Wirtschaftsnachrichten Bildung

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Screenshot Preisliste "Azubi-Ticket" des VRS

ÖPNV-Tickets: Studium versus Ausbildung – die einen zahlen wenig, die anderen viel

Köln | 450 Euro im ersten Ausbildungsjahr bekommen Auszubildende im Monat, wenn sie den Beruf des Schornsteinfegers erlernen wollen. Um die Ausbildungsstätte zu erreichen zahlen Azubis für das VRS "Azubi-Ticket" im Monat 58,40 Euro im 12 Monatsabo. Braucht der Auszubildende nur ein Ticket für einen Monat, etwa für die Fahrt zu einer weiter entfernt gelegenen Berufsschule, dann variiert der Preis gar zwischen 56,00 und 229,00 Euro in der Preisstufe 7 des VRS. Studenten an der Universität zu Köln zahlen mit dem Semesterbeitrag 126,60 Euro für sechs Monate, also 21,10 Euro für das VRS Gebiet. Ist das gerecht und fair?

Studierende können allerdings nicht nur das VRS-Gebiet buchen, sondern müssen das NRW-Ticket mitbuchen. Das Gesamtticket, mit dem die Studierenden dann in ganz NRW den ÖPNV nutzen können beläuft sich für sechs Monate auf 180,50 Euro. Also rund 33 Euro im Monat. Aber eben für ganz NRW.

Die Ausbildungsvergütungen variieren sehr stark und es gibt auch Ausbildungsberufe, wie etwa Chemielaborant oder kaufmännische Berufe in denen die Vergütung auch im ersten Ausbildungjahr schon fast 1.000 Euro brutto erreicht und in der Spitze bis zum dritten Lehrjahr auf über 1.400 steigen kann. Aber die Spitzenverdiener unter den Auszubildenden sind eher die Minderzahl. Allerdings haben Sie teilweise auch höhere Ausgaben als Studierende, um ihre Ausbildung zu machen. Denn in Jeans und Turnschuhen kann der Azubi in der Bank oder der Versicherung nicht auftauchen. Auszubildende im Bäckerhandwerk erhalten 500 Euro im Monat. Muss ein Azubi von seinem Heimatort in NRW in die Berufsschule nach Köln für zwei Monate und müsste ein Ticket der Preisstufe 7 des VRS "Azubi-Tickets" lösen, müsste er in diesen Monaten nahezu die Hälfte seines Verdienstes alleine für die Fahrtkosten aufwenden. Das unter solchen Rahmenbedingungen das Handwerk es schwer hat Nachwuchs zu finden, verwundert nicht.

Pinkwart sieht berufliche und akademische Bildung als gleichwertig an

Im November diesen Jahres betonte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, FDP, beim „Rheinischen Abend“ der Handwerkskammer Köln am 16. November die Notwendigkeit der dualen Ausbildung als entscheidenden Beitrag zur Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt und erklärte, dass die NRW-Landesregierung die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung unterstützt. Bei der Bezuschussung im ÖPNV, also, dass junge Menschen zur Berufsschule oder ihrem Arbeitsplatz kommen, tut sie dies nicht. Studierende werden besser gestellt, denn hier unterstützt die Landesregierung massiv.

Im „Sondierungsstand Weltbeste Bildung – Sondierungsstand Bildung, Forschung, Innovation, 30.10.2017“ schreibt die FDP: „Wir wollen die Allianz zur Aus- und Weiterbildung ausbauen und dafür einen Berufsbildungspakt zur Stärkung der beruflichen Bildung auf den Weg bringen. Dabei geht es insbesondere um die Qualitätsverbesserung und die Anerkennung der Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung.“

Wollseifer zu "Azubi-Ticket"

Hans Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer Köln, sagte auf dem Rheinischen Abend: „Für die Handwerks- und Mittelstandspolitik unseres Bundeslandes hat die in der vergangenen Legislaturperiode eingesetzte Enquete-Kommission eine Steilvorlage geliefert. Im Frühjahr 2017 stellte die Kommission ihre 171 Handlungsempfehlungen vor. Manchmal liegen die Hürden höher als anfangs gedacht. Die Nummer 164 der 171 Handlungsempfehlungen heißt „Azubi-Ticket“; das ist ein Vorschlag, der im Handwerk breite Zustimmung findet. Ein solches Azubi-Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr müsste sich an das Semester-Ticket für Studenten anlehnen. Zum einen wäre das ein Signal, dass wir die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung ernst nehmen. Zum anderen würde das Azubi-Ticket die Mobilitätsbereitschaft des Berufsnachwuchses fördern: Das ist sehr erwünscht, damit die jungen Menschen preiswert dorthin fahren können, wo es Ausbildungsplätze gibt. Das könnte dazu beitragen, die regionalen und lokalen Ungleichgewichte beim Angebot von Ausbildungsplätzen etwas auszugleichen. Mir ist bewusst, dass hier noch einiges an Abstimmungsarbeit zwischen dem Land und den Verkehrsverbünden geleistet werden muss. Aber das, was vor einigen Jahren für die Studenten gelungen ist, das muss auch für die Auszubildenden drin sein. Ich erhoffe mir von der Landesregierung, dass in absehbarer Zukunft ein Vorschlag auf den Tisch kommt, wie das Azubi-Ticket eingeführt werden kann.“

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