Digitalisierung

Nürnberg | Die nationale Strategie der Bundesregierung für Künstliche Intelligenz (KI) ist nach Ansicht von Experten schon heute veraltet. Die vorliegenden Pläne zeigten, dass die Bundesregierung aktuelle Entwicklungen in der KI-Forschung nicht im Blick habe, sagte der Professor für Medieninformatik Florian Gallwitz von der Technischen Hochschule Nürnberg dem Nachrichtenportal T-Online. "Der Begriff Künstliche Intelligenz hat vor acht bis zehn Jahren einen dramatischen Bedeutungswandel erfahren. Davon scheinen die Leute, die diese Strategie geschrieben haben, aber nichts mitbekommen zu haben", so Gallwitz weiter. Dies führe dazu, dass "ein Forschungsbereich verstärkt staatlich gefördert wird, der eigentlich gar nicht gebraucht wird, während die wichtigen Themen auf der Strecke bleiben". So lasse das Papier die Erfolge durch künstliche neuronale Netze und selbstlernende Systeme fast völlig außer Acht.

Berlin | Online-Betrüger versuchen zunehmend mit automatisierten Schadprogrammen (Bots), Kundendaten zu stehlen und Gelder abzuschöpfen. Das geht aus dem jüngsten Threatmetrix-Cybercrime-Report hervor, über den das "Handelsblatt" berichtet. Derartige Cyberangriffe hätten sich im zweiten Halbjahr 2018 vor allem gegen die weltweite E-Commerce-Branche gerichtet.

Berlin | Führende Vertreter der Digitalwirtschaft in Deutschland haben die Politik zu einer endgültigen Abkehr von der Vorratsdatenspeicherung aufgefordert. "Wir brauchen endlich eine politische Grundsatzentscheidung, mit der einer anlasslosen Speicherung von Nutzerdaten ein für alle Mal eine Absage erteilt wird", sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Internetwirtschaft Eco, Oliver Süme, dem "Handelsblatt". Der Hauptgeschäftsführer des IT-Verbands Bitkom, Bernhard Rohleder, wies darauf hin, dass der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland bereits vor zwei Jahren eine "klare richterliche Absage erteilt" worden sei.

Berlin | Die von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) geforderte Mindeststeuer für global tätige Konzerne wie Apple, Google oder Amazon wird als Konzept frühestens 2020 auf dem Tisch liegen. Das geht aus der Antwort des Finanzministeriums auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, über welche die "Rheinische Post" (Montagsausgabe) berichtet. Demnach ist der Abschlussbericht der für die Mindeststeuer zuständigen Arbeitsgruppe der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) erst für 2020 vorgesehen.

Berlin | Das Bundeskartellamt will Facebook verbieten, Daten aus verschiedenen Quellen ohne Zustimmung der Nutzer zu kombinieren. Das Unternehmen solle in den Nutzungsbedingungen für sein Online-Netzwerk nicht mehr vorschreiben dürfen, dass Mitglieder sich auf die Sammlung einlassen müssen, berichtet das "Handelsblatt" (Freitagausgabe). Bisher sammle Facebook nicht nur im Online-Netzwerk Daten über Nutzer, sondern könne auf weitere Quellen zugreifen, erklärt die Behörde in einer Mitteilung.

Berlin | Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller hat das Vorhaben von Facebook kritisiert, seine Dienste WhatsApp, den Facebook Messenger und die Kommunikations-Funktion des Foto-Dienstes Instagram auf einer technischen Plattform zusammenzulegen. "In jedem Fall ist es unerlässlich, dass die Datenschutzaufsichts- und die Kartellbehörden die aktuellen Facebook-Pläne überprüfen", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) dem "Handelsblatt". Müller warnte, sollte Facebook sein Vorhaben umsetzen, könne das Unternehmen künftig noch leichter detaillierte Persönlichkeitsprofile seiner Nutzer erstellen und vermarkten.

Berlin | Führende Vertreter der deutschen Wirtschaft haben vor den Folgen eines ungeordneten Brexits für den grenzüberschreitenden Datenverkehr in Europa gewarnt. "Kommt der harte Brexit, ist der Datenverkehr mit einem Land wie Uruguay ab dem 30. März einfacher als mit dem Vereinigten Königreich", sagte der Präsident des IT-Verbands Bitkom, Achim Berg, dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Deutsche Unternehmen müssten ihre britischen Geschäftspartner oder Dienstleister dann so behandeln, als säßen sie außerhalb der EU. "Wer dies missachtet, verstößt gegen die Datenschutzgrundverordnung DSGVO – mit den bekannten hohen Bußgeldrisiken."

