Wirtschaftsnachrichten Bildung

gedenkstaette_buchenwald_25012015

KZ-Gedenkstätte Buchenwald

Zentralrat der Juden für Schüler-Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten

Berlin | Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert, dass alle Schüler der höheren Schulklassen eine KZ-Gedenkstätte besuchen müssen. Zentralratspräsident Josef Schuster sagte dem MDR-Magazin "Exakt", dass bei solch einem Pflichtbesuch an authentischen Orten das historische Geschehen begreifbarer wird als in Büchern oder Filmen: "Ich halte solche Besuche auch für Schüler mit Migrationshintergrund, also deren Vorfahren nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun hatten, für sinnvoll. In der Gedenkstätte wird sichtbar, wohin die Diskriminierung und Verfolgung einer Minderheit im Extremfall führen kann."

Auch Rolf Isaacsohn, der Ehrenvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Leipzig, ist für Pflichtbesuche. Der Holocaust-Überlebende, der als Kind nach Theresienstadt deportiert wurde, sagte MDR-"Exakt": "Es ist wichtig, dass das heute weitergeführt wird, dass die Schulklassen, wie es zu schon zu DDR-Zeiten war, alle nach Buchenwald mussten. Freiwillig haben ja manche Scheu davor, das zu sehen oder zu erleben."

Im Bildungssystem der DDR waren Besuche von KZ-Gedenkstätten verpflichtend für jeden Schüler - meistens im Rahmen der Jugendweihe. Heute gibt es diese Pflichtbesuche kaum noch. Lediglich in Bayern steht für nahezu alle Schüler der Besuch einer KZ-Gedenkstätte im Rahmen einer Schulexkursion auf dem Lehrplan.

Das ergab eine "Exakt"-Umfrage unter allen 16 Kultusministerien der Bundesländer. Thüringens Minister für Jugend, Bildung und Sport, Helmut Holter (Linke), positioniert sich gegen einen im Lehrplan verordneten Gedenkstätten-Besuch. Zwang sei das falsche pädagogische Mittel, sagte er dem MDR-Magazin: "Das ist für mich eine andere Herangehensweise. `Ach, jetzt müssen wir dahin, jetzt müssen wir uns das auch antun.` Ich halte den Weg der Freiwilligkeit für den richtigen."

Auch die Gedenkstätte Buchenwald lehnt die Verankerung eines KZ-Besuchs im Lehrplan ab. Der Sprecher der Gedenkstätte, Philipp Neumann-Thein, teilte dem MDR-Magazin schriftlich mit: "Unsere jahrzehntelangen Erfahrungen zeigen, dass bei freiwilligen Gedenkstättenbesuchen die Eigenmotivation der Besucher deutlich höher ist, sich intensiv und nachhaltig mit Buchenwald und seiner Geschichte auseinanderzusetzen."

Zurück zur Rubrik Bildung

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Bildung

Berlin | Die Bildungsforscher Kai Maaz und Jessica Ordemann vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) haben kritisiert, dass die Entscheidungen für oder gegen G8 vor allem politisch motiviert seien. "Viele der geführten Diskussionen fanden bei der Einführung, aber auch bei der Rücknahme der Reform ohne wissenschaftliche Grundlage statt", schreiben die Bildungswissenschaftler in einem Gastbeitrag für das "Deutsche Schulportal". Aussagekräftige empirische Studien zu den erwartbaren Auswirkungen der Schulzeitverkürzung hätten zu diesem Zeitpunkt nicht vorgelegen.

albertus1

Köln | Im aktuellen Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG hat die Universität zu Köln in diesem Jahr vier Plätze gut gemacht. Demnach belegt die größte Präsenzhochschule des Landes NRW derzeit einen guten zwölften Platz. Offenbar hatte die Kölner Hochschule in den vergangenen Monaten erfolgreich ihre Drittmittel aus den Fördertöpfen der DFG aufstocken können, gelingt ihr im aktuellen Ranking der Sprung auf Rang Zwölf, vier Plätze besser als in der vorangegangenen Auswertung.

tafel_pixabay_05072018

Köln | Der Kölner Stadtrat beschloss im nichtöffentlichen Teil seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause die Auschreibung von 2.000 Touchpanels für Kölner Schulen. [report-K berichtete über den Hintergrund der Beschaffung]

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS