundes zur Bekämpfung des Personalmangels in Bildungseinrichtungen verlangt. "Der Unterrichtsausfall und der Lehrermangel müssen als Erstes in gemeinsamer Abstimmung bundesweit bekämpft werden", sagte Holter der "Welt" (Dienstagsausgabe). "Die Länder stehen vor so großen Herausforderungen, die es erzwingen, dass der Bund sich an der Bildungspolitik beteiligt, beim Personal an Schulen ebenso, wie in den Bereichen Inklusion, Integration und Digitalisierung", sagte der KMK-Vorsitzende.

Es könne nicht angehen, dass die Länder sich weiter ihre Lehrer gegenseitig abwerben. Für eine stärkere Beteiligung des Bundes ist der Thüringer Ressortchef im Gegensatz zu vielen seiner Länderkollegen auch bereit, dem Bund ein Mitspracherecht einzuräumen. "Wenn es um gute Schule geht, warum nicht", so der Thüringer Bildungsminister.

Die von der neuen Großen Koalition geplante Lockerung des Kooperationsverbots zwischen Bund und Ländern in der Bildungspolitik ist nach Ansicht Holters ein Schritt in die richtige Richtung. Er ist allerdings der Auffassung: "Der Koalitionsvertrag stößt eine Tür auf, aber nicht weit genug." Dem Plan Sachsens, den Lehrermangel durch Stundenkürzungen zu bekämpfen, erteilte Holter eine klare Absage.

"Ich bin der Auffassung, dass die Stundentafel egal ob nun in Haupt- oder Nebenfächern in der Schule realisiert werden muss. Schule darf sich nicht darauf verlassen, dass die Schüler das, was sie dort nicht lernen, außerhalb der Schule nachholen." Dem Vorschlag der neuen Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär (CSU), Programmieren zur Pflicht zu machen, schließt sich Holter an.

"Programmiertechnik gehört für mich ebenso wie das Beherrschen der Tastatur zu einem Unterricht von heute. Ich unterstütze das Ansinnen der Staatsministerin in diesem Punkt." Laut Holter müsse die neue Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) aber noch vor der Digitalisierung mit den Ländern daran arbeiten, das Image von Schule verbessern. "Wir reden immer nur über die Probleme von Schulen und viel zu wenig über die Höchstleistungen, die dort erbracht werden. Nur so können wir ausreichend junge Menschen motivieren, Lehramt zu studieren."

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