Berlin | An der Auktion der neuen Mobilfunkfrequenzen wollen sich laut eines Zeitungsberichts vier Unternehmen beteiligen. Für die begehrten 5G-Frequenzen böten demnach die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und United Internet, berichtet das "Handelsblatt" (Samstagsausgabe) unter Berufung auf Kreise der Bundesnetzagentur. Die Antragsfrist auf Zulassung zur Auktion endete am Freitag um 15 Uhr.

Paris | Der US-Internetriese Google muss in Frankreich wegen Verstößen gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eine Strafe von 50 Millionen Euro zahlen. Dies teilte Frankreichs Datenschutzbehörde CNIL am Montag in Paris mit. Google kann gegen die Entscheidung noch Berufung einlegen.

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Berlin | Nutzer populärer sozialer Netzwerke können trotz der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nach wie vor kaum nachvollziehen, wie ihre Daten verarbeitet werden. "Auch unsere aktuellsten Marktwächterergebnisse zeigen Defizite bei der Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung durch die Anbieter von Apps sozialer Medien", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, dem "Handelsblatt". Im Zeitraum von Juni bis Juli 2018 seien Apps von Facebook, Instagram, Linkedin, Pinterest, Snapchat, Twitter, Whatsapp und Youtube untersucht worden.

Berlin | Angesichts des jüngsten Hackerangriffs auf Hunderte Politiker, Journalisten und Künstler rät der Grünen-Obmann im Digitalausschuss des Bundestages, Dieter Janecek, den zu Facebook gehörenden Messenger WhatsApp nicht mehr zu nutzen. "Facebook und WhatsApp haben ihr Vertrauenskapital bei den Bürgern längst aufgebraucht", sagte Janecek dem "Handelsblatt". Europäische Dienste wie Threema seien eine echte Alternative.

Berlin | Der neue Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber dringt auf Nachbesserungen an der europäischen Datenschutzgrundverordnung. "Der Bereich Profiling und Scoring - also das Anlegen von Persönlichkeitsprofilen und die Bewertung des Verhaltens von Privatpersonen durch staatliche Stellen oder private Unternehmen - muss dringend nachgeschärft werden", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

Berlin | Amazons Bestellknöpfe, sogenannte Dash Buttons, bekommen eine Gnadenfrist: Das Oberlandesgericht (OLG) München hatte Amazon am Donnerstag bescheinigt, dass die Bestellknöpfe in der gegenwärtigen Form nicht den Gesetzen zum Verbraucherschutz entsprechen. "Wir sehen es nicht so, dass der Dash Button sofort vom Markt verschwinden muss", sagte Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen der "Welt" (Samstagsausgabe). Demnach müssten sich Verbraucher nicht sofort von den Dash Buttons verabschieden.

Berlin | Der Daten-Dieb aus dem mittelhessischen Homberg (Ohm) hat laut eines Medienberichts Teile der von ihm genutzten Zugangsdaten sowie der von ihm auf Twitter in der vergangenen Woche geleakten Social-Media-Daten selbst als Daten-Pakete im Darknet erworben. Daher ermittele die für den Fall inzwischen zuständige Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main inzwischen auch wegen des Vorwurfs der "Datenhehlerei" gegen den Beschuldigten, berichtet die "Bild" (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf Ermittlerkreise. Auf Nachfrage der Zeitung bestätigte die zuständige Generalstaatsanwaltschaft demnach: "Die Ermittlungen gegen den Beschuldigten wurden von Beginn wegen des Verdachts des Ausspähens von Daten und der Datenhehlerei geführt."

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Berlin | Der US-Internetkonzern Facebook gestattet dem Auswärtigen Amt in einigen Ländern derzeit nicht, Seiten für die Auslandsvertretungen zu erstellen. Das meldet das Nachrichtenmagazin Focus unter Berufung auf Diplomatenkreise. Betroffen davon sind die Auslandsvertretungen in Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, den palästinensischen Gebieten und der Elfenbeinküste.

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